DAX -0,56 % 25.983,04 Pkt 18:00:00 MDAX -0,39 % 31.715,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,35 % 6.422,06 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,08 % 52.769,52 Pkt 21:58:16 S&P 500 -0,66 % 7.641,07 Pkt 21:58:13 Nasdaq -0,88 % 26.059,49 Pkt 21:58:16 Nikkei +1,36 % 66.216,79 Pkt 08:45:03 Gold +2,06 % 4.582,10 USD 21:48:04 Silber +3,71 % 68,18 USD 21:47:50 Brent +2,11 % 93,55 USD 21:48:05 WTI +0,93 % 86,63 USD 21:48:11 Bitcoin +4,86 % 72.629,61 USD 21:58:08 EUR/USD +0,88 % 1,16810 USD 21:57:53 EUR/GBP +0,19 % 0,85680 GBP 21:58:17 EUR/CHF -0,57 % 0,93480 CHF 21:58:16 EUR/JPY +0,61 % 185,818 JPY 21:58:17

Neue Studie: Diese Bäume verschlechtern die Luft in Städten

Wissenschaft

Eine neue Studie hat gezeigt, dass weit verbreitete Stadtbäume die Luftqualität verschlechtern können. In Peking tragen demnach Millionen Weiden und Pappeln erheblich zur Ozonbelastung bei. Das schreiben Wissenschaftler in einer Studie, die am Donnerstag im Fachjournal Science Advances erschienen ist. Der Grund sind chemische Verbindungen, die viele dieser Bäume bei der Fotosynthese abgeben. Bodennahes Ozon kann die Atemwege reizen oder schädigen – besonders bei Asthma oder Lungenerkrankungen. Die Forscher betonen aber ausdrücklich: Ein Argument gegen das Pflanzen von Bäumen sei das nicht. Wie stark Stadtbäume laut Studie zur Ozonbildung beitragen Ozon entsteht nicht direkt aus Bäumen. Es bildet sich, wenn flüchtige organische Verbindungen – kurz VOC – mit Stickoxiden aus Verkehr und Industrie reagieren, und zwar unter Sonnenlicht. Zwischen Mai und Juli 2021 sammelte das Team für ihre Studie Luftproben in Peking. Dabei zeigte sich: Pflanzen verursachten nur rund 10 Prozent aller VOC-Emissionen in der Stadt. Entscheidend ist aber nicht die Menge, sondern die Reaktionsfreudigkeit der Stoffe. Bei den Verbindungen, die letztlich zur Ozonbildung führen, lag der Anteil der Vegetation laut Studie bei 52 Prozent. Wissenschaftler von eigenen Daten verblüfft Der Hauptgrund heißt Isopren. Diesen Stoff geben viele Bäume als Nebenprodukt der Fotosynthese ab – Weiden und Pappeln besonders stark. In Peking sind laut der Untersuchung rund 35 Prozent der Bäume Isopren-Emittenten. Beide Arten wurden in vielen Städten gepflanzt, weil sie schnell wachsen und mit dem Klima gut zurechtkommen. Co-Autor Bin Yuan von der Jinan-Universität in Guangzhou sagte laut dem Wissenschaftsportal Nature, das Team habe den eigenen Daten zunächst nicht geglaubt. Wie Hitze das Problem verschärft Je wärmer es wird, desto mehr dieser Stoffe geben Bäume ab. Bei 35 Grad Celsius reagierten die pflanzlichen VOC laut Studie siebenmal schneller als bei 20 Grad. Entsprechend stieg der Anteil der Vegetation an der chemischen Reaktivität von 21 Prozent bei 20 Grad auf 74 Prozent bei 35 Grad. Dazu kommt der städtische Wärmeinseleffekt: Bebaute Flächen heizen sich stärker auf als das Umland. Schon 0,8 Grad zusätzliche Hitze an einem Sommertag mit 32 Grad könnten die Isopren-Emissionen der Stadtbäume um 12 Prozent erhöhen, schätzt das Team. Ein Baum in der Stadt sei stärker gestresst und produziere deshalb mehr VOC als derselbe Baum im Wald, sagte die Aerosolforscherin Robyn Schofield von der Universität Melbourne dem Magazin Nature. Welche Städte neben Peking betroffen sind Die Forschenden untersuchten Baumarten in 24 Megastädten weltweit. In vielen davon – darunter Sydney und Melbourne in Australien – dürften die Isopren-Emissionen sogar höher liegen als in Peking. In Sydney geben demnach rund 65 Prozent der Bäume Isopren ab. Der Umweltchemiker Ian Jamie von der Macquarie University in Sydney sieht darin ein größeres Problem: Vegetation werde als VOC-Quelle relativ betrachtet immer wichtiger, weil andere Quellen wie Autoabgase in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen seien. Was das für die Stadtplanung bedeutet Yuan warnt davor, die Ergebnisse der Studie als Argument gegen Stadtbäume zu lesen. Bäume kühlen, speichern Kohlenstoff und fördern die Artenvielfalt. Die Baumauswahl solle aber Teil der Stadtplanung werden, gerade weil der Klimawandel Temperaturen und Hitzewellen steigen lässt. Laut der Studie könnte schon ein kleiner Umbau viel bringen: Würde Peking 10 Prozent der Isopren-Bäume durch Arten ersetzen, die kaum Isopren abgeben, ließen sich die Isopren-Emissionen um mindestens 29 Prozent senken. Jamie verweist darauf, dass ein erheblicher Teil der flüchtigen Verbindungen weiterhin aus menschlichen Quellen stammt, etwa aus Erdölnutzung und Lösungsmitteln. Diese zu reduzieren, sei wichtig. Lesen Sie mehr zum Thema

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren