News zum Ukraine-Krieg: Kiew zerstört sechs SU-34-Bomber in Russland
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Ukraine zerstört sechs russische Kampfbomber mit einem Schlag
Satellitenbilder zeigen, wie Russland in Rekordzeit einen gigantischen Drohnen-Stützpunkt nahe der ukrainischen Grenze errichtet hat. Die Ukraine trifft einen russischen Stützpunkt. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Donnerstag, 15. Oktober
Gefahr vor Europas Küste: Der Krieg rückt näher – jetzt soll ein Nato-Kommando her
Vor Rumäniens Küste brennen regelmäßig Schiffe, Drohnen dringen in den Luftraum des Nato-Landes ein. Bukarest will deshalb ein gemeinsames Militärkommando im Schwarzen Meer. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.
Ukraine zerstört sechs russische Kampfbomber – mit einem Schlag
Mit einem einzigen Raketenschlag hat die ukrainische Marine nach eigenen Angaben sechs russische Kampfbomber des Typs Su-34M zerstört. Wie die ukrainische Marine am Donnerstag mitteilte, wurde in der Nacht zum 15. Oktober der Militärflugplatz Borissoglebsk in der russischen Region Woronesch mit dem Küstenraketensystem Neptun angegriffen. Dabei seien neben den sechs Flugzeugen auch Bodenausrüstung zur Unterstützung des Flugbetriebs vernichtet worden; sekundäre Detonationen und ein Brand auf dem Gelände seien dokumentiert worden.
Die Su-34M ist eine modernisierte Version des russischen Mehrzweck-Kampfbombers Su-34 und gilt als zentrales Mittel Moskaus für Gleitbombenangriffe auf ukrainische Frontstellungen und Städte nahe der Front. Eine unabhängige Bestätigung der Verluste liegt bislang nicht vor; Russland hat sich zu dem Vorfall bisher nicht geäußert. Die Kosten pro Flugzeug liegen geschätzt bei rund 45 Millionen Euro.
Russland baut neuen Drohnen-Stützpunkt nahe der Ukraine
Russland steht kurz vor der Fertigstellung eines großen neuen Stützpunkts für den Start von düsengetriebenen Drohnen in der südwestlichen Region Rostow nahe der ukrainischen Grenze. Dies geht aus einer Auswertung von Satellitenbildern durch die Nachrichtenagentur Reuters und Verteidigungsexperten hervor. Wo am 31. August noch ein unbebautes Feld war, steht inzwischen eine Anlage, die etwa 126 Fußballfelder groß ist, wie Aufnahmen der Satellitenbild-Dienstleister Planet Labs und Airbus zeigen. Die Bauzeit betrug lediglich sechs Wochen.
Selenskyj kündigt neue Angriffe auf russische Ölinfrastruktur an
Die Ukraine will ihre großangelegten Angriffe auf russische Ölraffinerien wieder aufnehmen. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Das Verbot, Raffinerien anzugreifen, ist aufgehoben. Damit ist Schluss", erklärte der ukrainische Präsident.
Als Grund nannte Selenskyj das für ihn schwindende Vertrauen in US-Präsident Donald Trump. Dieser habe den Zugang zu Starlink bewusst blockiert, die Maßnahme gegenüber Kiew jedoch als technische Störung dargestellt. Dies erschwerte sowohl Operationen an der Front als auch Angriffe auf russische Militärstellungen. Auch die ausgebliebenen Warnungen vor ballistischen Raketen, durch die Anfang der Woche sechs Menschen ums Leben kamen, habe Trump auf schlechtes Wetter zurückgeführt. Selenskyj widerspricht dieser Erklärung: "Es war kein technisches Problem, es war sein Wille", so Selenskyj.
Darüber hinaus kritisierte er Trumps Bestrebungen, ein Diesel-Abkommen mit Russland abzuschließen, sowie dessen positive Haltung gegenüber Wladimir Putin. Trump hege eine besondere Zuneigung gegenüber Autokraten und Superreichen, warf Selenskyj dem US-Präsidenten vor. Ein Ende der Angriffe auf die Energieinfrastruktur komme laut Selenskyj nur in Frage, wenn die Ukraine im Gegenzug weitere Patriot-Abfangraketen von den USA erhalte.
Ukraine soll russischen Militärflugplatz angegriffen haben
Die Ukraine soll in der Nacht zum Donnerstag einen russischen Militärflugplatz in der Region Woronesch mit Raketen angegriffen haben. Das berichtet die ukrainische Zeitung "Ukrajinska Prawda" unter Berufung auf Militärbeobachter. Demnach kam es auf dem Flugplatz Borisoglebsk zu mindestens einer heftigen Explosion und einem großen Brand. Videos in sozialen Netzwerken zeigen einen gewaltigen Feuerball.
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Auf dem Militärflugplatz werden unter anderem russische Kampfjets und Bomber der Typen Su-34 und Su-35 eingesetzt. Diese Flugzeuge nutzt Russland auch für Angriffe mit gelenkten Fliegerbomben auf die Ukraine. Zudem befinden sich dort Berichten zufolge Munitions- und Treibstofflager.
Der Gouverneur der Region Woronesch, Alexander Gussew, hatte zuvor vor Raketenangriffen gewarnt. Ob der Flugplatz tatsächlich getroffen wurde und welche Schäden entstanden sind, ist bislang nicht unabhängig bestätigt.
USA wollen beschlagnahmtes russisches Geld verwalten
Die USA haben vorgeschlagen, dass europäische Staaten einen Teil der nach Moskaus Angriff auf die Ukraine blockierten russischen Staatsvermögen freigeben und in ein von Washington beaufsichtigtes Instrument übertragen. Damit sollten Friedensgespräche wiederbelebt werden, berichtete die Zeitung "Financial Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
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Europäische Delegierte hätten den Plan zurückgewiesen, der von den US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, vorgelegt worden sei. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Mittwoch, 14. Oktober
Explosion auf Schiff in Rumänien – Drohnentreffer?
Nahe der Grenze zur Ukraine ist nach einer Explosion auf einem Handelsschiff in rumänischen Gewässern Feuer ausgebrochen. Ob ein Treffer durch eine Drohne die Ursache gewesen sei, sei noch unklar, sagte Verteidigungsminister Radu Miruta dem rumänischen Sender "Digi24". Die rumänische Luftabwehr habe auf ihrem Radar keine Drohne registriert, die sich auf dieses Schiff zubewegt habe. Das Schiff fahre nun zum rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta, wo eine Untersuchung zur Feststellung der Brandursache geplant sei.
Wie mehrere rumänische Medien berichteten, habe die Crew des unbeladenen Schiffs "Yara J" unter der Flagge der Komoren-Insel etwa 10 Seemeilen südöstlich der Hafenstadt Sulina an der Donaumündung einen Notruf abgesetzt. Wie Minister Miruta bestätigte, gelang es der Crew, vor Eintreffen der rumänischen Seeretter das Feuer selbst zu löschen. Von den 17 Seeleuten - Syrer, Inder und Iraner - sei niemand verletzt worden.