DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin +0,21 % 64.443,67 USD 07:23:55 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

Neues Ranking: Das sind die Gewinner und Verlierer der Wirtschaftsprüfer

Wirtschaft

Düsseldorf. Die deutschen Wirtschaftsprüfer erwarten bis 2030 nur ein gedämpftes Wachstum ihrer Geschäfte. Schon im laufenden Jahr wird der Umsatz der Branche nur noch um 5,7 Prozent zulegen und damit den schwächsten Wert seit vier Jahren erreichen. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Marktforschers Lünendonk & Hossenfelder. Das Wachstum vieler Gesellschaften mit zweistelligen Zuwachsraten neigt sich damit dem Ende zu. Hintergrund ist die allgemeine schwache Wirtschaftsentwicklung, die vor allem die Managementberatungen der Prüfer trifft. Im Gegenzug profitieren die Gesellschaften von einem stabilen Geschäft mit Abschlussprüfung und Steuerberatung. 2025 kam die Branche in Deutschland auf einen Umsatz von 22,6 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 6,1 Prozent entspricht. Nächstes Jahr erwarten die Prüfer ein Plus von ebenfalls 6,1 Prozent und von 2028 bis 2030 von 5,7 Prozent. Die Marktforscher von Lünendonk & Hossenfelder sprechen von einer Normalisierung nach den Boomjahren von 2022 bis 2024. „Wirtschaftsprüfung bleibt ein robuster Markt“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Jörg Hossenfelder. Die Krise der deutschen Wirtschaft kommt mit Verzögerung bei den Prüfern an. Mit einer schnellen Besserung rechnet die Branche nicht. Deswegen bleiben die Firmen bei der Personalplanung vorsichtig. Bei den meisten Prüfungsgesellschaften ist die Belegschaft 2024/25 schon nicht mehr gewachsen, bei einigen Anbietern wie PwC und EY ist sie im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken. Jahrzehntelang verliefen Veränderungen beim Umsatz und Personal in der Branche weitgehend parallel. Nun erkennen die Marktforscher eine zunehmende Entkoppelung. „Es zeigt sich, dass die Prüfer mehr Umsatz mit weniger Personal machen können“, sagt Hossenfelder. Ob dies bereits durch neue Technologien wie den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) ermöglicht wird, ist offen. Andrea Bruckner, Co-Chefin der Prüfungsgesellschaft BDO, sagt: „Beim KI-Einsatz sind wir mitten in der Investitionsphase, die erwarteten Effizienzen werden später kommen.“ Umsatzzuwächse konnten alle großen Prüfungsgesellschaften verbuchen, allerdings unterschiedlich stark. Das führte auch zu Veränderungen im Branchenranking, das Lünendonk & Hossenfelder jährlich erstellt. Marktführer PwC verzeichnete mit 8,5 Prozent das stärkste Wachstum unter den „Big Four“, auf die etwa die Hälfte des gesamten Marktvolumens entfällt. EY legte nur um 2,4 Prozent zu und rutschte auf Platz vier des Rankings ab. Diesen Rang hatte lange Zeit Deloitte inne. Jetzt aber ist die Gesellschaft gleichauf mit KPMG auf Platz zwei. Beide kommen auf identisch hohe Umsätze. Auf ein Wachstum von mehr als zehn Prozent kommen mehrere Gesellschaften aus der „Verfolgergruppe“ der vier großen Prüfer. Dazu zählen BDO, Forvis Mazars, dhpg und RSM Ebner Stolz. Letztere haben ihre Position auf Platz fünf gefestigt und den Abstand zu BDO ausgebaut. In der Umfrage von Lünendonk & Hossenfelder unter mehr als 80 deutschen Prüfungsgesellschaften sticht ein Wert heraus: Zwei Drittel planen in den kommenden Jahren mit einem starken bis sehr starken Abbau bei den Einsteigerjobs, den sogenannten Junior Professionals. Traditionell stellen die Wirtschaftsprüfer sehr viele Absolventen ein, die dann zunächst die einfachen Aufgaben in der Prüfung von Unternehmensabschlüssen erledigen. Branchenexperten wie Kai-Uwe Marten von der Uni Ulm erwarten, dass diese Tätigkeiten nach und nach von KI übernommen werden. Dazu kommt: An gut ausgebildeten Wirtschaftsprüfern herrscht Mangel, der Beruf verliert an Attraktivität. Christoph Schenk, Leiter des Audit-Geschäfts bei Deloitte Deutschland, sagt: „Wir bremsen nicht bei Neueinstellungen und lassen uns dabei auch nicht von KI-Strategien leiten.“ Auch Forvis Mazars warnt davor, bei der Ausbildung des Nachwuchses nachzulassen. Bei vielen Kunden, gerade im Mittelstand, bleibe der Personaleinsatz in der Abschlussprüfung auf absehbare Zeit hoch – trotz Digitalisierung, sagt Deutschlandchef Christoph Regierer. Marktforscher Hossenfelder erwartet, dass mittelfristig weniger Junior Professionals gebraucht werden. Zugleich werde es einen harten Wettbewerb um erfahrene Senior-Manager geben, die mit den neuen Technologien wie KI umgehen können. Auch die klassischen Partnermodelle sieht er unter Druck – vor allem, wenn der Schritt zum Partner einer Prüfungsgesellschaft mit dem verpflichtenden Kauf von Unternehmensanteilen verbunden ist. Dies schrecke viele junge Leute ab. Darauf reagiert die Branche bereits: 61 Prozent der befragten Wirtschaftsprüfer planen mit flexiblen Beteiligungs- und Einstiegsmodellen.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren