New York City: Einsturzgefährdetes Hochhaus - Vorwürfe gegen Inspektionsfirma
Demnach handelt es sich ausgerechnet um eine Firma, die für die Inspektion von strukturellen Veränderungen am Standort verantwortlich ist – und offenbar auch zumindest einige davon genehmigt hat. Das Unternehmen Domani Inspection Services habe die Sicherheit von Bolzen oder Schweißnähten zertifiziert sowie die strukturelle Stabilität des ehrgeizigen Bauprojekts generell, heißt es in dem Bericht. Das Bürogebäude aus den Siebzigerjahren, einst Hauptsitz des Pharmakonzerns Pfizer, wird derzeit umgebaut, in dem Haus sollen Luxuswohnungen entstehen. Am Dienstag hatten sich zwei tragende Säulen des 37-stöckigen Hochhauses verformt, wegen Einsturzgefahr musste das Gebäude daraufhin geräumt werden, ebenso wie zwei Hotels, Diplomatenbüros und eine Schule mit Hunderten Schülern im Umkreis. Bis zum späten Abend gelang es den Behörden, das Hochhaus zu stabilisieren. Bewohnerinnen und Bewohner durften daraufhin in mehrere der sieben umliegenden Gebäude zurückkehren. Für vier Gebäude gilt aber weiter eine vollständige Evakuierungsanordnung, für ein fünftes eine teilweise. Ob das Wirken von Domani Inspection Services zum Versagen der Säulen beigetragen habe, sei unklar, schreibt die »New York Times« weiter. Allerdings habe die Firma in anderen Zusammenhängen immer wieder für Probleme gesorgt. So sei das Unternehmen wiederholt wegen fehlender Warnschilder bei anderen Bauprojekten gerügt worden. Betonwandabschnitt durchschlug Gebäudedach Auch habe die New Yorker Baubehörde die Firma von 2012 bis 2017 insgesamt dreimal eines Verstoßes beschuldigt, darunter die Durchführung nicht genehmigter Betonprüfungen sowie die Nichtmeldung eines Fassadeneinsturzes. Zwei der Fälle seien eingestellt, im dritten eine Geldstrafe von 1000 Dollar verhängt worden. 2019 schließlich habe sich aus dem 25. Stock eines Bauprojekts an der Upper East Side ein rund 1,80 Meter langer Betonwandabschnitt gelöst und das Dach eines benachbarten sechsstöckigen Gebäudes durchschlagen. In einer Wohnung in dem Haus seien erhebliche Schäden entstanden; ob Menschen zu Schaden kamen, sei unklar. Den Unterlagen zufolge sei das Unternehmen mit einer Geldstrafe von 12.500 Dollar belegt worden, schreibt die »New York Times« weiter. Zudem wurde dem Bericht zufolge nicht nur das Unternehmen bestraft worden sein, sondern auch einer seiner Prüfer. So habe dieser 12.500 Dollar zahlen sollen, weil er während der Inspektion eines Gebäudes eine Falschaussage gemacht habe. Allerdings die Strafe nie gezahlt worden. In einem weiteren Fall soll die Stadt dem Prüfer vorgeworfen haben, seine Aufgabe bei einem Gebäude in Lower Manhattan nicht erfüllt zu haben. Dieses sei schließlich als so instabil eingestuft worden, dass es abgerissen werden musste. In einer Erklärung des Unternehmens kam der Prüfer laut »New York Times« selbst zu Wort. Man prüfe weiterhin Unterlagen im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall, erklärte dieser. Derzeit sei es »unangemessen«, über die Ursache des Vorfalls zu spekulieren – oder ob »irgendein Inspektionsproblem dazu beigetragen habe«.