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„Nicht verstanden, wie Kriege funktionieren“

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Ex-Pentagon-Beraterin rechnet mit Trump ab: „Hat nicht verstanden, wie Kriege funktionieren“

Von: Lukas Richter

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Eine Expertin wirft Trump drei schwere Fehler im Iran-Krieg vor.

Washington – Donald Trumps Krieg gegen Iran dauert inzwischen sechs Monate – und aus Sicht einer früheren Pentagon-Beraterin zeigt der Konflikt vor allem eines: Der US-Präsident habe grundlegend missverstanden, wie Kriege funktionieren. Statt klarer politischer Ziele habe Washington militärische Gewalt immer wieder selbst zur Strategie gemacht.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Jasmine El-Gamal, frühere Nahost-Analystin im Pentagon, wirft Trump in einer Analyse für die britische Zeitung iPaper eine schwere Fehlkalkulation vor. „Trump hat grundlegend nicht verstanden, wie Kriege funktionieren“, schreibt El-Gamal. Er habe sowohl den Überlebenswillen der iranischen Führung als auch deren Fähigkeit zur Vergeltung unterschätzt.

In dieser Woche griffen die USA und Iran erneut gegenseitig Ziele an. Am vergangenen Wochenende attackierte Teheran zudem US-Stützpunkte.

Ex-Pentagon-Beraterin rechnet mit Trumps Iran-Kurs ab

Für El-Gamal zeigt die anhaltende Eskalation, wie weit sich Trump von seinem ursprünglichen Versprechen entfernt habe, Kriege zu beenden oder ganz zu vermeiden. Zugleich erwägt der US‑Präsident, einem Bericht des Newsportals „Axios“ zufolge, regelmäßige Angriffe auf iranische Radarstellungen, Luftabwehr und Anti-Schiffs-Raketen rund um die Straße von Hormus.

Die jüngsten Angriffe auf US-Stützpunkte könnten Trump demnach dazu bewegen, den Einsatzbefehl zu erteilen. Das steht nach El-Gamals Darstellung im Kontrast zum jüngsten Versuch der Regierung, Iran mit verschärften Sanktionen zum Einlenken zu zwingen. Finanzminister Scott Bessent hatte dafür erst vor wenigen Wochen einen „wirtschaftlichen D-Day“ angekündigt.

Drei Fehler, die Trump laut El-Gamal wiederholt

Aus ihren Jahren im US-Verteidigungsministerium leitet El-Gamal drei Lehren ab. Erstens müsse militärische Macht einer politischen Strategie dienen. „Militärische Macht ist ein Werkzeug politischer Strategie, kein Ersatz für sie“, schreibt sie.

Trump habe seine Ziele jedoch mehrfach verändert: von einem möglichen Regimewechsel über Irans Raketenprogramm und Marine bis zurück zum Atomprogramm und zu wirtschaftlichem Druck. Zeitweise sei dadurch die militärische Reaktion selbst zum politischen Kurs geworden.

Zweitens müsse eine Regierung auf Folgen vorbereitet sein, die sie nicht kontrollieren könne. El-Gamal verweist dabei auf den früheren US-Verteidigungsminister Robert Gates. Dieser hatte bereits 2014 vor den schwer vorhersehbaren Folgen eines Angriffs auf den Iran und der Gefahr eines größeren regionalen Krieges gewarnt.

Trump habe der amerikanischen Öffentlichkeit keinen monatelangen Krieg angekündigt und Warnungen von Verbündeten am Golf nicht ausreichend berücksichtigt, schreibt El-Gamal. Zugleich habe Washington unterschätzt, mit welchen Mitteln Iran Druck ausüben könne – etwa über Stellvertreter oder Schifffahrtswege. Auch zivile Infrastruktur und Energieanlagen in den Golfstaaten könnten bedroht werden.

Wann ist der „Sieg“ erreicht?

Den dritten Fehler sieht El-Gamal darin, dass Trump zu Beginn des Krieges keinen klaren Maßstab für einen Sieg festgelegt habe. Ein Regimewechsel lasse sich nicht allein mit Luftangriffen und einer Seeblockade erzwingen. Auch das Ziel der Abschreckung sei fraglich, wenn Teheran daraus den Schluss ziehe, den Preis für die USA und ihre Partner weiter erhöhen zu müssen.

Eine Rückkehr Irans an den Verhandlungstisch zu amerikanischen Bedingungen hält El-Gamal kurzfristig ebenfalls für unwahrscheinlich. Staaten würden unter maximalem Druck und bei existenzieller Bedrohung eher versuchen, ihre Verhandlungsposition wieder zu stärken.

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