Niederlande: Rechtsradikale randalieren bei Protest im Zentrum von Den Haag
Die Polizei setzte Schlagstöcke ein und ging mit Hunden und Wasserwerfern gegen die rechten Demonstranten vor. 24 Menschen wurden demnach festgenommen. Ihnen wird unter anderem unerlaubter Waffenbesitz und Widerstand gegen die Sicherheitskräfte vorgeworfen. Laut Medien vor Ort wurde mindestens ein Polizeifahrzeug in Brand gesetzt.
Der niederländische Regierungschef Rob Jetten warf den Demonstranten im Onlinedienst X vor, gezielt die Konfrontation mit der Polizei gesucht und »abscheuliche« rechtsextreme und antisemitische Parolen gebrüllt zu haben. Das Büro seiner D66-Partei wurde ebenfalls von den Randalierern angegriffen.
Hitlergrüße und antisemitische Parolen
Justizminister David van Weel verurteilte die Angriffe auf Polizisten sowie die rechtsextremen Parolen. »Es ist wichtig, dass hier mit aller Härte durchgegriffen wird«, sagte der Politiker der konservativ-liberalen Partei VVD. Er habe in Den Haag »ekelerregende Bilder« gesehen und verwies auf »Hitlergrüße, antisemitische Parolen, Gewalt gegen die Polizei und das Werfen von Feuerwerkskörpern auf die Polizei.« Zugleich dankte er allen Polizeikräften für ihre Arbeit bei diesem schwierigen Einsatz.
Die Demonstration unter dem Motto »Wir sind das Volk« war als Protest gegen die niederländische Regierungspolitik vor allem in Einwanderungsfragen angemeldet worden. Ursprünglich war ein Marsch durch die Stadt geplant. Nach Beginn der Zusammenstöße am Versammlungsplatz im Malieveld-Park wurde dieser jedoch verboten und die Auflösung der Demonstration angeordnet.