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Neues EEG: Solaranlagen werden ab 2027 dauerhaft gedrosselt

Allgemein

Neues EEG

Einspeisung von Solaranlagen wird ab 2027 gedrosselt

Von Amy Walker

21.08.2026 - 13:28 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Bundesregierung hat ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz im Kabinett beschlossen. Dies sieht große Veränderungen für private Solarbesitzer vor.

Mit dem neuen Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) will die Bundesregierung den Ausbau der erneuerbaren Energien neu justieren. Dabei stand vor allem die Abschaffung der festen Einspeisevergütung für private Solaranlagen im Mittelpunkt der Berichterstattung. Neue Anlagen, die nach 2027 installiert werden, erhalten demnach keine 20-jährige Förderung mehr, sondern nur eine Übergangszahlung bis 2030. Danach müssen Haushalte ihren Solarstrom zu Marktpreisen verkaufen.

Doch es gibt auch noch eine weitere Änderung, die Privathaushalte kennen sollten. So sieht das neue EEG eine Drosselung der Einspeiseleistung von neuen Solaranlagen vor. Wer nach 2027 eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Dach installiert, darf nur 50 Prozent der technisch möglichen Menge ins öffentliche Netz einspeisen – und zwar zu jeder Zeit.

Neue Solaranlagen werden dauerhaft gedrosselt

Die Kappung betrifft nicht nur Solaranlagen, sondern alle Anlagen, die am "Verknüpfungspunkt" des Netzes angeschlossen sind. Heißt: Auch Heimspeicher oder Elektroautos dürfen nicht die volle Leistung in das öffentliche Netz speisen.

In der Branche der erneuerbaren Energien löst das Irritationen aus. Denn durch die intelligente Steuerung von Batterien und Elektroautos könnte der darin gespeicherte Strom zu Zeiten, in denen nur wenig Strom aus Erneuerbaren erzeugt werden kann, ins Netz gegeben werden. So kann im Sommer der zu Mittagszeiten erzeugte Solarstrom auch abends ins Netz gespeist werden – und die Notwendigkeit von teuren Gas- oder Kohlekraftwerken reduzieren. Insgesamt kann das auch einen Beitrag zur Senkung der Strompreise leisten.

Das wäre für neue Anlagen ab 2027 laut EEG nicht möglich, und zwar rund um die Uhr. Begründet wird das damit, dass so der Anreiz zum Einbau von Speichern gestärkt werden soll und damit, dass Stromnetze teilweise durch die hohe Produktion von Solarenergie im Frühjahr und Sommer überlastet werden. Das passiert aber in der Regel nicht abends oder nachts – in diesen Zeiten könnten intelligent gesteuerte Heimspeicher und Elektroautos den darin gespeicherten Strom an das öffentliche Netz verkaufen. Die Haushalte verdienen dann Geld mit Strom, den sie von der eigenen Solaranlage umsonst bekommen haben.

Das ist auch der eigentliche Sinn der Direktvermarktung, die ab 2030 laut neuem EEG verpflichtend werden soll. Doch durch die Drosselung der Anlagen wird dieses Geschäftsmodell ausgehebelt, die möglichen Erlöse sinken deutlich, wenn man nur 50 Prozent der Solarleistung einspeisen darf.

Energiebranche lehnt neues EEG ab

Der Branchenverband BDEW lehnt diese Neuerung in der EEG-Novelle deshalb auch ab. Die Regelung erschaffe auch keinen neuen Anreiz für den Einbau von Heimspeichern, heißt es in einer Stellungnahme des Verbands: "Diese Begründung zielt auf ein Problem, das in der Realität nicht existiert. Bereits jetzt zeigen die aktuellen Zubauzahlen von PV-Installationen, dass sie nahezu immer mit Speicher realisiert werden." Die Kappung auf 50 Prozent sollte daher nur für Haushalte gelten, die wirklich keinen Speicher haben und somit nicht netzdienlich und intelligent den Solarstrom steuern können.

Das sind die Top-Fragen des Tages:

Das Gesetz muss noch vom Bundestag final beschlossen werden, es ist also noch nichts in Stein gemeißelt. Sollte das EEG aber nicht nochmal verändert werden, dann würde das die Einspeisung von Solarstrom erheblich einschränken. Neben der Abschaffung der festen Einspeisevergütung soll ab 2029 außerdem eine neue Gebühr für PV-Anlagen eingeführt werden, die Erträge noch weiter schmälert.

Zu befürchten wäre, dass Eigentümer, die ab 2027 eine Solaranlage kaufen, Strom gar nicht mehr einspeisen, da es sich wirtschaftlich nicht lohnt. Damit profitieren Mieter und Haushalte, die keine Solaranlage kaufen können, seltener von dem günstigen Strom, der tagtäglich auf deutschen Dächern erzeugt wird.

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