DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,96 % 52.361,58 Pkt 21:20:01 S&P 500 +0,17 % 7.676,77 Pkt 21:20:01 Nasdaq +0,62 % 26.169,38 Pkt 21:28:50 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold +0,45 % 4.025,80 USD 21:18:41 Silber -0,01 % 53,95 USD 21:18:01 Brent -1,23 % 110,33 USD 21:18:30 WTI -1,77 % 101,44 USD 21:18:50 Bitcoin -0,42 % 79.690,27 USD 21:28:51 EUR/USD -0,38 % 1,11780 USD 21:28:45 EUR/GBP +0,05 % 0,83750 GBP 21:28:52 EUR/CHF +0,54 % 0,92500 CHF 21:28:53 EUR/JPY +0,24 % 176,018 JPY 21:28:54

„Nicht sicher“: Bedenklicher Trend bei Grundschülern breitet sich aus

Technologie

Startseite

Panorama

„Nicht sicher“: Bedenklicher Trend bei Grundschülern breitet sich aus

Von: Jana Stäbener

Uns auf Google folgen

Für mehr Sicherheit statten viele Eltern ihre Kinder mit Smartwatches aus. Doch die Geräte bergen einige Risiken, warnt das BSI.

Frankfurt – Smartwatches und smarte Gadgets am Körper liegen im Trend. Auch immer mehr Eltern kaufen ihren Grundschulkindern die Geräte, um ihren Nachwuchs im Alltag zu orten und zu erreichen. Doch eine Untersuchung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt: Die vermeintlichen Sicherheitsgaranten am Handgelenk weisen teilweise erhebliche IT-Sicherheitsmängel auf und können selbst zum Risiko für Kinder werden.

Laut einer Bitkom-Umfrage besitzen bereits 15 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen in Deutschland eine eigene Smartwatch. Viele Eltern greifen zu den Uhren, um den Schulweg abzusichern oder die Erreichbarkeit ohne ein Smartphone zu gewährleisten. „Kinder und Jugendliche sind aber eine besonders vulnerable Gruppe“, betont Lars Bartsch, Referatsleiter Technischer Verbraucherschutz beim BSI gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Umso wichtiger sei es, dass diese Geräte höchste Sicherheitsstandards erfüllten. „Es muss Steuerungsmöglichkeiten geben, die diese Produkte von normalen Erwachsenen-Smartwatches unterscheiden.“

Smartwatches bei Kindern: Kein getestetes Modell vollkommen sicher

Für seine Analyse hat das BSI den Markt gesichtet und per Zufallsauswahl drei Geräte aus verschiedenen Preissegmenten ausgewählt. Das Ergebnis der Prüfung ist ernüchternd: Bei keinem der untersuchten Produkte war eine sichere Standardkonfiguration vollständig umgesetzt. Bei allen drei untersuchten Produkten zeigten sich Defizite bei der sicheren Außerbetriebnahme.

Insbesondere die Löschung personenbezogener Daten und die Rücksetzung auf einen sicheren Ausgangszustand sollten zuverlässig möglich sein, heißt es vom BSI. „Wenn eine Kinder-Smartwatch verloren geht und eine fremde Person ohne Zugangsbeschränkung die Daten abrufen kann, dann ist das sehr bedenklich. Dann können unter Umständen ganze Bewegungsprofile des Kindes der letzten Tage oder Monate in falsche Hände geraten. Das möchte man gerade bei Kindern absolut nicht“, sagt Bartsch der Frankfurter Rundschau.

Nur bei einer der untersuchten Uhren gab der Hersteller an, wie lange Sicherheitsupdates bereitgestellt werden. Bei einer fehlten kindersichere Grundeinstellungen, wodurch ein Kind sich über das Pulldown-Menü mit einem unsicheren WLAN‑Netzwerk hätte verbinden können, wodurch die Smartwatch potenziellen Angreifern ausgesetzt gewesen wäre. Hier drohe die Gefahr, dass Unbefugte Zugriff auf Mikrofone, Kameras oder die Standortdaten der Kinder erhalten.

BSI-Experte nennt „Worst-Case-Szenario“ bei Smartwatches für Kinder

„Der Worst-Case ist, dass sich in einer Kommunikation zwischen Kind und Eltern ein Angreifer dazwischenschaltet – ein Man-in-the-Middle“, warnt der BSI-Experte. „Das wäre ein riesiges Problem. Damit könnte das Kind Nachrichten von einer fremden Person erhalten, die sich zum Beispiel als Elternteil ausgibt.“

Dies sei bei zwei Uhren ein umsetzbares Szenario gewesen. Hier waren die Kommunikationskanäle teilweise unverschlüsselt und es wurden Daten wie Videos, Text oder Fotos vermittelt. Abgefangene HTTP-Nachrichten enthielten zudem Informationen über nahegelegene WLAN-Zugangspunkte, anhand derer ein Angreifer den Aufenthaltsort des Kindes eingrenzen könnte.

„Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit“ bei Smartwatches

„Wir gehen immer mit einer gewissen Erwartung an solche Analysen heran. Uns war klar, dass es bei den untersuchten Smartwatches auch Funktionen gibt, die nicht sicher sind. Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit. Sicherheit ist ein Prozess, kein Zustand“, sagt Bartsch der Frankfurter Rundschau. „Deswegen sind wir sehr daran gelegen, mit den Herstellern zu kooperieren.“ Der Wunsch sei, dass die Hersteller reagieren, wenn das BSI etwas findet. „Aktuell befinden wir uns mit den Herstellern der untersuchten Geräte im Dialog“, sagt der Verbraucherschützer.

Neben den IT-Gefahren verweist das Bundesamt auf den rechtlichen und ethischen Rahmen. Den Standort eines Kindes dauerhaft zu verfolgen und es zu überwachen, bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen elterlicher Fürsorge und dem Recht des Kindes auf Privatsphäre nach Artikel 16 der UN-Kinderrechtskonvention.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren