DAX -0,22 % 25.099,00 Pkt 18:00:00 MDAX -0,05 % 31.965,53 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +1,14 % 6.280,94 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,52 % 51.947,25 Pkt 23:26:43 S&P 500 -1,16 % 7.411,98 Pkt 23:26:35 Nasdaq -2,78 % 24.975,82 Pkt 23:15:59 Nikkei -2,73 % 64.611,15 Pkt 08:45:03 Gold +0,08 % 4.070,80 USD 22:59:59 Silber +0,43 % 58,91 USD 22:59:55 Brent 0,00 % 96,78 USD 22:59:55 WTI 0,00 % 89,31 USD 22:59:59 Bitcoin -0,05 % 64.280,71 USD 08:19:27 EUR/USD -0,32 % 1,13750 USD 23:29:21 EUR/GBP 0,00 % 0,85320 GBP 06:49:20 EUR/CHF +0,06 % 0,92970 CHF 06:49:20 EUR/JPY +0,08 % 186,245 JPY 23:29:21

News: Friedrich Merz, Nina Warken, Donald Trump, Wolodymyr Selenskyj, Nigel Farage, Israel

Welt

Fridays for Future demonstriert heute bundesweit und fordert die Entlassung von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (mehr zu den Zweifeln am Gesetz hier ). Am Donnerstag versuchte Kanzler Merz in einer Regierungserklärung, die Reformfähigkeit der »politischen Mitte« zu beschwören: Ein Reformgefühl wie zu Schröders Zeiten hat das Land heute zwar noch kaum erfasst, aber immerhin ist nun sichtbar: Die Regierung kommt nach Monaten des Streitens ins Arbeiten – und verteilt die Kosten ihrer Kompromisse. Der deutsche Taurus reicht nur rund 500 Kilometer weit, der Tomahawk das Dreifache. Die USA haben im Irankrieg einen großen Teil ihres Arsenals verfeuert. Im Mai kündigte Trump an, die US-Präsenz in Deutschland zu verkleinern: Er strich die geplante Stationierung eines amerikanischen Tomahawk-Bataillons (mehr hier ). Nun soll Deutschland die Marschflugkörper immerhin selbst kaufen dürfen. Auch die Ukraine erhielt ein bedeutendes Zugeständnis: Sie erhält die Lizenz, Patriot-Abfangraketen zu produzieren. Diese benötigt sie dringend: Bei den letzten russischen Angriffen auf Kyjiw konnte keine einzige ballistische Rakete abgefangen werden. Zwar sind viele Fragen offen, und vermutlich würde es mindestens ein Jahr dauern, bis die Ukraine eigene Patriots hätte – und dennoch ist es eine bedeutende Nachricht. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte gestern Abend zudem an, dass sein Land in den kommenden Tagen wieder Patriot-Abfangraketen von den USA erhalten wird. Nachdem Trump den Nato-Gipfel in Ankara mit erneuten Annexionsdrohungen zu Grönland eröffnet hatte, sind das gute Nachrichten. Allerdings sollte niemand deshalb auf die Idee kommen, auf die USA unter Donald Trump wäre deshalb Verlass. Mehr Hintergründe hier: Wie schnell kann die Ukraine ihre Patriot-Raketenabwehr nun selbst bauen? Es gibt bei dem Vorhaben zwei Probleme. Erstens gibt es im Völkerrecht kein klar definiertes »Existenzrecht« von Staaten. Anerkannt sind ihre Souveränität, territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit. Existenzrecht ist ein politischer Begriff, kein juristischer – er wird in der Regel nur im Zusammenhang mit Israel benutzt: um zu markieren, dass das in der Region bedrohte Israel als Staat anerkannt und gegen seine Gegner unterstützt wird. Das zweite Problem ist, dass – selbst wenn es ein solches Existenzrecht für Staaten gäbe – unklar ist, warum ausgerechnet nur Israel ins deutsche Strafgesetzbuch geschrieben werden soll und kein anderer Staat der Welt. So dürfte künftig das Existenzrecht Kosovos, Taiwans, Chinas oder der Bundesrepublik bestritten werden, falls das jemand tun möchte. Es fällt unter die Meinungsfreiheit. Bei Israel hingegen gälte das nicht mehr. Die Initiatoren begründen dies mit der deutschen Verantwortung aus dem Holocaust. Es ist ein Konflikt zwischen Erinnerungspolitik und Verfassungsrecht. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags kommt in einem zwölfseitigen Gutachten zu erheblichen verfassungsrechtlichen Bedenken. Der Entwurf schaffe ein »Sonderrecht gegen eine konkrete Meinung«, das »grundsätzlich nicht mit der Meinungsfreiheit aus Art. 5 GG vereinbar« sei. Rechtfertigen ließe es sich nur, wenn eine eng begrenzte Ausnahme in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts auf diesen Fall übertragen werden könnte – das hält der Wissenschaftliche Dienst jedoch für schwer begründbar. Selbst bei Zustimmung im Bundesrat wird heute nichts strafbar. Der Entwurf würde erst in den Bundestag gehen, wo ein fast wortgleicher Unionsvorstoß 2023 im Rechtsausschuss scheiterte. Mehr Hintergrund: Linke macht Völkermordvorwurf gegen Israel zur Parteilinie …ist Count Binface, ein Mann mit einem Mülltonnendeckel auf dem Kopf. Er tritt bei der Nachwahl im englischen Clacton-on-Sea gegen den Rechtspopulisten Nigel Farage an – und er könnte sogar sein prominentester Widersacher werden. Der Chef von Reform UK gab am Dienstag seinen Sitz in Clacton auf, um sich neu bestätigen zu lassen – er steht wegen einer Fünf-Millionen-Pfund-Spende eines Kryptomilliardärs in der Kritik. Labour, Konservative, Liberaldemokraten und Grüne verzichteten allesamt auf einen eigenen Kandidaten, sie nannten das Ganze einen Zirkus. So steht Farage nun einer verkleideten Kunstfigur gegenüber. Hinter Count Binface steckt der Comedian Jon Harvey, der mit seiner Kunstfigur schon bei der Londoner Bürgermeisterwahl 2021 mehr als 24.000 Stimmen holte. Er gibt sich als 5900 Jahre alter intergalaktischer Krieger. Sein Programm: den Preis des 99-Flake-Soft-Ice auf 99 Pence begrenzen, den Videobeweis im Fußball abschaffen, Adele soll verstaatlicht werden. Für Clacton verspricht er, »mindestens ein bezahlbares Haus« zu bauen. Der Populist Farage, der gegen das Establishment wettert und auf einen Skandal mit einem PR-Stunt antwortet, ist in einer nicht ganz einfachen Situation: Er steht im Wahlkampf mit einer sprechenden Mülltonne. Nigel Farage legt Mandat nieder

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