DAX +0,41 % 26.440,31 Pkt 18:00:00 MDAX +0,40 % 32.464,39 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,09 % 6.539,59 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,07 % 53.732,41 Pkt 22:41:05 S&P 500 +0,48 % 7.785,76 Pkt 22:39:27 Nasdaq +0,53 % 26.729,16 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,59 % 68.713,80 Pkt 08:45:03 Gold +1,30 % 4.437,30 USD 23:00:00 Silber +0,18 % 65,11 USD 22:59:58 Brent 0,00 % 88,52 USD 22:59:58 WTI 0,00 % 82,40 USD 22:59:59 Bitcoin -0,05 % 62.994,67 USD 09:58:59 EUR/USD +0,37 % 1,15730 USD 23:29:57 EUR/GBP +0,11 % 0,85480 GBP 00:09:58 EUR/CHF +0,34 % 0,94060 CHF 23:29:57 EUR/JPY +0,38 % 184,365 JPY 23:29:57

Neues Giant Revolt Advanced SL 0 Race Gravelbike im ersten Test

Wirtschaft

Giant Revolt Advanced SL 0 – Infos und Preise Mit dem Revolt SL 0 präsentiert Giant zum ersten Mal ein Race-Gravel-Bike mit der hauseigenen höchsten Carbonqualität Advanced SL. Auch abseits dessen ist das Bike konsequent auf Racing getrimmt, vernachlässigt dabei aber keinesfalls den Komfort. Mit an Bord auch das neue Cadex GXR Wheel System mit echten High-Tech-Carbonlaufrädern und neuen Cadex-Reifen. Neues Aero Race Gravel Bike von Giant 288 Gramm leichter als das bisherige Advanced Pro 0 System 19 Watt weniger Gesamtwiderstand gegenüber dem Vorgänger Neues Aero-Cockpit mit 295 Gramm Gewicht Neues Cadex Max GXR WheelSystem mit nur 1.289 Gramm Reifenfreiheit bis 53 mm (700 c) Gewicht Komplettbike 7,24 kg (gewogen, Größe M) Gewicht Rahmen 839 g (Herstellerangabe) Gewicht Gabel 385 g (Herstellerangabe) Preise Giant Revolt Advanced SL 0 9.999 € Giant Revolt Advanced SL 1 7.499 € Giant Revolt Advanced SL 2 6.499 € Giant Revolt Advanced SL Frameset 3.999 € Was ist neu? Giant präsentiert mit dem Revolt Advanced SL sein bislang hochwertigstes Gravel-Race-Bike. Es baut auf der Revolt-Plattform auf und kombiniert ein sehr leichtes Carbon-Frameset mit einem konsequent als Gesamtsystem entwickelten Race-Aufbau. Statt nur Rahmen und Komponenten zusammenzustellen, wurde das Revolt Advanced SL nach Giants Total Speed System-Ansatz entwickelt. Rahmen, Gabel, einteiliges Aero-Cockpit, Laufräder und die Cadex GXR 45 mm-Reifen wurden gemeinsam entwickelt, getestet und abgestimmt. Gegenüber dem bisherigen Revolt Advanced Pro soll das komplette System 288 g leichter sein und knapp 19 Watt weniger Gesamtwiderstand erzeugen. Giant positioniert das Rad damit als eines der leichtesten und aerodynamisch effizientesten Gravel-Race-Bikes weltweit. In die Entwicklung flossen Rückmeldungen von Profifahrern wie Cole Paton und Brendan Johnston ein. Paton war dreimal in den Top 5 der Life Time Grand Prix-Gesamtwertung, Johnston ist zweifacher australischer Gravel-Meister. 2024 beendeten beide als erste Fahrer derselben Bikemarke die Life Time Grand Prix-Serie in den Top 5. Advanced SL Carbonqualität Das neue Revolt Advanced SL-Frameset soll laut Giant in Advanced SL-Composite-Bauweise lediglich 839 g wiegen und damit 151 g leichter sein als der Rahmen der Vorgängergeneration. Das Gewicht der Gabel sinkt von 395 g auf 385 g, insgesamt nennt Giant eine Ersparnis von 176 g. Möglich machen sollen das eine neue High-Modulus-Carbon-Harzformel mit Carbon-Nanotube-Technology (CNT) sowie die Cold-Blade-Cutting-Technologie, mit der sich überschüssiges Material einsparen lässt. Deutlich reduziertes Gewicht Auch Cockpit und Laufräder wurden auf geringeres Gewicht getrimmt. Das neue Contact SLR XR Cockpit soll nur 295 g auf die Waage bringen, als einteilige Lenker-Vorbau-Einheit den Frontbereich versteifen und vollständig integrierte Kabelführung für SRAM AXS und Shimano Di2 bieten. Am Topmodell Revolt Advanced SL 0 kommt zudem das Cadex Max GXR WheelSystem zum Einsatz. Es soll 1.280 g wiegen und damit 118 g gegenüber dem bisherigen Top-Laufradsatz einsparen, während Aerodynamik und Steifigkeit verbessert worden sein sollen. Trotz größerer Reifen mit 45 mm statt 40 mm soll das komplette Revolt Advanced SL 0 System damit 288 g leichter sein als das Revolt Advanced Pro 0. Das Steifigkeits-Gewichts-Verhältnis liegt laut Giant um 31 % höher als bei der Revolt Pro-Plattform. Aerodynamisch optimiertes Gesamtsystem Beim neuen Revolt Advanced SL stellt Giant die aerodynamische Effizienz des Gesamtsystems in den Fokus. Gerade bei Gravel-Rennen über fünf bis zehn Stunden Dauer und Geschwindigkeiten von 30 bis 45 km/h soll der reduzierte Aero-Widerstand deutlich spürbar Energie einsparen. Dafür nutzt Giant aero-optimierte Formen an Rahmen, Gabel und Cockpit. Die Rohrprofile wurden speziell für das Geschwindigkeitsfenster im Gravel-Racing entwickelt und im Windkanal getestet. Allein das Frameset soll den aerodynamischen Widerstand gegenüber der Vorgängergeneration um fast 4 Watt reduzieren. Das einteilige Contact SLR XR Integrated Cockpit soll durch den Wegfall der Lenker-Vorbau-Verbindung und die interne Kabelführung Verwirbelungen an der Front reduzieren. Die neuen Laufräder setzen zudem auf ein 50 mm hohes Felgenprofil, das gemeinsam mit den Cadex GXR 45 mm Reifen entwickelt wurde. Trotz 5 mm mehr Reifenbreite gegenüber dem bisherigen Cadex GX 40 mm Reifen soll der Cadex GXR 45 mm durch sein glatteres Profil einen vergleichbaren aerodynamischen Widerstand erreichen. Gleichzeitig nennt Giant einen um 3 Watt reduzierten Rollwiderstand. In der Realität soll das komplette System gegenüber dem bisherigen Revolt Advanced Pro damit rund 19 Watt Widerstand einsparen. Dieser Wert setzt sich aus knapp 14 Watt weniger linearem Luftwiderstand, 3 Watt geringerem Rollwiderstand und zusätzlichen Einsparungen durch den reduzierten rotierenden Luftwiderstand der Laufräder zusammen. Cadex Max GXR Wheelsystem Cadex stellt mit dem Max GXR Wheel System und dem passenden GXR Reifen ein neues System für den Gravel-Race-Einsatz vor. Es soll Aerodynamik, Steifigkeit, Schlagfestigkeit und agiles Handling auf schnellen, technischen Strecken verbinden. Das Gewicht liegt laut Cadex bei 1.320 g inklusive Felgenband und Ventilen. Das Laufradsystem setzt auf ein 50 mm hohes Carbon-Felgenprofil, Cadex Super Aero Carbon-Speichen und eine integrierte Nabenstruktur. Gegenüber dem Cadex AR 35 soll es insgesamt 4,61 Watt einsparen – 3,74 Watt durch geringeren aerodynamischen Luftwiderstand und 0,87 Watt durch reduzierten Rotationswiderstand. Die Hookless-Felge verfügt über eine Innenweite von 25 mm und ist auf großvolumige Gravel-Reifen mit niedrigeren Luftdrücken ausgelegt. Die Wide Guard Technology mit verstärkten 5 mm starken Felgenflanken soll Einschläge besser wegstecken und Plattfüße aufgrund von Durchschlägen reduzieren. Dazu kommen versteckte Titan-Nippel, das Giant-eigene Dynamic Balanced Lacing für optimale Speichenspannung sowie die Cadex R3-C60-Nabe mit 60-Zahn-Ratschenmechanismus. Gegenüber dem Cadex AR 35 soll die Antriebssteifigkeit am Hinterrad um 24,8 % steigen, das Verhältnis aus Antriebssteifigkeit zu Gewicht um 19,9 % verbessert worden sein. Auffällig ist das niedrige Gewicht der neuen Cadex-Reifen. Auf unserer Redaktionswaage konnten wir einen Wert von 473 und 475 Gramm ermitteln, was im Konkurrenzumfeld vergleichsweise leicht ist. So wiegt etwa ein Schwalbe G-One RS in gleicher Größe etwa 530 g und ein Continental Terra Competition ca. 538 g. Giant stellt mit dem Contact SLR XR ein voll integriertes Gravel-Cockpit für den Race-Einsatz vor. Der einteilige Carbon-Lenker mit integriertem Vorbau soll aerodynamische Effizienz, direktes Handling und Kontrolle auf schnellen, losen Untergründen verbinden. Im Vergleich zum Contact SLR XR D-Fuse Handlebar soll das neue Cockpit 8,5 % mehr Komfort bieten. Die Geometrie setzt auf 10,4° Flare und einen flachen 115 mm Drop. Die einteilige Carbon-Konstruktion kommt ohne Klebestellen aus und soll Steifigkeit, Stabilität und Haltbarkeit verbessern. Dazu kommen eine vollständig integrierte Kabelführung mit offenem Kanal an der Unterseite des Vorbaus, ein −8° Vorbauwinkel sowie ein leichter Flare für eine tiefe, effiziente Position und mehr Kontrolle im Gelände. Das Contact SLR XR Cockpit soll in der Größe 440 x 100 mm rund 305 g wiegen und ist mit Standard-Gabelschäften in 28,6 mm (1-1/8 inch) kompatibel. Ein Computermount ist serienmäßig im Lieferumfang. Das neue Cockpit ist ausschließlich für elektronische Schaltungen ausgelegt und nicht mit mechanischen Schaltungen kompatibel. Ausstattung: 3 Komplettbikes + Rahmenset Giant offeriert das neue Revolt SL 0 zum Marktstart in drei Komplett-Konfigurationen sowie als Rahmenset. Alle Modelle werden dabei mit dem High-End Advanced SL Rahmen und der SL Gabel aufgebaut. Das einteilige Giant Contact SLR XR D-Fuse Cockpit-System ist bei allen Varianten mit an Bord. So profitieren also alle Modelle von allen Neuerungen des Race-Gravel-Modells, lediglich die sündhaft teuren Max GXR Laufräder sind dem Top-Modell SL 0 vorbehalten. Unser Testrad Revolt SL 0 ist mit gewogen 7,24 kg superleicht, was neben der leichten SRAM Red XPLR-Gruppe mit 1×13 Gängen auch auf das Konto der exklusiven Cadex Max GXR Carbon-Laufräder (50-mm-Felgentiefe, 1.280 g Systemgewicht) geht. Sie sind nur bei diesem Modell serienmäßig in der Ausstattungsliste. Aber auch das Revolt Advanced SL 1 mit SRAM Force XPLR ist mit 7,65 kg (Herstellerangabe) noch ein echtes Leichtgewicht. Erstmals mit Race-Geometrie in 6 Größen Schon bei einem kurzen Blick in unser Geometrics-Tool mit Vergleich zum Vorgänger Giant Revolt wird klar, wohin die Reise beim neuen Giant Revolt Advanced SL 0 geht: Reach + 8 mm, Stack − 29 mm bei Rahmengröße M. Damit wird der Race-Anspruch nicht nur angedeutet, sondern glasklar umgesetzt. Mit diesen Werten sinkt das Stack-to-Reach-Verhältnis auf sehr sportliche 1,41 und wandert damit exakt auf den Wert des Straßenrenners Giant Propel SL. Auch im Vergleich zu den Mitbewerbern platziert sich das neue Revolt Advanced SL 0 sehr sportlich und ist einige Millimeter flacher und länger als etwa das ebenfalls neue S-Works Crux 5. Im Vergleich zum Vorgänger aus eigenem Hause verschwindet zudem der Flip Chip an der Hinterradaufnahme. Das neue Revolt Advanced SL 0 liegt mit einem Radstand von 1.033 mm zwischen den beim „normalen“ Revolt realisierbaren Werten. Die Kettenstreben sind trotz der 53 mm Reifenfreiheit nur 433 mm lang und damit nur 3 mm länger als bei der kurzen Einstellung mit Flip Chip. Aktuellen Trends folgt Giant in Sachen Sitzwinkel, der ist mit 74,5° ein Grad steiler als beim Vorgänger und bringt den Sattel damit deutlich näher in Richtung Tretlager. Der Wert entspricht exakt dem des neuen S-Works Crux. Insgesamt betrachtet begibt sich Giant damit deutlich in den Bereich aktueller Geometriewerte für Race-Gravel-Bikes und dürfte damit nicht nur die eigenen Teamfahrer begeistern. Wer es nicht so eilig hat, könnte aufgrund der aggressiven Geometrie erschrocken sein, aber das bisherige Giant Revolt bleibt ja weiterhin im Programm und bietet eine gute Alternative für weniger ambitionierte Gravel-Fans. Hier alle Geometrie-Werte im Detail: Giant Revolt Advanced SL 0 Sitzprobe Mit einer Körpergröße von 1,76 m und einer Schrittlänge von 85 cm ergibt sich für mich eine Überhöhung von 115 mm bei 10 mm verbauten Spacern (Achtung: Auf den Fotos sind 25 mm Spacer verbaut). Das ergibt in Verbindung mit dem – für Gravel-Maßstäbe – sehr langen Reach von 395 mm und dem Stack von 557 mm eine sehr sportliche Sitzposition, die damit aus meiner Sicht perfekt für die anvisierte Zielgruppe passt. Der Reach wird zwar durch eine „Vorbaulänge“ von nur 90 mm etwas entschärft, trotzdem ergibt sich auf dem Giant Revolt SL für mich eine fast schon rennradähnliche Sitzposition. Zum Vergleich: Auf einem Straßen-Race-Bike fahre ich für gewöhnlich eine Überhöhung von 125 – 130 mm und eine Vorbaulänge von 100 mm. Angenehm aus meiner Sicht ist der steile Sitzwinkel von 74,5 Grad. Er sorgt gerade bei langem Auszug der Sattelstütze dafür, dass man recht weit vorn in der Nähe des Tretlagers sitzt. Ein Trend, der aktuell überall im Rennsport zu beobachten ist und den Fahrer insgesamt etwas nach vorne rotiert. Kurzum, die Sitzposition auf dem neuen Revolt SL 0 ist sehr modern und sehr sportlich. Nicht ganz so modern wirkt das neue Cockpit. Es hat zum einen relativ wenig Flare und ist zum anderen mit einer gemessenen Breite von 39,5 cm von Mitte Rohr zu Mitte Rohr an der Montagestelle der Schalt-Bremsgriffe und 44 cm im Unterlenker deutlich auf der breiteren Seite. Wer schmälere Cockpits gewohnt ist, dürfte sich eventuell eine etwas schmalere Variante wünschen. Kommt man hingegen von einem 42er Lenker, dürfte das neue Giant Cockpit schon anders wirken. Zumal am Gravel Bike oft noch etwas breitere Cockpits bevorzugt werden. Für mich persönlich wäre die 2 cm schmalere Variante von Giant auf jeden Fall die stimmigere Wahl. Nicht nur wegen der besseren Aerodynamik. Giant Revolt Advanced SL 0 auf dem Kurs Was beim Giant Revolt SL 0 als Erstes auffällt, ist das geringe Gewicht – und hier im Besonderen das äußerst niedrige Gewicht der Laufräder und Reifen. Das macht sich nicht nur beim überaus spontanen Beschleunigen, sondern auch beim verspielten Handling bemerkbar. Das Giant Revolt SL 0 erinnert beim Losfahren klar an ein Rennrad. Der Vortrieb folgt unmittelbar und ohne Verzögerung dem Krafteinsatz auf den Pedalen. 7,2 kg und die federleichten Laufräder zu beschleunigen ist keine große Sache. Hier sind die Gewichte kleiner als bei vielen Rennrädern und das bleibt freilich nicht unbemerkt. Wer mit Gravel Bikes eine träge Beschleunigung und ein behäbiges Fahrgefühl assoziiert, sollte unbedingt einmal eine Probefahrt auf dem Revolt SL 0 unternehmen. Hier lassen sich ganz andere Eindrücke sammeln. Man versucht eher das Gefühl der Leichtigkeit mit dem visuellen Eindruck der breiten Reifen in Einklang zu bringen. Denn beim ersten Eindruck passt das nicht so recht. Wenn man vom Rennrad oder von einem Einsteiger-Gravel-Bike kommt, muss man sich erst daran gewöhnen, dass die 45 mm breiten Schlappen so wenig Einfluss auf das Fahrverhalten und die Beschleunigung haben. Doch auch versierte Gravel-Racer dürften in der Regel von den ersten Kilometern auf dem Revolt SL 0 beeindruckt sein. Denn es braucht nicht lange, um zu spüren, dass hier sehr vieles sehr gut zusammenpasst. Das niedrige Gewicht und die überaus sportliche Sitzposition unterstützen nämlich genau das, was das Giant Revolt SL 0 in erster Linie tun soll, nämlich schnell auf Schotterpisten und Offroad-Routen von A nach B zu brettern. Hier geht es nicht um Bikepacking, nicht um Adventure und auch nicht um epische Touren, sondern um Racing. Das Revolt SL 0 lädt ein zum Schnellfahren und es spornt einen permanent dazu an, das Tempo noch weiter zu erhöhen. Denn es kommt nichts, wodurch man sich eingebremst fühlt. Das Handling des Bikes ist hervorragend. Die spielerische Leichtigkeit, mit der es einlenken und geradezu intuitiv bewegen lässt, ist gepaart mit einer sehr hohen Lenkpräzision und einer vertrauenserweckenden Souveränität bei hohen Geschwindigkeiten und auf technisch schwierigem Geläuf. Das Revolt SL 0 schafft sehr schnell hohes Vertrauen und hält keine unangenehmen Überraschungen bereit. Vielmehr tut es genau das, was man von ihm erwartet. Viel Energie auf den Pedalen wird quasi verlustfrei in Vortrieb umgewandelt, das Revolt SL 0 wirkt unglaublich effektiv. Wirklich hervorragend dabei ist, mit wie viel Komfort es dabei aufwartet. Das beginnt bei den Reifen mit 45 mm Breite, die in Verbindung mit den recht breiten Felgen mit niedrigen Luftdrücken gefahren werden können, setzt sich über den Rahmen fort, der in Vertikalrichtung glücklicherweise nicht bocksteif wirkt, und wird am komfortablen Cockpit und der herausragenden Stoßdämpfung der Sattelstütze vollendet. Der Sitzkomfort am Revolt SL 0 ist auf höchstem Niveau und dürfte nur schwer zu toppen sein. Mitunter hat man das Gefühl, dass die Stütze in manchen Situationen minimal wippt – Hardcore-Racer könnten sich eventuell daran stören. Aber für 98 % der Nutzer dürfte die Sattelstütze erste Wahl sein. Apropos Reifen und Luftdruck. Ich bin mit 67 kg Lebengewicht am Vorderreifen bis hinunter zu 1,6 bar gefahren, obwohl Giant einen Mindestdruck von 1,7 bar vorschreibt. Damit kam es einige Male zu zum Teil harten Durchschlägen auf die Felge des Vorderrades, die allerdings mit Tubeless-Setup ohne jegliche Folgen blieben. Dennoch scheinen mir die 1,7 bar die wohl bessere und auf jeden Fall sicherere Version zu sein. Am Hinterrad erwiesen sich 1,8 bis 1,9 bar für mich als perfekt. Ich konnte das Giant Revolt SL 0 sowohl mit den serienmäßig montierten Cadex GXR Reifen als auch mit einer Kombi aus Schwalbe G-One Pro RS (hinten) und RX (vorne) fahren. Der auffälligste Unterschied zeigte sich dabei im Handling. Mit fast 100 g weniger Gewicht am Vorderrad ist das Handling wie oben beschrieben super agil und fast schon nervös, während sich mit dem schwereren RX von Schwalbe die Lenkung leicht verlangsamt. Immer noch sehr agil, aber deutlich gemäßigter. Das Mehrgewicht des RX kommt natürlich durch das wesentlich deutlicher ausgeprägte Profil, das bei nassem Untergrund naturgemäß mehr Grip verspricht. Im Trockenen präsentierten sich die Cadex GXR jedoch auf einem sehr hohen Niveau. Sowohl der Grip als auch der Rollwiderstand sollten sich auf ähnlichem Niveau wie bei den Klassenbesten mit ähnlicher Ausrichtung befinden. Was angesichts des wirklich niedrigen Gewichtes durchaus bemerkenswert ist. Auch auf Asphalt hinterließen die Cadex Reifen einen sehr soliden Eindruck. Dass die Reifenfreiheit mit 53 mm viel Luft nach oben lässt, ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, der spätestens dann zum Tragen kommt, wenn es auf anspruchsvolleres Geläuf mit Felsen und vielen harten Kanten geht. Auf typischen deutschen Schotterautobahnen ist man mit den 45 mm breiten Reifen bestens aufgestellt, aber es ist immer gut, weitere Optionen zu haben. Denn 50 mm breite Reifen können gerade auf technisch schwierigen Strecken Vorteile bieten. Soll ich an dieser Stelle noch etwas zur SRAM Red XPLR Gruppe berichten? Der Vollständigkeit halber ja. Schaltung und Bremsleistung sind auf höchstem Niveau, die Bedienung ist narrensicher. Die enorme Bremsleistung könnte höchstens echten Anfängern durch blockierende Räder gefährlich werden. Für geübte Fahrer lässt sich die Bremsleistung jedoch sehr fein dosieren. Dass ein 44er Kettenblatt an der Kurbel mit integriertem Powermeter montiert ist, kann man als Hinweis deuten. Dieses Bike richtet sich an ernsthafte Racer mit entsprechend Power in den Beinen und Ambitionen beim Bergabfahren. Passt. Die günstigeren Komplettbikes SL1 und SL2 haben übrigens ein etwas kleineres Kettenblatt mit 42 Zähnen an Bord. Kann ich bei so viel Lob auch etwas kritisieren? Sehr wenig. Einen stabilen Rahmenschutz am Unterrohr könnte man sich wünschen, aber der bringt auch ordentlich Gewicht mit. Gewicht, das man vorher mit sehr viel Aufwand und teuren Materialien eingespart hat. Die Breite des Cockpits habe ich weiter oben schon thematisiert. Ansonsten fällt mir nichts ein, vielmehr fällt mir auf, dass ich die zusätzliche Montagemöglichkeit auf der Unterseite des Oberrohres noch nicht erwähnt habe. Hier lässt sich zumindest bei den größeren Rahmengrößen eine dritte Trinkflasche unterbringen, oder ein Reparaturkit befestigen oder… Schaue ich mir den aufwendig gefertigten Rahmen und die leichten Komponenten an, komme ich sogar zum Schluss, dass die aufgerufenen 9.999 Euro geradezu günstig für dieses Bike sind. Vor allem wenn man die wirklich außergewöhnlichen Laufräder mit den einlaminierten Speichen mit in die Rechnung mit einbezieht. So etwas kostet von anderen Marken gerne allein mal ein halbes Vermögen. Freilich werden sich auch hier Kritiker finden, die Fragen zu Service und Haltbarkeit in den Vordergrund stellen, ob berechtigt oder nicht. Fakt ist freilich, dass die Cadex Laufräder einen großen Anteil zur begeisternden Performance des Gesamtpaketes beisteuern und dass sie obendrein auch noch unverschämt gut aussehen. Das ist uns aufgefallen Lackierung Mit durchscheinenden Carbonlagen und nur einer dünnen Klarlackschicht kombiniert mit weißen Flächen, kommt unser Testbike in einem sehr edlen Look daher. Rahmenschutz Giant schützt das Unterrohr ab Werk (nur) mit einer Klarsicht-Klebefolie. Diese ist jedoch sehr sauber aufgeklebt und macht einen robusten Eindruck. Die Kettenstrebe wird mit einer deutlich dickeren, schwarzen Klebefolie geschützt. Übersetzung Das Kettenblatt mit 44 Zähnen ist ambitioniert, aber eine gute Wahl für ernsthaftes Gravel Racing. Für wen? Für jeden, der ein echtes High-End-Race-Gravel-Bike ohne Kompromisse zum angemessenen Preis sucht. Für wen besser nicht? Wer gerne schnell auf Schotter und neben der Straße unterwegs ist, kann mit dem neuen Revolt SL 0 wenig falsch machen. Selbst das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wirklich ausgezeichnet. Fazit – Giant Revolt SL 0 Mit dem Revolt SL 0 präsentiert Giant ein hoch ambitioniertes Race Gravel Bike, das konsequent und kompromisslos zum Schnellfahren entwickelt wurde. Angesichts der Ausstattung mit höchster Carbonqualität an Rahmen und Gabel, feinster Komponenten und den super edlen Cadex Max GXR Laufrädern mit einlaminierten Speichen kommt unser Testbike auf ein äußerst niedriges Gewicht von lediglich 7,2 kg. Damit wirken die 9.999 aufgerufenen Euro schon auf dem Papier fast als Kampfpreis, auch wenn es natürlich viel Geld für ein Fahrrad ist. Hinzu kommt ein hervorragender Praxiseindruck. Die federleichten Laufräder sorgen für fast mühelose Beschleunigung und ein sehr agiles Handling. Gleichzeitig spendet das neue Revolt SL 0 versierten Piloten sofort Vertrauen und kann auf jedem Geläuf überzeugen. Als Bonus gibt es höchsten Komfort mit überragenden Federungseigenschaften am Sattel. Im Fazit ein echtes Traumbike für alle, die gerne ambitioniert auf Schotter unterwegs sind. Giant Revolt SL 0 – Pro / Contra Stärken Niedriges Gewicht Gutes Preis-Leistungs-Verhälnis Hoher Komfort Agiles Handling Schwächen Was sagt ihr zum neuen Race Gravel Bike von Giant? So haben wir das Giant Revolt SL 0 getestet Noch mehr Rennrad-Neuheiten auf Rennrad-News: Neues Canyon Aeroad CFR 2026: Mit Aero-Updates unter die 200-Watt-Mauer Neues Colnago TT2: Pogis Zeitfahrrad – leichter und mit neuem Fit Neues Eddy Merckx 525R: Schneller durch radikale Sitzposition Neues Bianchi Specialissima 2026: Mit weniger Gewicht zum Aero-Allrounder Canyon Endurace CF 2027: Carbon Endurance-Rennrad ab 1.700 Euro Neues Merida Reacto – erster Test: Nachgeschärfter Aero-Renner Neues Cannondale SuperSlice TT: Überarbeitete Zeitfahrmaschine Rose Shave – erster Test: Geschärftes Endurance-Rennrad Neues Ridley E-Noah 2026: Aero-E-Rennrad mit TQ HPR40

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