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Neuer Bericht der UN: Sexuelle Gewalt als brutale Waffe im Ukrainekrieg

Welt

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Kiew – Schockierende Bilanz aus der Ukraine: Russische Streitkräfte sind laut einem neuen Bericht des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte (OHCHR) für die überwiegende Mehrheit der seit Beginn des umfassenden Krieges dokumentierten Fälle sexueller Gewalt verantwortlich. Zwischen Februar 2022 und Juli 2026 bestätigte das OHCHR 1004 Fälle. In 89 Prozent der Fälle wurden russische Streitkräfte als Verantwortliche identifiziert. Auf ukrainische Streitkräfte entfielen 11 Prozent der bestätigten Fälle.

„Ich bin zutiefst besorgt über die Häufigkeit dieser abscheulichen Taten, die in unserem Bericht dokumentiert sind , und befürchte, dass sie inmitten der unaufhörlichen Gewalt, die wir täglich in der Ukraine erleben, mit ziemlicher Sicherheit weitergehen“, sagte UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Türk (60).

Der 20-seitige UN -Bericht zeichnet ein erschütterndes Bild. Russische Streitkräfte sollen ukrainische Zivilisten und Kriegsgefangene systematisch sexueller Gewalt und Folter ausgesetzt haben. Dokumentiert werden unter anderem Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen, Genitalverstümmelung, Elektroschocks, Schläge auf die Genitalien und andere Erniedrigungen.

Folter, Erniedrigung, Elektroschocks

Besonders drastisch: Das jüngste dokumentierte Opfer war laut Bericht ein vierjähriges Mädchen, das älteste eine 82-jährige Frau. In beiden Fällen wurden die Taten russischen Streitkräften zugeschrieben.

Ukrainische Kriegsgefangene berichteten von Folter und sexueller Erniedrigung während ihrer Gefangenschaft. Eine besonders brutale Methode bestand dem Bericht zufolge darin, Elektroschocks an den Genitalien zu verabreichen. 155 ukrainische Kriegsgefangene gaben an, diese Folter mindestens einmal erlebt zu haben.

Der Bericht benennt allerdings auch Verstöße ukrainischer Streitkräfte. Russische Kriegsgefangene berichteten unter anderem von erzwungener Nacktheit, Elektroschocks, Schlägen auf die Genitalien und sexuell erniedrigender Behandlung.

„Sexuelle Gewalt ist ein schwerwiegendes Merkmal des umfassenden bewaffneten Angriffs auf die Ukraine. Sie muss unverzüglich aufhören, unabhängig von den Tätern“, erklärte Türk. Die UN warnen zugleich vor einer hohen Dunkelziffer. Viele Opfer könnten aus Angst oder Scham schweigen. Hinzu kommt, dass Russland dem OHCHR keinen Zugang zu den besetzten ukrainischen Gebieten gewährt.

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