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Neue Studie: Welche Ernährung hält uns jung?

Gesundheit

Longevity: Muss gesunde Ernährung kompliziert sein?

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Im Regal mit den Ernährungsratgebern und Kochbüchern stapeln sich die Versprechen für ein längeres Leben – sofern man eine bestimmte Ernährungsweise befolgt. Und die Auswahl ist groß: von mediterraner Kost über die nordisch inspirierte „Wikinger-Diät“ bis hin zu antientzündlichen Rezepten ist alles dabei, um die eigene „Longevity“ zu maximieren.

Jetzt hat ein Forschungsteam um das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn zehn verschiedene Ernährungskonzepte geprüft. Das Ergebnis dürfte alle beruhigen, die längst den Überblick im Ratgeberdschungel verloren haben.

Das Leben hinterlässt Spuren

Ausgewertet wurden die Daten von 6.470 Menschen zwischen 30 und 95 Jahren, die an der Bonner Rheinland-Studie teilgenommen hatten. Dafür mussten sie allerdings nicht ihre Ernährung umstellen, sondern nur angeben, welche Lebensmittel sie wie häufig und in welchen Mengen in den vorangegangenen zwölf Monaten verzehrt hatten. Diese wurden dann mit den zehn Ernährungskonzepten abgeglichen.

Zusätzlich bestimmte das Forschungsteam die sogenannte DNA-Methylierung im Erbgut der Blutzellen bei den Teilnehmenden: Dabei handelt es sich um chemische Markierungen, die wie eine Art Lautstärkeregler funktionieren – die Gene selbst bleiben unverändert, können aber durch Lebensstil und Umweltfaktoren „lauter“ oder „leiser“ gestellt werden.

Am Muster dieser Regler lässt sich das biologische Alter ablesen, also ob jemand älter wirkt, als sein Geburtsdatum es erwarten lässt. Fachleute sprechen von epigenetischen Uhren.

Rapsöl oder Olivenöl?

Je nachdem, wie die Teilnehmenden sich ernährten, konnten sie in einem oder mehreren der untersuchten Ernährungskonzepte Punkte sammeln: Wer beispielsweise häufig Fisch, Rapsöl und Roggenbrot zu sich nahm, erzielte bei einem anderen Konzept Höchstwerte als Teilnehmende, auf deren Speiseplan oft Tomaten, Hülsenfrüchte und Olivenöl standen. Dennoch ernährten sich beide gesund – auch wenn sie unterschiedlichen Konzepten folgten.

Viele Wege führen zum Ziel

Und das zeigte sich auch in der Auswertung der Blutwerte: Wem es gelang, bei einem oder mehreren der untersuchten gesunden Ernährungskonzepte zu punkten, schien biologisch weniger schnell zu altern. Auch wenn fast jedes Konzept eigene Spuren im Erbgut hinterließ, betrafen diese zu mehr als 70 Prozent dieselben biologischen Abläufe, etwa den Stoffwechsel, die Zellstruktur und die Bildung von Nervenzellen.

Vereinfacht gesagt: Wer sich gesund ernährte, alterte biologisch gesehen offenbar langsamer als Teilnehmende mit ungesundem Speiseplan – unabhängig davon, welchem Konzept die Ernährung im Detail folgte. Wie stark dieser Zusammenhang ausfiel, unterschied sich allerdings zwischen den Konzepten.

Dass die Ergebnisse tragfähig sind, zeigt außerdem eine weitere Auswertung von Daten: In der Potsdamer EPIC-Studie mit 1.034 Teilnehmenden fanden die Forschenden dieselben Zusammenhänge in vergleichbarer Größenordnung.

Pflanzlich, aber mit Einschränkungen

Welchen dieser Ernährungswege auch immer man einschlägt – sie führen offenbar zum gleichen Ziel, sofern bestimmte Prinzipien eingehalten werden. Und diese sind hinlänglich bekannt:

Auf dem Teller sollten viel Obst, Gemüse und Vollkorn landen, nur selten rotes und verarbeitetes Fleisch und möglichst wenig Zucker. Auch die Einschränkung dürfte niemanden überraschen: Der Konsum von – zwar ebenfalls pflanzlichen – Weißmehlprodukten, Keksen oder Limonade ging mit Hinweisen auf eine schnellere biologische Alterung einher. Dasselbe galt für eine Ernährung, die Entzündungen im Körper begünstigt.

Auch wenn die Daten nur Zusammenhänge und keine Ursachen belegen können, ziehen die Forschenden einen Schluss: Egal ob mediterran oder nordisch – solange man sich an diese Prinzipien hält, scheint es zumindest im Hinblick auf die untersuchten Alterungsmarker keine Rolle zu spielen, für welches Ernährungskonzept man sich entscheidet.

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