News zum USA-Iran-Konflikt: Feuerpause nach Eskalation
Startseite Politik USA-Iran-Konflikt: Kehrtwende im Hormus-Streit? Neue Verhandlungen in Katar geplant Von: Felix Busjaeger Uns auf Google folgen USA und der Iran beschießen sich erneut – jetzt stehen neue Verhandlungen in Katar im Raum. Das Abkommen ist brüchig und die Straße von Hormus weiter umkämpft. Teheran/Washington, DC – Knapp zwei Wochen nach Unterzeichnung eines Rahmenabkommens haben sich die USA und der Iran erneut gegenseitig angegriffen. Nun haben sie sich auf eine vorläufige Feuerpause geeinigt. „Beide Seiten werden vorerst von weiteren Maßnahmen absehen“, hieß es aus informierten Kreisen in Washington gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Schiffe könnten sich in der Straße von Hormus wieder frei bewegen, während technische Gespräche zur Umsetzung des Rahmenabkommens fortgesetzt werden sollen. Laut CNN und dem US-Portal Axios sollen die Verhandlungen am Dienstag in der katarischen Hauptstadt Doha wieder aufgenommen werden. Eine offizielle Bestätigung stand zunächst aus. USA-Iran-Konflikt verschärft sich: Neue Verhandlungen in Katar Auslöser der jüngsten Eskalation war ein iranischer Drohnenangriff auf einen unter panamaischer Flagge fahrenden Öltanker in der Straße von Hormus am Samstag. Das US-Regionalkommando Centcom reagierte in der Nacht zum Sonntag mit einer zweiten Angriffswelle auf iranische Ziele. Die iranischen Revolutionsgarden antworteten ihrerseits mit Raketen und Drohnen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain. Bahrain sprach von einer „gefährlichen Eskalation“. US-Präsident Donald Trump drohte auf seiner Social-Media-Plattform: „Wenn das passiert, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren!“ Im Kern des Streits steht die Frage, wer die Kontrolle über die Straße von Hormus ausübt. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Sonntag in Bagdad, die Meerenge werde „innerhalb der kommenden 30 Tage wieder vollständig unter die Verwaltung des Iran gestellt“. Teheran besteht darauf, dass Schiffe eine Route entlang der iranischen Küste nehmen – und warnte vor der Nutzung einer von den USA unterstützten Alternativroute nahe der Küsten Omans und der Vereinigten Arabischen Emirate. Dem iranischen Staatsfernsehen zufolge erfordert eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus weiterhin eine Abstimmung mit den Revolutionsgarden. Trotz der Eskalation passierte das Containerschiff „Galapagos“ der Reederei CMA CGM die Meerenge. Iran-News: Innenpolitische Druck in Teheran wächst – Klerus gegen Verhandlungen Fachleute sehen in der Unschärfe des Abkommens zwischen den USA und dem Iran einen strukturellen Grund für den Konflikt. Das Rahmenabkommen habe „bewusst auf flexible Formulierungen gesetzt, weil dies wahrscheinlich der einzige Weg war, sie zum Abschluss zu bringen“, sagte Nicole Grajewski von der Pariser Elitehochschule Sciences Po der New York Times. Genau diese Unschärfe führe nun dazu, dass beide Seiten versuchten, vor Ort Fakten zu ihren Gunsten zu schaffen. Ali Vaez von der Denkfabrik International Crisis Group ergänzte gegenüber dem Wall Street Journal: „Der Iran hat wenig Interesse daran, zuzusehen, wie sein politischer Hebel mit jedem Schiff, das in omanische Gewässer umgeleitet wird, schwindet.“ Im Iran selbst wächst der innenpolitische Druck gegen eine Fortsetzung der Verhandlungen. Die theologischen Zentren der Pilgerstadt Ghom, eine der einflussreichsten Institutionen der Islamischen Republik seit der Revolution von 1979, forderten laut Spiegel in einer Erklärung Präsident, Sicherheitsrat und das Verhandlungsteam auf, die Gespräche im Falle eines erneuten Vertragsbruchs der USA umgehend zu beenden. Der Appell wurde vom staatlichen Sender Irib verbreitet. Medien, die den Revolutionsgarden nahestehen, halten weitere Gespräche bereits jetzt für kaum noch vertretbar. Mehdi Fazaeili, ein Vertreter aus dem Umfeld des obersten Führers Ali Chamenei, erklärte im Staatsfernsehen, Iran habe die für Sonntag geplanten technischen Gespräche mit den USA abgesagt. Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon belastet USA-Iran-Abkommen Auch der Nebenkonflikt im Libanon belastet das Abkommen zwischen der Regierung von Donald Trump und Teheran. Die israelische Armee zerstörte nach eigenen Angaben im Südlibanon einen mehr als 200 Meter langen und über 25 Meter tiefen Tunnel der Hisbollah, in dem Hunderte Waffen sowie Abschussschächte für Angriffe auf Israel gelagert gewesen sein sollen. Zudem tötete das israelische Militär nach eigenen Angaben bewaffnete Hisbollah-Kämpfer und zerstörte eine Raketenabschussrampe. Der iranische Außenminister Araghtschi bekräftigte, der israelische Abzug aus dem Libanon und die Einstellung der dortigen Angriffe seien Teil des Abkommens mit den USA – es liege in Washingtons Verantwortung, seinen Verbündeten zu stoppen. Israel ist jedoch keine Partei des Abkommens. Die Hisbollah lehnt das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon ab und verweigert ihre Entwaffnung. (Quellen: dpa, afp, Spiegel, New York Times, Axios) (fbu)