News zum Ukraine-Krieg: Nato-Land fordert nach Angriffen Verstärkung an
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Nach Angriffen vor Küste: Bulgarien fordert Nato-Verstärkung an
Bulgarien fordert zusätzlichen Schutz nach Vorfällen im Schwarzen Meer. Die Ukraine fliegt einen Angriff auf Sankt Petersburg. Alle Nachrichten im Newsblog.
Freitag, 16. Oktober
Nach Angriffen auf Schiffe: Bulgarien fordert Nato-Verstärkung an
Nach Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Mittelmeer hat Bulgarien Verstärkung der Nato angefordert. Verteidigungsminister Dimitar Stojanow erklärte, dass man Kampfflugzeuge und Seeüberwachungsflugzeuge, Luftverteidigungsraketensysteme. Anti-Drohnen-Systeme sowie zusätzliche alliierte Truppen und eine stärkere Nato-Präsenz benötige.
Zudem strebe man gemeinsam mit Rumänien eine koordinierte Reaktion an. Die Nato hat bisher nicht reagiert.
Zuvor waren die innerhalb von etwa zwölf Stunden zwei Tanker nahe der rumänischen Schwarzmeerküste von Drohnen getroffen worden.
Drohnenangriff: Sankt Petersburg schließt Flughafen
Wegen eines Drohnenangriffs hat der Flughafen der russischen Millionenstadt Sankt Petersburg den Betrieb eingestellt. Auf der Webseite "Flightradar24" ist zu sehen, dass mehrere Flugzeuge, die eigentlich in Putins Heimatstadt an der Ostsee landen sollten, Warteschleifen im Luftraum östlich der Metropole fliegen und nicht landen können.
Wie unter anderem die Analysten des "Faytuks Network" auf X berichten, hat Finnland den Luftverkehr über dem östlichen Golf von Finnland eingeschränkt. Eine offizielle Bestätigung des Angriffs oder möglicher Schäden steht derzeit noch aus.
Trump über ukrainische Angriffe: Eine Schande
US-Präsident Donald Trump hat die Wiederaufnahme der ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien scharf kritisiert. "Ich halte das für eine Schande", sagte Trump am Donnerstag dem Sender Newsmax. Durch die Attacken würden die weltweiten Energiepreise in die Höhe getrieben.
Trump bekräftigte seine Kritik am ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und warf ihm vor, er zeige weniger Verhandlungsbereitschaft als Kremlchef Wladimir Putin. Der Krieg müsse bald enden, betonte Trump. "Ich glaube, eigentlich möchten beide, dass er endet", fügte er hinzu. "Aber ich finde, dass der Umgang mit Selenskyj schwieriger ist als der mit Putin."
Steckt Putin hinter Vorfall in Lettland?
Bewaffnete Männer sind auf Nato-Gebiet in Lettland eingedrungen. Die Armee spricht von einer hybriden Bedrohung. Was hat Russland damit zu tun? Lesen Sie hier mehr dazu.
Russische Industrieanlagen in Rostow brennen
Ukrainische Drohnen haben nach Angaben des Gouverneurs der südrussischen Region Rostow, Juri Sljussar, dortige Industrie- und Lageranlagen getroffen und einen Brand ausgelöst. Bei dem Angriff sei ein Mann verletzt worden, schreibt Sljussar im Onlinedienst Telegram.
Kiew nach Angriff ohne Strom
Nach einem russischen Angriff sind Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und ihrem Umland ohne Strom. Moskau habe ein Objekt der kritischen Energieinfrastruktur attackiert, teilte das ukrainische Energieministerium mit. In Teilen der Stadt und der Region Kiew seien Verbraucher in der Folge ohne Stromversorgung. Mit der Wiederherstellung werde begonnen, wenn die Sicherheitslage es zulasse. In der Hauptstadt, ihrem Umland und weiteren Regionen des Landes war Drohnenalarm ausgelöst worden.
Durch die Schäden an einer Energieanlage in der Region Kiew sei der Wasserdruck in mehreren Stadtteilen niedrig, schrieb Hauptstadtbürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. Zudem seien Drohnentrümmer auf das Grundstück eines Privathauses gestürzt. Im Erdgeschoss des Hauses brach demnach ein Feuer aus.
Donnerstag, 15. Oktober
Russische Drohnen treffen Tanker vor Nato-Staat – Seeleute vermisst
Bei einem Drohnenangriff vor der rumänischen Schwarzmeerküste sind zwei Chemikalientanker in Brand geraten. Sieben Seeleute werden vermisst, wie die rumänischen Behörden am Donnerstag mitteilten. Einem Nato-Militärvertreter zufolge stammten die Drohnen aus Russland. Der rumänische Präsident Nicusor Dan bestätigte die Drohnenangriffe, vermied es jedoch, Russland direkt als Verantwortlichen zu benennen. Die beiden Schiffe ankerten nahe der Mündung des Sulina-Kanals, einer für die Ukraine wichtigen Exportroute über die Donau. Eines der Schiffe befand sich in rumänischen Hoheitsgewässern, das andere knapp außerhalb.
In den vergangenen zehn Tagen wurden mindestens fünf weitere Frachtschiffe nahe der Küsten der Nato-Mitglieder Rumänien und Bulgarien getroffen. Nach Angaben örtlicher Behörden gelten mindestens 23 Seeleute als vermisst oder tot. "Die Lage im Schwarzen Meer ist ernst", sagte Präsident Dan. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte nach einem Treffen mit Dan und dem bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radew, das Bündnis werde seine Abschreckungs- und Verteidigungsposition bei Bedarf anpassen.
Wegen der wiederholten russischen Angriffe auf die ukrainischen Schwarzmeerhäfen ist Kiew zunehmend auf die Donauhäfen und Schifffahrtsrouten nahe der Küsten Rumäniens und Bulgariens angewiesen. Die zunehmenden Angriffe auf Handelsschiffe schüren Sorgen über die Getreideexporte aus der Region. Die rumänische Außenministerin Oana Toiu bezeichnete das Schwarze Meer kürzlich als "das derzeit tödlichste Meer, was die Zahl der Opfer unter Seeleuten in den letzten Monaten angeht". Dem bulgarischen Ministerpräsidenten Radew zufolge wollen die EU-Staats- und Regierungschefs über ein mögliches Moratorium für Angriffe auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer beraten.