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News zum Ukraine-Krieg | "Echter Krieg" - Kreml ändert Tonlage zum Konflikt

Welt

Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Kreml spricht erstmals von "echtem Krieg"

Aktualisiert am 05.07.2026 - 15:03 UhrLesedauer: 34 Min.

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Putin verkündet die Einnahme einer wichtigen Stadt. Und der Kreml verändert seine Sprachregelung zur Ukraine. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Sonntag, 5. Juli

Kreml: "Es herrscht Krieg"

Bislang bezeichnete der Kreml sein Vorgehen in der Ukraine als "militärische Spezialoperation". Nun ändert die russische Regierung ihre Tonart. Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Staatschefs Wladimir Putin, nannte das militärische Eingreifen jetzt erstmals Krieg. "Es herrscht Krieg, ein echter Krieg", sagte Peskow dem russischen Sender Vesti. "Wissen Sie, warum es ein Krieg ist? Weil alles als spezielle Militäroperation begann. Er dauert an, weil Kiew Berlin, Paris, Den Haag, Oslo und leider auch Washington hinter sich hat."

Die russische Armee war 2022 in der Ukraine einmarschiert. Zuletzt häuften sich aber Berichte über Desertationen und Widerstand in der russischen Truppe. So lehnten Moskaus Soldaten laut ukrainischen Angaben eine Stationierung auf kleinen Inseln im Delta des Dnipro-Flusses ab. Die französische Zeitung "Le Monde" zitierte am Wochenende aus Eingaben russischer Soldaten und Familien an die Regierung. In den von der Oppositions-Plattform "Echo" geleakten Briefen wird ebenfalls massenhaft von Desertationen berichtet.

Selenskyj lobt Erfolge der ukrainischen Marine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Marinestreitkräfte seines Landes für militärische Erfolge beim Kampf gegen Russland auf dem Schwarzen Meer gelobt. "Jedes reine Herz auf der Welt erwartet von der Ukraine nur eines - dass wir diese russischen Mistkerle besiegen", zitierte ihn die Agentur Unian aus einer Ansprache vor Marineoffizieren und Kadetten in der Hafenstadt Odessa.

Trotz geringer Mittel und fehlender Kriegsschiffe habe sich die Ukraine auf dem Schwarzen Meer behauptet. Dazu habe die ukrainische Marine gemeinsam mit anderen Teilen der Streitkräfte Außerordentliches geschafft. "Russland hat das Schwarze Meer verloren", behauptete Selenskyj. Mit zahlreichen Aktionen beweise die Ukraine, "dass das Schwarze Meer und das Asowsche Meer für Russland ganz sicher kein Ort der Ruhe sein werden".

Jetzt nimmt der Kreml die nächste Gruppe ins Visier

Bei der Rekrutierung neuer Soldaten für den Einsatz in der Ukraine wirbt Russland neuerdings offenbar gezielt Studierende an. Seit Anfang des Jahres laufe eine Kampagne zur Rekrutierung junger Menschen von Universitäten und Hochschulen, berichtet die britische BBC. Lesen Sie hier mehr dazu.

Peking: China und Russland halten im Juli gemeinsame Marineübung in Qingdao ab

China und Russland wollen nach Angaben aus Peking noch im Juli ihre jährlichen gemeinsamen Militärmanöver abhalten. Die Marineübung "Joint Sea-2026" werde in den "Gewässern und im Luftraum" vor Qingdao stattfinden, einem wichtigen Militärhafen und Badeort im Osten Chinas, teilte das Verteidigungsministerium in Peking am Sonntag mit. Anschließend würden "einige Einheiten" beider Seiten eine gemeinsame Seepatrouille in nicht näher genannten Gebieten des Pazifischen Ozeans ausführen.

Die Erklärung enthielt keine Einzelheiten zum Umfang der chinesisch-russischen Manöver. Diese zielten dem Ministerium zufolge darauf ab, "gemeinsam auf sicherheitspolitische Herausforderungen zu reagieren und den Frieden und die Stabilität in der Region zu wahren".

Krieg in der Ukraine: Die Nato dreht den Spieß um

Beim Nato-Gipfel in Ankara könnte das Bündnis der Ukraine ein starkes Signal senden. Russland ist geschwächt, die Probleme für Wladimir Putin wachsen. Trotzdem tut sich die Nato schwer. Lesen Sie hier mehr dazu.

Putin spricht mit Trump am Telefon

Kurz vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara hat Kremlchef Wladimir Putin russischen Angaben zufolge in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump über die Lage in der Ukraine gesprochen. Die beiden Präsidenten hätten mit Blick auf Trumps Teilnahme an dem am Dienstag und Mittwoch stattfindenden Gipfel "natürlich über die Frage einer Lösung in der Ukraine" gesprochen, sagte der Präsidentenberater Juri Uschakow laut Berichten der Nachrichtenagentur Ria Nowosti am Samstag.

Putin habe in dem Telefonat "die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld" in der Ukraine skizziert, "wo die russischen Streitkräfte selbstbewusst vorrücken", erklärte Uschakow. Trump und Putin hätten in dem 85-minütigen Gespräch auch Themen wie den Iran und die Golfregion erörtert, fügte er hinzu. Lesen Sie hier mehr dazu.

Ölterminal in St. Petersburg angegriffen

Russlands zweitgrößte Stadt St. Petersburg und die umliegende Region sind in der Nacht zum Samstag Ziel eines großen ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Dabei wurden nach russischen und ukrainischen Angaben ein Hafen sowie Ölinfrastruktur getroffen. Der Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Beglow, sprach von einem großangelegten Drohnenangriff auf die Millionenstadt.

Das Ölterminal der Stadt sei getroffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben. Der Gouverneur der umliegenden Region Leningrad, Alexander Drosdenko, teilte mit, eine Drohne habe den Hafen von Wyssozk getroffen. Er liegt rund 170 Kilometer nordwestlich von St. Petersburg. Über der Region Leningrad seien 72 Drohnen abgeschossen worden. Es gebe kleinere Schäden in mehreren Siedlungen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf der Plattform Telegram, die ukrainischen Streitkräfte hätten die Ölinfrastruktur des Hafens getroffen, über den Einnahmen für Russlands Krieg erzielt werden. Zudem sei Kronstadt getroffen worden, ein wichtiger militärischer Zielpunkt. Die Marinebasis liegt mehr als 850 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Von russischer Seite gab es zunächst keine Informationen über einen Angriff auf Kronstadt.

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Samstag, 4. Juli

Ukraine widerspricht Moskau: kein Verlust der Stadt Kostjantyniwka

Das ukrainische Militär hat der Behauptung Moskaus widersprochen, die Stadt Kostjantyniwka im Industriegebiet Donbass erobert zu haben. Im Morgenbericht des Generalstabs war die Rede davon, dass es in der Kleinstadt mit früher 67.000 Einwohnern weiterhin Gefechte gebe. Auch in Dörfern noch dichter an russischen Positionen wie Iwanopyllja werde noch gekämpft.

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