DAX +1,52 % 26.001,31 Pkt 17:30:14 MDAX +0,91 % 32.511,21 Pkt 17:30:14 Euro Stoxx 50 +1,08 % 6.426,50 Pkt 17:30:00 Dow Jones +1,52 % 53.004,14 Pkt 18:11:58 S&P 500 +1,95 % 7.582,70 Pkt 18:11:55 Nasdaq +2,95 % 25.862,31 Pkt 18:11:56 Nikkei -0,94 % 63.754,90 Pkt 08:45:03 Gold -0,37 % 4.091,90 USD 18:01:56 Silber -0,24 % 57,65 USD 18:01:43 Brent -4,78 % 83,73 USD 18:01:53 WTI -6,13 % 79,48 USD 18:01:59 Bitcoin +0,31 % 63.681,51 USD 18:11:56 EUR/USD -0,10 % 1,15130 USD 18:11:54 EUR/GBP +0,08 % 0,85670 GBP 18:11:59 EUR/CHF +0,44 % 0,93280 CHF 18:11:59 EUR/JPY -2,17 % 180,576 JPY 18:11:58

Neuer China-Schock: BDI warnt vor flächendeckender Belastung der deutschen Industrie

Welt

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) schlägt Alarm: Deutschland erlebt einen „China-Schock 2.0“, der die Industrie flächendeckend trifft. Ursachen sind Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen, durch staatliche Förderungen entstandene Überkapazitäten und Marktabschottungen. „Wir erleben einen China-Schock 2.0“, sagte BDI-Hauptgeschäftsführerin Tanja Gönner der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Er trifft nicht nur einzelne Branchen, sondern massiv die Industrie in der Breite.“ Gönners Warnung kommt nicht überraschend. Seit Jahren ist zu beobachten, wie China mit staatlich gestützter Industriepolitik systematisch Märkte erobert und Abhängigkeiten schafft. Jetzt zeigt sich die volle Wucht dieser Strategie. Herzbranchen der deutschen Industrie betroffen Besonders hart trifft es die klassischen Industriezweige Maschinenbau und Automobil. Zuletzt gab es reihenweise dramatische Horrormeldungen aus diesen Branchen: Werksschließungen, Stellenabbau und sinkende Marktanteile bei den deutschen Autobauern wie Volkswagen, Porsche oder BMW einerseits. Staatlich subventionierte Hersteller aus der Volksrepublik erobern andererseits mit Dumpingpreisen den europäischen Markt und setzen etablierte Anbieter unter Druck. Der Autobauer BYD ist dabei ein markantes Beispiel. Auch Energietechnik, Elektronik und Teile der Chemie stehen bereits unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Die Auswirkungen reichen weit über die großen Konzerne hinaus. Tausende mittelständische Zulieferer spüren die Folgen. Damit wird das eigentliche Rückgrat der deutschen Wirtschaft getroffen. Viele von ihnen sind hochspezialisiert und können den Preisdruck aus China kaum auffangen. Die Gefahr einer schleichenden Ausdünnung der industriellen Basis ist real. Europa muss sich endlich wehren Der BDI fordert daher mehr Durchsetzungskraft auf EU-Ebene. Europa müsse die regelbasierte Ordnung hochhalten und gleichzeitig Instrumente entwickeln, um sich wirksam zu wehren. Als positives Signal nennt der Verband das vorläufig in Kraft getretene Mercosur-Abkommen. Rund 60 Prozent des Welthandels liefen weiterhin nach den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO). Doch während der BDI warnt und konkrete Handlungsoptionen benennt, bleibt die deutsche und europäische Politik weitgehend tatenlos. Statt entschlossener Gegenmaßnahmen dominieren weiter Beschwichtigungen, langwierige Abstimmungsprozesse und mangelnde strategische Klarheit. Die Diskrepanz zwischen der Dringlichkeit der Lage und dem politischen Tempo könnte sich als teuer erweisen. Verbraucher sollten sich nicht täuschen lassen Verbraucher in Deutschland können von Chinas Marktoffensive zunächst profitieren. Günstigere Importe aus China können Preise für Elektroautos, Solarmodule oder Elektronikprodukte senken. Doch dieser kurzfristige Vorteil wird teuer erkauft. Denn für die deutschen Hersteller ergeben sich dadurch Preisdruck und empfindliche Margenverluste. Viele Unternehmen werden gezwungen sein, weiter zu sparen, Stellen abzubauen oder Produktionsanteile ins Ausland zu verlagern. Langfristig steht dadurch noch mehr auf dem Spiel: Wenn immer mehr ins Ausland verlagert wird und beispielsweise in China und den USA die KI-Innovationen stattfinden, dann sind ein schleichender Verlust technologischer Führerschaft in Schlüsselbranchen und die Erosion der industriellen Substanz in Deutschlands Industrie unausweichlich. Das riskiert Deutschlands Wohlstand massiv. Die deutsche industrielle Basis schützen Der BDI verlangt daher jetzt ein abgestimmtes Vorgehen von EU und Bundesregierung, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren und die Marktwirtschaft widerstandsfähiger zu machen. Es gehe aus BDI-Sicht nicht um Isolation, sondern um die Fähigkeit, faire Wettbewerbsbedingungen durchzusetzen und gleichzeitig die eigene industrielle Basis zu schützen. Wird es Deutschland gelingen, die eigene industrielle Basis zu schützen? Angesichts der innenpolitischen Schwäche und Konzeptlosigkeit der deutschen Wirtschaftspolitik ist das derzeit kaum zu erwarten. Selbst gut gemeinte staatliche Initiativen zum Ankurbeln des E-Auto-Kaufs führen in Deutschland mit Masse zum Kauf ausländischer Autos, wie NIUS berichtet hat.

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