Niederlande: Rechtsextreme Proteste in Den Haag schlagen in Gewalt um
Während einer Demonstration von Rechtsextremen ist es am Samstag in den Niederlanden zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Polizeiangaben zufolge versammelten sich rund 500 Rechtsextreme im Zentrum von Den Haag, skandierten antisemitische Parolen und bewarfen Polizisten mit Feuerwerkskörpern und anderen Wurfgeschossen. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein und ging mit Hunden und Wasserwerfern gegen die Menge vor. 24 Protestierende wurden Polizeiangaben zufolge festgenommen.
Der niederländische Regierungschef Rob Jetten warf den Teilnehmern im Onlinedienst X vor, gezielt die Konfrontation mit der Polizei gesucht und »abscheuliche« rechtsextreme und antisemitische Parolen gebrüllt zu haben. Justizminister David van Weel zufolge zeigten Demonstrierende den Hitlergruß.
Behörden lösten Demonstration auf
Die Demonstration war unter dem Motto »Wir sind das Volk« als Protest gegen die niederländische Regierungspolitik vor allem in Einwanderungsfragen angemeldet worden. Ursprünglich war ein Marsch durch die Stadt geplant. Nach Beginn der Zusammenstöße am Versammlungsplatz wurde der Protestzug jedoch verboten und die Auflösung der Demonstration angeordnet.
Die Niederlande hatten in einer vorgezogenen Wahl im Oktober 2025 ein neues Parlament gewählt. Schon im September vor der Wahl war es bei Demonstrationen für eine härtere Asylpolitik in Den Haag zu Ausschreitungen gekommen. Bei der Wahl gewann die linksliberale D66 mit Spitzenkandidat Rob Jetten äußerst knapp vor den Nationalpopulisten der PVV von Geert Wilders. Dessen Koalition war zuvor nach nur elf Monaten zerbrochen.
Die neue niederländische Regierung hatte Einschnitte im Sozial- und Gesundheitssystem sowie höhere Verteidigungsausgaben angekündigt. Zudem versprach sie, die Wohnungsnot zu lindern und Probleme im Asyl- und Migrationsbereich zu lösen.