Neugebauer von kurioser Panne beim Stabhochsprung betroffen
Der Stabhochsprung im Zehnkampf der Leichtathletik-EM gerät zur Farce. Die Latte wird bei sieben Springern zu niedrig gelegt. "Wettbewerbsverzerrung", sagt der Bundestrainer. Nachsitzen für Leo Neugebauer: Grobe Pannen haben den Zehnkampf-Stabhochsprung bei der Leichtathletik-EM in Birmingham beeinflusst. Auf einer der beiden Anlagen war die Latte bei den Versuchen über 4,80 Meter nicht in der richtigen Höhe aufgelegt worden, sondern erneut bei 4,70 Meter. Erst nach einer Weile fiel der Irrtum auf, sieben Springer mussten noch einmal antreten, darunter der führende Weltmeister Neugebauer und der junge Deutsche Amadeus Gräber. "Bei den Witterungsbedingungen ist das natürlich fatal und eine absolute Wettkampfverzerrung meiner Meinung nach", sagte Bundestrainer Jörg Roos im ZDF. Zu diesem Zeitpunkt lief der Stabhochsprung bei Temperaturen über 30 Grad schon rund eine Stunde. Ex-Weltmeister Niklas Kaul, der auf Medaillenkurs lag, war nicht betroffen. Auch die weiteren Verfolger Neugebauers wie der Niederländer Jeff Tesselaar und der norwegische Vize-Europameister Sander Skotheim mussten nicht doppelt ran. Doch damit nicht genug: Bei den anschließenden drei Versuchen von Neugebauer über die "echten" 4,80 Meter war der individuelle Ständerabstand beim Führenden nicht richtig eingestellt. "Die Organisation ist eine absolute Katastrophe, so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte der frühere Zehnkampf-Weltrekordler Jürgen Hingsen dem SID. ZDF-Expertin Lisa Mayer sprach von einer "Witzveranstaltung". Nachdem Neugebauer alle Versuche über 4,80 Meter verfehlt hatte, legte er Einspruch ein und durfte unter Vorbehalt einen vierten Versuch springen. Der war erfolgreich – ob er am Ende gewertet wird, ist noch offen. Über 4,90 Meter sprang der Olympia-Zweite danach sogar direkt auf Anhieb, erst bei fünf Metern war Schluss. Empfehlungen der Redaktion Wenn die Kamera zu viel zeigt Schweizer Topfavoritin erlebt Sturzdrama über 800 Meter Leichtathletik-Ikone: "Das System stellt sich zu dumm an" "So etwas habe ich noch nie erlebt, das war verrückt", sagte Neugebauer nach dem Wettkampf. Es sei schwierig gewesen, bei all dem Durcheinander trotzdem noch fokussiert zu bleiben, um die Höhen zu schaffen. Bei einem der Versuche habe er sich zudem leicht an der Wade verletzt. "Alles, was ich jetzt tun kann, ist das beste daraus zu machen", blieb der 26-Jährige optimistisch. (SID/bearbeitet von jum)