Neues Pfandsystem bei Kaufland und Lidl? Was Kunden jetzt wissen müssen
echo24 Verbraucher Neues Pfandsystem bei Kaufland und Lidl? Was Kunden jetzt wissen müssen Von: Juliane Reyle Uns auf Google folgen Bei Kaufland, Lidl und Co. steht eine Pfand-Revolution bevor: Bekannte Marken planen Pfand auf Gurken-, Senf- und Marmeladengläser. Was Kunden wissen müssen. Wer in einem deutschen Supermarkt einkauft, kennt Pfandflaschen und Getränkedosen längst auswendig. Doch schon bald könnte sich der Gang zum Pfandautomaten bei Kaufland, Lidl und Co. gewaltig ändern. Das System soll ausgeweitet werden, wie Chip.de berichtet. Eine große Allianz bekannter Lebensmittelmarken plant aktuell den nächsten Schritt im Umweltschutz. Statt wie bisher nur Getränkeverpackungen zurückzunehmen, geht es dieses Mal um ganz alltägliche Lebensmittel im Glas. Wer demnächst Gurken, Senf oder Soßen kauft, könnte an der Kasse also deutlich mehr bezahlen – bekommt das Geld aber später zurück. Pfand auf Gläser von Gurken, Senf und Marmelade soll kommen Unter der Initiative „Glas kann mehrWeg“ schließen sich insgesamt 24 große Hersteller zusammen. Mit dabei sind bekannte Marken, die in den Regalen von Kaufland, Lidl, Edeka oder Rewe stehen – darunter Carl Kühne, Feinkost Dittmann, Develey, Monin oder Andros. Das Ziel der Initiative ist es, Glasverpackungen für haltbare Lebensmittel von Einweg auf ein einheitliches Mehrwegsystem umzustellen. Organisiert wird das Ganze vom Berliner Anbieter Dotch, der die Rückgabe, Reinigung und Weiterleitung der Gläser übernimmt. Da Kaufland und Lidl zu den größten Supermärkten in Deutschland gehören, kann das neue Pfandsystem nur funktionieren, wenn die Handelsriesen mitspielen und das Mehrwegglas entsprechend annehmen. Pfandpreise im Überblick: So viel kostet der Glasaufschlag Für Verbraucher bedeutet die Neuerung primär eine Umstellung an der Kasse und im Alltag. Statt Gläser nach dem Verbrauch im Altglascontainer zu entsorgen, wandern viele davon künftig zurück in den Supermarkt. (Quellen: Chip.de, glaskannmehrweg.de) Wichtig für Kunden: Es handelt sich nicht um eine gesetzliche Pflicht für alle Hersteller. Das Pfandsystem basiert auf einer freiwilligen Initiative der Marken. Ob und wie schnell sich die Gläser bei Kaufland und Lidl durchsetzen, hängt davon ab, wie gut die Pfandautomaten die neuen Gebinde annehmen. Warum Einwegglas der Umwelt schadet und wie gut Mehrweg funktioniert Auch wenn Glas auf den ersten Blick nachhaltig wirkt, täuscht der Schein. Die Herstellung von Glas frisst viel Energie, da der Rohstoff bei extrem hohen Temperaturen geschmolzen werden muss. Mehrweggläser hingegen sparen laut der Initiative über ihre Lebensdauer rund 50 Prozent CO₂ und könnten jährlich bis zu 710.000 Tonnen Verpackungsmüll vermeiden. Ob sich das Pfand auf Gurkenglas und Co. im Alltag durchsetzt, entscheidet sich letztlich am Pfandautomaten. Wenn die Rückgabe so einfach klappt wie bei Bier- und Wasserflaschen, dürften Kunden von Kaufland, Lidl und anderen Händlern die neuen Gläser schon bald regelmäßig in den Händen halten. Pfand auf Gurken-, Senf- und Marmeladengläser ist wohl nur noch eine Frage der Zeit. Bei Kaufland gibt es bereits Pfand-Weinflaschen – doch die Sache hat einen Haken, wie echo24 berichtet. Außerdem können bereits einige Pflegeprodukte-Flaschen bei Kaufland in den Leergutautomaten. Der Schritt in Richtung Glas-Mehrweg ist also nicht nur gut denkbar, sondern eher längst überfällig. Auch beim traditionellen Selbereinmachen spielten ausgediente Gurkengläser schon früher eine große Rolle. Da sie ohnehin im Haushalt vorhanden waren, wurden sie als praktische und günstige Alternative zu teuren Einweckgläsern wiederverwendet. Voraussetzung dafür war lediglich, dass die Schraubdeckel noch einwandfrei schlossen und die Gläser vor dem Befüllen gründlich sterilisiert wurden.