DAX +0,27 % 26.391,42 Pkt 18:00:00 MDAX -0,56 % 32.224,89 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,24 % 6.551,22 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,45 % 53.791,85 Pkt 22:41:12 S&P 500 -0,38 % 7.728,20 Pkt 22:34:05 Nasdaq -0,92 % 26.445,45 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,83 % 67.524,06 Pkt 08:30:01 Gold +1,66 % 4.455,70 USD 08:44:20 Silber +1,82 % 65,95 USD 08:44:33 Brent +0,63 % 89,47 USD 08:44:12 WTI +0,73 % 83,81 USD 08:44:31 Bitcoin +0,03 % 63.567,60 USD 08:54:26 EUR/USD -0,07 % 1,15380 USD 08:54:23 EUR/GBP -0,05 % 0,85410 GBP 08:54:33 EUR/CHF +0,14 % 0,93630 CHF 08:54:33 EUR/JPY +0,04 % 183,830 JPY 08:54:32

News: Friedrich Merz, Lars Klingbeil, BND, Mohsen Rezaee, Donald Trump, Sonnenfinsternis

Nation

Denkbar wäre auch eine Sabotageaktion gegen eine russische Drohnenfabrik. BND-Präsident Martin Jäger sagt, man müsse dem Gegner zeigen, »dass wir in der Lage sind, sehr ähnliche Dinge zu tun, damit auch die andere Seite den Schmerz spürt«. Neu erlaubt werden auch die Onlinedurchsuchung und der Abgleich von biometrischen Daten mit Ergebnissen aus dem Internet. Zugleich sollen die Dienste auch besser kontrolliert werden. Dennoch ist es der größte Zuwachs an Befugnissen für die deutschen Dienste seit Jahren. Zu einer CIA oder einem Mossad wird der BND damit noch lange nicht. Aber aus einem Dienst, der beobachtet, soll einer werden, der notfalls zurückschlägt. Mein Kollege Alexander Sarovic hat aufgeschrieben, was dieser Aufstieg bedeutet. Nachgiebigkeit dürfen die Amerikaner von Rezaee nicht erwarten. Über die Kontrolle der Straße von Hormus sagte er jüngst, sie sei »wichtiger als Dutzende Atombomben«. Damit läuft der Krieg auf eine einzige Frage zu: Wer hält wirtschaftlich und politisch mehr Schmerz aus? Wie ernst auch die USA das meinen, zeigte sich gestern vor Tagesanbruch. Ein US-Hubschrauber feuerte nach Recherchen des »Wall Street Journals« eine Rakete auf das Ruder eines Containerschiffs unter panamaischer Flagge, das die Blockade brechen wollte (mehr dazu hier). Alle 17 Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Im Juni starben bei einer solchen Operation drei indische Seeleute. Teheran hält mit jenem Druckmittel dagegen, das Trump innenpolitisch am unmittelbarsten trifft. Im November wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner den Kongress neu. Eine geschlossene Straße von Hormus ist für Trumps Republikaner wegen der hohen Energiepreise gefährlich. Dieser Krieg könnte aber auch enden, ohne wirklich zu enden: Trump könnte die Blockade lockern, Iran einen Schifffahrtskorridor öffnen, und beide Seiten könnten behaupten, den Gegner zum Einlenken gezwungen zu haben. Aber Iran könnte damit drohen, die Meerenge jederzeit wieder zu schließen – und die USA damit, ihr Militär einzusetzen. Die Gewalt wäre damit nicht überwunden, sie bliebe Teil einer neuen Ordnung. Mehr Hintergründe hier: Was der Aufstieg von Mohsen Rezaee für den Kriegsverlauf bedeutet Lesen Sie dazu auch den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel Iran hat den Krieg gewonnen. Der Westen muss daraus die richtigen Schlüsse ziehen: Donald Trump hat keine guten Optionen mehr gegenüber dem iranischen Regime. Es geht nur noch um Schadensbegrenzung – und um ein Signal an Wladimir Putin . Wer das Ereignis sehen will, braucht freie Sicht nach Nordwesten und eine Schutzbrille. Vielerorts geht die Sonne allerdings unter, bevor die Finsternis endet. Der Kernschatten zieht von der Arktis über Grönland und Island auf die Iberische Halbinsel und endet über den Balearen. Für Spanien ist es die erste totale Sonnenfinsternis seit 1905. Das Schauspiel hat auch Folgen für die Energieversorgung. Der europäische Netzverbund ENTSO-E hat eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Bei klarem Himmel könnte die Solarleistung in Europa zwischen 19.15 und 21.30 Uhr um bis zu 9,7 Gigawatt sinken. Deutschland und Spanien gehören zu den am stärksten betroffenen Netzgebieten. Ein Stromsystem mit hohem Solaranteil muss Schwankungen aushalten können. Die heutige Störung wird seit Jahrzehnten erwartet – Netzbetreiber rechnen deshalb mit einem stabilen Betrieb. Die Sonnenfinsternis, ganz oder teilweise, ist aber auch ein gemeinsamer Moment für Teile Europas. Millionen Menschen von Reykjavík bis Palma werden wohl am Abend für einen Moment in dieselbe Himmelsrichtung schauen. In der mondlosen Nacht darauf ziehen übrigens die Perseiden über den Himmel. Mehr Hintergründe hier: Wann und wo Sie die Sonnenfinsternis sehen können In diesen Widerspruch platzte Roman. Ein Reporter des öffentlich-rechtlichen Senders SRF sprach ihn an der Zürcher Bahnhofstrasse an, beim Paradeplatz, dem symbolischen Herzen des Finanzplatzes. Es sollte ein harmloses Gespräch über »das Leben« werden, doch der Mann mit Sonnenbrille, nach hinten gekämmtem Haar und einem strahlend weißen Lächeln erzählte in Schweiz-Denglisch von seinem Job: Er höre einen Podcast über »AI, Strait of Hormuz, private credit – everything that makes markets go around«, er sei ein »sales guy«, der für einen amerikanischen Vermögensverwalter ETFs vertreibe, und »chatty«, also redselig. Auf die Frage, wie viel er damit verdiene, antwortete er im Weggehen: »multiple hundert.« Gemeint waren offenbar mehrere Hunderttausend Franken im Jahr, weit außerhalb dessen, was die meisten Schweizerinnen und Schweizer verdienen. Der Clip traf einen Nerv: Der Interviewte verkörperte das Klischee einer abgehobenen Bankerklasse, von der die Schweizer wissen, dass es sie gibt, die den meisten aber fremd bleibt. Roman verletzte dabei eine ungeschriebene Schweizer Regel: Man darf sehr reich sein, solange man nicht darüber spricht. Er dagegen sprach unbekümmert, wirkte dabei abgehoben, etwas eitel und unfreiwillig komisch. Daraus machte Social Media, was es am besten kann: Aus ein paar Schnipseln von nicht einmal zwei Minuten Länge wurde eine öffentliche Demontage. Roman wurde zum »Wolf of Paradeplatz«, immer neue Videos persiflierten seinen Gang, seine Sonnenbrille, seine Socken und jedes einzelne englische Wort. Die Algorithmen auf TikTok und Instagram pushten die Story immer weiter. Fremde recherchierten seinen Arbeitgeber und seinen Lebenslauf und weitere Videos von ihm. Eine Influencerin veröffentlichte als Gag ein älteres Foto aus einer Bar, auf dem dieser Roman sie auf die Wange küsst. Schließlich war sein LinkedIn-Profil nicht mehr auffindbar. SRF schaltete die Kommentare ab. Der Reporter sagt heute, er hätte den Ausschnitt nicht isoliert veröffentlicht, wenn er die Folgen gekannt hätte. Aus einem vermeintlich lustigen Video wurde eine nationale Hetzjagd – die digitale Strafe stand in keinem Verhältnis zum Vergehen. Das darf einen durchaus nachdenklich machen.

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