Neues von Interpol und Dinosaur Jr. - sowie Karaoke mit Pulp
Dass man auf einem Album der New Yorker Combo Interpol um Paul Banks einmal Bongos hören wird, hätte man sich vor gut 30 Jahren auch nicht gedacht. Auf dem Song Wake Up wird man genau damit sowie einem "afrikanischen" Hi-Life-Gitarrenmotiv konfrontiert. Zwar hat Banks sein dunkel-düsteres Timbre auf den Spuren der Altvorderen, Ian Curtis und Joy Division, beibehalten. Allerdings geht die Band mit ihrem musikalischen Direktor David Kessler nun, wie etwa im Lied So Rides the Reindeer, oft auch in Richtung R.E.M.. Streicher, Glockenspiel, akustische Gitarren und Frauenstimmen sind ebenso zu hören wie eine verhallte Klavierballade namens Iron City. Es klingt trotz eines einfachen Fundaments mächtig opulent. Textlich ist man allerdings wertkonservativ ausgerichtet. Die Welt ist nicht gut aufgestellt: "This is not a show / This is how it goes / That man, his body's out there / Buried in the snow." Eine starke Ansage, an die sich alte Fans wohl erst gewöhnen müssen.