Nicht nur Perseiden: Diese sechs Meteorschauer leuchten im Sommer 2026 am Nachthimmel
Zwischen Mitte Juli und Ende August kreuzt die Erde gleich mehrere Trümmerfelder von Kometen und Asteroiden. Das US-Portal Space.com weist darauf hin, dass im Schatten der allseits bekannten Perseiden sechs weitere Meteorschauer existieren. Für Himmelsbeobachter:innen im deutschsprachigen Raum lohnt sich dabei ein differenzierter Blick, denn nicht alle dieser astronomischen Ereignisse sind von Mitteleuropa aus gut sichtbar. Meteorschauer entstehen grundsätzlich immer dann, wenn unser Planet auf seiner Umlaufbahn um die Sonne die feinen Staubspuren früherer Himmelskörper durchquert. Sobald diese winzigen Partikel mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringen, verglühen sie und erzeugen die charakteristischen Leuchtspuren am Firmament. Die Perseiden stellen dabei den dichtesten Teilchenstrom in den Sommermonaten dar. Mit einer beeindruckenden Fallrate von durchschnittlich 50 Meteoren pro Stunde ziehen sie naturgemäß die meiste mediale Aufmerksamkeit auf sich. Die kleineren Asteroidenfelder bieten zwar eine deutlich geringere Quantität, punkten dafür aber mit variierenden Geschwindigkeiten und ungewöhnlichen Farbspektren. Für Beobachter:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist vorwiegend der Meteorschauer der Kappa-Cygniden interessant, der sein Maximum am 17. August erreicht. Der sogenannte Radiant dieses Stroms im Sternbild Schwan liegt am europäischen Nachthimmel im August nahezu senkrecht im Zenit. Als Radiant bezeichnen Astronom:innen dabei jenen perspektivischen Punkt am Firmament, von dem aus alle Sternschnuppen eines bestimmten Schauers ihren optischen Ursprung zu nehmen scheinen. Da dieser Punkt bei den Kappa-Cygniden direkt über den Köpfen der Mitteleuropäer:innen steht, bieten sich hier optimale Sichtbedingungen. Die Fallrate dieses Schauers ist mit rund vier Meteoriten pro Stunde zwar recht gering, was eine erhebliche Geduld erfordert. Allerdings bringen die Kappa-Cygniden häufig langsame und leuchtende Feuerkugeln hervor, die gerade für Astrofotograf:innen ein extrem lohnendes Ziel darstellen. Deutlich schwieriger gestaltet sich die Sichtung des stärksten Juli-Meteorschauers, der Delta-Aquariiden, dessen Höhepunkt auf den 29. Juli fällt. Unter idealen Bedingungen liefert dieser Strom beachtliche 20 bis 30 Meteore pro Stunde. In diesem Jahr fällt das Maximum jedoch exakt mit dem Vollmond zusammen, was den Himmel so stark aufhellt, dass die zumeist ohnehin lichtschwachen Meteore kaum auszumachen sein werden. Ein ähnliches Schicksal ereilt die Alpha-Capricorniden am 31. Juli, die eigentlich für ihre spektakulären gelben Boliden bekannt sind. Auch bei diesem astronomischen Ereignis überstrahlt der zu 93 Prozent beleuchtete Mond die ohnehin geringe Zahl von lediglich fünf Sternschnuppen pro Stunde fast vollständig. Die Piscis-Austriniden, im Deutschen auch Südliche Fische genannt, können Leser:innen im deutschsprachigen Raum fast gänzlich ignorieren. Obwohl sie theoretisch bis zu acht Meteore pro Stunde hervorbringen, steigt der Punkt am Himmel, von dem die Sternschnuppen auszugehen scheinen, in mitteleuropäischen Breitengraden kaum über den Horizont, was eine Sichtung nahezu unmöglich macht. Etwas besser verhält es sich bei den Iota-Aquariiden, die am 6. August kulminieren, aber ebenfalls nur etwa sechs Meteore pro Stunde liefern. Hier stört immerhin nur noch ein abnehmender Halbmond, dennoch bleibt die Ausbeute für den enormen zeitlichen Aufwand in der zweiten Nachthälfte sehr bescheiden. Wer sich auf die Jagd nach den Feuerkugeln der kleineren Meteorschauer begeben möchte, profitiert von moderner Technik und passenden Smartphone-Anwendungen. Nutzer:innen können mit den Astrofotografie-Modi aktueller Flaggschiff-Geräte durchaus gute Ergebnisse erzielen, wenn sie diese auf einem stabilen Stativ montieren und entsprechend lange Belichtungszeiten wählen. Zur genauen Lokalisierung der jeweiligen Sternbilder am dunklen Nachthimmel empfehlen sich Augmented-Reality-Anwendungen für das Smartphone. Entsprechende Planetarium-Apps helfen dabei, die Kamera exakt auf die Sternbilder Schwan oder Steinbock auszurichten, erfordern aber für detaillierte astronomische Kataloge oft ein kostenpflichtiges Abonnement. Abschließend bleibt festzuhalten, dass das bekannte Spektakel rund um den 13. August aufgrund seiner enormen Fallrate auch in diesem Sommer die sicherste Bank für Beobachter:innen bleibt. Das Maximum der Perseiden fällt in diesem Jahr passenderweise exakt auf einen Neumond, was den Himmel optimal abdunkelt und selbst schwache Sternschnuppen deutlich sichtbar macht. Die kleineren Meteorschauer bilden daher eher ein Nischenprogramm für geduldige Enthusiast:innen, die gezielt das Ungewöhnliche suchen. Wer allerdings die nötige Zeit investiert und eine Vorliebe für anspruchsvolle fotografische Herausforderungen mitbringt, könnte mit der Aufnahme einer seltenen Feuerkugel belohnt werden.