Neuer Bluttest erkennt eine der tödlichsten Krebsarten und ihre Vorstufen
Forscher berichten von einem vielversprechenden Durchbruch: Der neue Bluttest erkannte in Studien Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits im Frühstadium sowie gefährliche Vorstufen der Erkrankung.
Der neue Bluttest Panxeon hat in Studien vielversprechende Ergebnisse bei der Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs gezeigt. Nach Angaben von US-Forschern könnte die Krankheit dadurch in einem Stadium entdeckt werden, in dem sie noch besser behandelbar und möglicherweise sogar heilbar ist.
Der Test kann zudem eine Vorstufe von Bauchspeicheldrüsenkrebs erkennen. Das könnte Ärzten die Möglichkeit geben, einzugreifen, bevor sich ein bösartiger Tumor entwickelt.
Entwickelt wurde Panxeon von Forschern des kalifornischen Krebs- und Diabetesforschungszentrums City of Hope.
Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den tödlichsten Krebsarten überhaupt. Nur etwa jeder siebte Patient lebt fünf Jahre nach der Diagnose noch.
In rund 90 Prozent der Fälle wird die Krankheit erst entdeckt, wenn sich der Krebs bereits ausgebreitet hat.
Eine im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Bluttest frühe Stadien der Erkrankung zuverlässig erkennen kann und nur selten Fehlalarme auslöst.
Außerdem konnte Panxeon eine fortgeschrittene Krebsvorstufe der Bauchspeicheldrüse identifizieren, was eine frühere Behandlung ermöglichen könnte.
„Bauchspeicheldrüsenkrebs ist vor allem deshalb so gefährlich, weil er oft erst erkannt wird, wenn das Zeitfenster für eine Heilung kleiner wird“, erklärte Studienleiter Dr. Ajay Goel.
„Für Patienten könnten die Ergebnisse einen wichtigen Schritt hin zu einer Diagnose noch vor dem Auftreten von Symptomen bedeuten, wenn deutlich mehr Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.“
Goel zufolge könnte Panxeon die Früherkennung und Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs grundlegend verändern.
Drei Biomarker, ein Risiko-Score und KI
Der Test untersucht eine Blutprobe auf drei verschiedene Anzeichen der Erkrankung. Anschließend wertet künstliche Intelligenz die Ergebnisse aus und berechnet das individuelle Risiko eines Patienten.
Damit ist Panxeon der erste Test seiner Art, der diese drei biologischen Marker in einem einzigen Verfahren kombiniert.
Für die Studie wurde der Bluttest bei mehr als 1.700 Menschen in den USA, Europa und Asien untersucht.
Die Ergebnisse seien „sehr ermutigend“, sagte Goel. Der Test erkannte Bauchspeicheldrüsenkrebs im Frühstadium in 87 Prozent der Fälle. Gleichzeitig lag die Rate falscher positiver Ergebnisse vergleichsweise niedrig.
Der Bluttest soll andere Diagnoseverfahren wie Bildgebung nicht ersetzen, könnte aber helfen, besonders gefährdete Patienten frühzeitig für weitere Untersuchungen auszuwählen.
Darüber hinaus erkannte Panxeon eine fortgeschrittene Krebsvorstufe, die oft als „Stadium 0“ bezeichnet wird, in mehr als 64 Prozent der Fälle.
Warum sich Panxeon von bisherigen Bluttests unterscheidet
Die Forscher hoffen, dass sich damit künftig besser feststellen lässt, welche Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse engmaschig überwacht oder behandelt werden müssen.
Die Früherkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt seit Jahren als eines der wichtigsten Ziele der Krebsforschung. Bisherige Bluttests konnten die Erwartungen jedoch nur teilweise erfüllen.
Laut Goel unterscheidet sich Panxeon von früheren Ansätzen dadurch, dass mehrere biologische Signale kombiniert und bei Menschen mit erhöhtem Risiko getestet werden.
„Die meisten Biomarker erzählen nur einen Teil der Geschichte.“
„Die Kombination mehrerer Signale liefert ein deutlich klareres Bild dessen, was in der Bauchspeicheldrüse geschieht“, sagte er.
Besonders profitieren könnten Menschen mit familiärer Vorbelastung, genetisch erhöhtem Risiko, Zysten der Bauchspeicheldrüse oder einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung.
Diese Patienten werden bereits heute regelmäßig untersucht. Die verfügbaren Methoden gelten jedoch oft als aufwendig, kostspielig und nur begrenzt geeignet, Krebs in einem sehr frühen Stadium zu erkennen.
„Je früher wir Bauchspeicheldrüsenkrebs entdecken, desto größer sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung“, betonte Goel.