Newsblog Ukraine-Krieg: Moskau greift Kiew massiv mit Jet-Drohnen an
Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Russland greift Kiew stundenlang mit Raketen und Drohnen an
Russland greift Kiew massiv an. Trump spricht mit Putin. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Freitag, 28. August
Stundenlanger russischer Luftangriff erschüttert Kiew
Russland hat Kiew am Donnerstag über viele Stunden hinweg mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. Explosionen und Flugabwehrfeuer waren nach Angaben des "Kyiv Independent" vom frühen Morgen bis in den Abend zu hören. Mindestens vier Menschen wurden verletzt. Trümmer beschädigten unter anderem zwei Schulen, eine Sportanlage und ein Wohnhaus.
Bei den Angriffen setzte Russland auch strahlgetriebene Drohnen auf Basis des iranischen Shahed-Modells ein. Sie sind deutlich schneller als herkömmliche Drohnen und stellen die ukrainische Flugabwehr vor große Probleme. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden landesweit sieben ballistische Raketen, ein Onyx-Flugkörper, drei Banderol-Marschflugkörper sowie 222 Drohnen abgefangen. Auch aus Odessa und Saporischschja wurden Explosionen gemeldet.
Russland soll Indonesier rekrutieren
Der ukrainische Auslandsgeheimdienst SZRU hat nach eigenen Angaben Beweise dafür erhalten, dass Russland gezielt Bürger Indonesiens für den Krieg gegen die Ukraine anwirbt. Das teilte der Dienst über seinen Telegram-Kanal mit, wie die ukrainische Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet.
Der SZRU erklärte, dem Dienst lägen Dokumente zu mindestens acht indonesischen Staatsbürgern vor, die rekrutiert worden seien.
Nach Angaben des Geheimdienstes geht Russland dabei nach einem bereits erprobten Muster vor: Ausländern werde eine hohe Bezahlung, angeblich ungefährliche Tätigkeiten abseits der Kampfhandlungen, eine beschleunigte russische Staatsbürgerschaft sowie diverse soziale Vergünstigungen in Aussicht gestellt.
Drohnen sollen Wohnhaus auf der Krim getroffen haben
In Sewastopol, auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim, haben Drohnen nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden Öldepots sowie ein fünfstöckiges Wohnhaus getroffen. Dies melden russische Nachrichtenagenturen
Donnerstag, 27. August
Cherson: Gouverneur ruft zu Evakuierung auf
Angesichts der zunehmenden russischen Angriffe auf Cherson haben die Behörden die Einwohner der südukrainischen Stadt zur Evakuierung aufgerufen. "Ich wende mich erneut an die Einwohner von Cherson, insbesondere an Familien mit Kindern und ältere Menschen: Wenn Sie die Möglichkeit haben (...), bitte verlassen Sie die Stadt", schrieb der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Aufgrund der russischen Angriffe bestehe die Gefahr, dass die Strom- und Wärmeversorgung in der Stadt für längere Zeit ausfallen könnte.
Prokudin sprach von einer "äußerst schwierigen Sicherheitslage" in Cherson. Russland intensiviere "täglich seine Angriffe auf die kritische Infrastruktur in der Region". In der Nacht zum Donnerstag habe die russische Armee "erneut das Fernwärmekraftwerk von Cherson mit Gleitbomben angegriffen". Die Anlage sei dabei stark beschädigt worden.
"Cherson könnte ohne Strom und Heizung dastehen, und zwar nicht nur für einige Stunden oder Tage, sondern für einen langen Zeitraum", warnte der Gouverneur.
Trump: Putin "wird kein Nato-Gebiet angreifen"
US-Präsident Donald Trump hat Medienberichte über mögliche Angriffspläne auf Nato-Territorium zurückgewiesen. Er habe gute Gespräche mit Kremlchef Wladimir Putin geführt, sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus. "Er wird kein Nato-Gebiet angreifen."
Hintergrund der Äußerungen ist eine Reise von CIA-Chef John Ratcliffe nach Moskau am Dienstag, bei der er die russische Führung US-Medienberichten zufolge vor Angriffen auf Nato-Staaten gewarnt haben soll. Demnach hätten Einschätzungen des US-Geheimdienstes darauf hingedeutet, dass Moskau versuchen könnte, das Verteidigungsbündnis auf die Probe zu stellen. Der Kreml tat dies als "realitätsfern" ab.
Auf die Berichte zu den möglichen russischen Angriffsplänen angesprochen, sagte Trump, er wolle sich dazu "nicht äußern". "Aber sie werden nicht angreifen", fügte er hinzu. Bereits am Mittwoch hatte Trump erklärt, dass Ratcliffes Reise nichts mit russischen Drohungen gegen Nato-Staaten zu tun gehabt habe. Er deutete stattdessen an, dass der Besuch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stand.
Russischer Offizier offenbar bei Autoexplosion getötet
Bei der Explosion eines Autos in Sankt Petersburg ist einem Medienbericht zufolge ein russischer Offizier getötet worden. Bei dem Todesopfer handele es sich um einen Oberstleutnant, berichtet die russische Online-Zeitung "Fontanka". Seine Ehefrau, die sich ebenfalls in dem Fahrzeug befunden habe, sei verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden.
Das russische Ermittlungskomitee teilt mit, es habe nach dem Brand eines Autos ein Strafverfahren eingeleitet. Die Behörde bestätigt den Tod einer Person und die Verletzung einer weiteren, macht jedoch keine Angaben dazu, ob es sich bei dem Todesopfer um einen Soldaten handelte. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.