Neue Taktik im Ukraine-Krieg: Russische Drohnen lauern am Boden als akustische Fallen
Russische Kräfte nutzen, einer Meldung des Magazins „Forbes“ zufolge, eine neue Drohnentaktik, um Straßen in umkämpften Räumen zwischen den Frontlinien besser zu kontrollieren. Dabei werden FPV-Drohnen, also per Kamerabild gesteuerte Systeme, unauffällig in der Nähe wichtiger Routen abgesetzt.
Anders als bei bisherigen Straßenhinterhalten orten sie Ziele nicht vor allem per Kamera, sondern über Motorgeräusche. Wird ein Ziel erkannt, kann die Drohne selbst angreifen oder einen Bediener alarmieren, der Artillerie oder ein anderes Waffensystem einsetzt.
Russische Drohnen brauchen keine freie Sicht mehr
Der „Forbes“-Bericht stützt sich auf Angaben ukrainischer Militärangehöriger und Berater. Der entscheidende Vorteil gegenüber der bisherigen Methode liegt demnach darin, dass die Drohnen keine freie Sicht auf die Straße benötigen. Sie können versteckt bleiben und trotzdem herannahende Fahrzeuge erfassen. Das erleichtert die Überwachung wichtiger Verkehrsverbindungen über längere Zeit.
Als Erster machte Serhii „Flash“ Beskrestnov, Berater des ukrainischen Präsidenten für Wehrtechnik, auf diese Vorgehensweise aufmerksam. Er schrieb, russische „Wartedrohnen“ würden außerhalb des Sichtfelds der Fahrer mit Mikrofonen eingesetzt, um vorbeifahrende Fahrzeuge zu erkennen.
Ukrainische Soldaten berichten von Einsätzen in Donezk
Einen Tag später schilderte Vitalii Piasetskyi von der 93. Separaten Mechanisierten Brigade der Ukraine ähnliche Beobachtungen aus der Oblast Donezk. Seinen Angaben zufolge setzen russische Kräfte solche Geräte an Gebäuden und entlang von Logistikrouten ab.
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Laut „Forbes“ ist der Hinterhalt an Straßenrändern nicht neu. Beide Seiten haben bereits bewaffnete FPV-Drohnen genutzt, die am Rand einer Route landen, per Kamera auf ein Ziel warten und dann angreifen. Der akustische Ansatz erweitert dieses Prinzip jedoch.
ISW sieht breiteren Trend im Drohnenkrieg
Das Institute for the Study of War hat bereits zuvor beschrieben, wie der Drohnenkrieg an der Front den Bewegungsspielraum beider Seiten weiter einengt. In einem Lagebericht vom 14. August schrieb das ISW, dass der technologische Wettlauf bei Drohnen die sogenannte „Killzone“, also den Bereich nahe der Front, in dem Bewegungen durch Aufklärungs- und Angriffsdrohnen besonders riskant werden, erweitere.
Bereits am 9. August stellte das Institut fest, dass russische Kräfte weiterhin mit neuen technischen und taktischen Anpassungen experimentieren und die ukrainische Logistik in einzelnen Abschnitten mit Drohnen unter Druck setzen.