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Neuer Bluttest erkennt Pankreaskrebs im Frühstadium

Gesundheit

Pankreaskrebs ist die Krebsart mit der geringsten Überlebenschance. Nur 14 Prozent der Betroffenen leben noch fünf Jahre nach der Diagnose. „Bauchspeicheldrüsenkrebs ist vor allem deshalb nach wie vor so tödlich, weil wir ihn erst entdecken, wenn sich das Zeitfenster für eine Heilung bereits zu schließen beginnt“, erklärt Ajay Goel vom Krebsforschungszentrum City of Hope in Kalifornien. Das Tückische: Der Krebs verursacht lange keine Symptome, sodass er meist erst diagnostiziert wird, wenn er bereits Metastasen gebildet hat und nur noch wenige Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen.

Kombination von Biomarkern

Um eine frühere Erkennung zu ermöglichen, haben Goel und sein Team einen Bluttest namens Panxeon entwickelt, der Tumoren der Bauchspeicheldrüse aufspüren soll, lange bevor sie sich bemerkbar machen oder streuen. Dazu misst der Test zum einen den Tumormarker CA19-9. Da dieser allein jedoch zu unspezifisch wäre, erfasst Panxeon zusätzlich zwei Arten von microRNA – kleine, nicht-kodierende RNA-Stückchen, die die Aktivität von Genen regulieren. Die untersuchte microRNA zirkuliert teils frei im Blut, teils in von Zellen abgesonderten Transportbläschen.

„Die meisten Biomarker geben nur einen Teil des Gesamtbildes wieder“, erklärt Goel. „Die Kombination mehrerer biologischer Signale verschafft uns ein klareres Bild davon, was in der Bauchspeicheldrüse vor sich gehen könnte.“ Die erfassten Messwerte werden anschließend mit künstlicher Intelligenz zu einem einzigen Wert verrechnet, anhand dessen sich das Risiko des Patienten abschätzen lässt.

87 Prozent der Frühstadien erkannt

Für die aktuelle Studie testeten Goel und seine Kollegen Panxeon an fast 1800 Patienten aus den USA, Europa und Asien. Dabei zeigte sich: Der Bluttest identifizierte Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium 1 und 2 in 87 Prozent der Fälle korrekt. In rund 64 Prozent der Fälle erkannte der Bluttest sogar eine Vorstufe von Pankreaskrebs, eine sogenannte hochgradige Dysplasie, bei der sich die Zellen der Bauchspeicheldrüse bereits krankhaft verändert haben. Dass er bei Gesunden fälschlicherweise anschlug, passierte in Niedrigrisikogruppen nur in drei Prozent der Fälle. Bei Hochrisikogruppen stieg die Falsch-positiv-Rate auf 16 Prozent.

„Für die Patienten bedeuten diese Ergebnisse einen Fortschritt auf dem Weg, Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkennen, bevor Symptome auftreten und solange noch mehr Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen“, sagt Goel. „Je früher wir Bauchspeicheldrüsenkrebs entdecken, desto größer ist die Chance, dass noch eine sinnvolle Intervention möglich ist.“

Aus Sicht des Forschers könnte der Bluttest, sofern er zugelassen wird, vor allem bei Risikopatienten zum Einsatz kommen, die beispielsweise eine familiäre Veranlagung für Pankreaskrebs haben oder unter einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse leiden. Diese Personen werden bisher oft mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall und MRT überwacht – doch diese Ansätze sind teuer und bei der Erkennung früher Stadien nur eingeschränkt hilfreich. Goel zufolge könnte der Bluttest diese Verfahren ergänzen und Personen identifizieren, bei denen weiterer Abklärungsbedarf besteht.

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