Neuer KI-Laptop mit eigenem Chip im Anlager-Fokus
NVIDIA tritt erstmals mit eigenem Prozessor im Windows-Markt an
Leistungsvergleiche mit Apple stammen aus Unternehmenstests
Analysten stufen Aktie mehrheitlich mit Kaufen ein
Microsoft und NVIDIA haben in San Francisco den Surface Laptop vorgestellt, einen Personalcomputer für KI-Workloads. Angetrieben wird er vom RTX Spark, dem ersten eigenen Prozessor des Chipkonzerns für Windows-Rechner. Die NVIDIA-Aktie gibt im NASDAQ-Handel zeitweise um 0,26 Prozent nach auf 236,86 US-Dollar, während die Papiere von Microsoft um 0,25 Prozent zulegen auf 531,08 US-Dollar.
Das Gerät und seine Daten
Die Präsentation fand am Mittwoch statt. Der Laptop ist laut Microsoft ab 2.599,99 US-Dollar vorbestellbar und als 15-Zoll-Gerät ausgelegt. Die Top-Konfiguration bietet 128 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine KI-Rechenleistung von 1 Petaflop. Laut Microsoft-Fußnote beruht diese Angabe auf theoretischen FP4-Werten unter Nutzung von Sparsity.
NVIDIA zufolge sind die Geräte ab 16. Oktober erhältlich, kompakte Desktops folgen im November. Als Partner mit RTX-Spark-Systemen nennt der Konzern unter anderem Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo.
NVIDIA wagt den Schritt zur CPU
Der Chipkonzern NVIDIA liefert mit RTX Spark erstmals ein Arm-basiertes System aus CPU, GPU und gemeinsamem Speicher für Windows. Vorgestellt hatte NVIDIA die Plattform bereits Ende Mai. Jensen Huang sagte damals, man habe den Computer neu erfunden.
Gegenüber einem Vergleichsgerät von Apple verspricht der Laptop eine bis zu 4,3-mal schnellere Bild- und eine bis zu 6,2-mal schnellere Videogenerierung, wie MarketWatch erklärt. Notebookcheck weist jedoch darauf hin, dass es sich um vorläufige Unternehmenstests und nicht um unabhängige Benchmarks handelt. Das MacBook M5 Pro kostet in der Basisversion 2.599 US-Dollar.
Microsofts Agenten-Offensive
Microsoft koppelt den Start an Neuerungen für Windows 11. Die Execution Containers, die autonome KI-Agenten mit nicht vertrauenswürdigem Code in einer Sandbox ausführen, sind allgemein verfügbar. Copilot erhält Hybrid Intelligence, das Arbeitslasten zwischen Cloud und Gerät aufteilt, damit sensible Daten nicht in die Cloud wandern. Die Funktionen sollen in den kommenden Monaten schrittweise folgen.
"Wir integrieren diese grundlegenden Funktionen direkt in Windows, um Agenten zu sichern, zu überwachen und zu steuern", erklärte Davuluri in der entsprechenden Pressemitteilung. "Mit MXC, Microsoft Security und Agent 365 schöpfen wir das volle Potenzial von Agenten unter Windows aus."
Nadella griff dieses Thema in seinem Gespräch mit Huang erneut auf. "Wir mussten den Desktop zum sichersten Ort für die Ausführung von Aktionen durch unsere Agenten machen", sagte Nadella.
Was Anleger beachten
Der Schritt in den Windows-Markt ist für NVIDIA ein neues Geschäftsfeld, finanziell aber noch eine Randgröße. Die Bewertung der Aktie hängt weiter am Geschäft mit KI-Rechenzentren.
Für das PC-Geschäft zählen nun zwei Dinge: ob unabhängige Benchmarks die Werksangaben bestätigen und wie die Nachfrage nach dem Verkaufsstart ausfällt. Weitere Hinweise auf die Strategie könnte Jensen Huang am 21. Oktober in seiner Keynote auf der GTC Berlin geben.
Entscheidend wird, ob unabhängige Tests die Herstellerangaben stützen und wie schnell die Geräte nach dem Verkaufsstart Käufer finden. Neue Impulse könnte die GTC Berlin liefern, auf der Huang am 21. Oktober eine Keynote hält.
Evelyn Schmal, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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