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Neuer Industrieroboter baut exklusive Einzelstücke

Technologie

Eckhard Kukatsch ist Tischler in Breckerfeld und hat 22 Angestellte. Sie bauen Möbel und Inneneinrichtungen unter anderem für Kreuzfahrtschiffe. Er hat ein eigenes Fertighaus entwickelt, das aus Holzmodulen besteht. Jetzt hat er eine Software zur Robotersteuerung programmieren lassen. "Ich habe ganz großen Spaß daran, Neues auszuprobieren und Dinge zusammenzubringen, die nicht zusammenpassen", sagt der Babyboomer.

Praktiker können Einzelstücke vom Roboter fertigen lassen

Zunächst hatte er sich gefragt, wie man Industrieroboter sinnvoll im Handwerk einsetzen könnte. Normalerweise machen solche Maschinen immer die exakt gleichen Bewegungsabläufe. In der Massenfertigung am Fließband ist das sinnvoll, im Handwerk nicht. "Wie schaffen wir es, damit auch Kleinstserien bis hin zum Einzelstück herzustellen?", hatte sich Eckhard Kukatsch gefragt.

Sieben Jahre lang hat er seine Softwareentwickler daran programmieren lassen - jetzt sind sie fertig. Es sollte eine möglichst einfache, bildliche Software werden, die mit den Robotern aller Hersteller funktioniert. Bedienbar nicht von Programmierern, sondern von Praktikern.

Bedienung kinderleicht mit der Maus

Das funktioniert dann so. Der Benutzer klickt nacheinander zum Beispiel auf Befehle: "Nimm die Holzplatte vom Stapel, lege sie ab, lackiere sie mit roter Farbe und lege sie dann an die Säge". Der orange Roboter nimmt sich die oberste Holzplatte vom Stapel, legt sie wieder ab. Dann wechselt er sein Werkzeug und beginnt die Platte zu lackieren. Im Anschluss nimmt er sich wieder eine Holzplatte. Jetzt legt er sie aber auf den Millimeter genau in die Säge.

Wie die Platte liegt, wie hoch der Stapel ist, welche Wege der Roboter machen muss, berechnet die Software im Hintergrund mit Hilfe vieler Sensoren und Kameras selber. Nachdem der Auftrag abgearbeitet ist, gibt es in gleicher Weise den nächsten. Für solche Programmierungen ist bisher ein teurer Spezialist des Herstellers nötig. Eckhard Kukatsch ist zufrieden mit seiner neu entwickelten Software.

Forscher: Exklusive Produktion mit Robotern für Kleinserien große Chance

Michael Miro forscht am Lehrstuhl für Produktionssysteme der Ruhr-Uni Bochum an Robotern. Auch er glaubt, dass Roboter für die Kleinserie eine große Chance für Deutschland sein können. Denn auch andere Länder könnten weltweit mittlerweile Großserien in guter Qualität produzieren.

Auch der demografische Wandel ist ein Grund. Wenn es immer weniger Menschen gibt, die arbeiten können, dann könnten Roboter diese Lücken schließen. Das sei eine zusätzliche Möglichkeit der Wertschöpfung.

Kukatsch: Neue Software ist marktreif

Der Breckerfelder Unternehmer Eckhard Kukatsch hält seine Software für marktreif. Jetzt ist die Frage, ob der Markt auch reif für die Software und die Idee dahinter ist und ob jemand sie kauft.

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