Niederlande: Taxi-Abzocke in Amsterdam? Das steckt hinter der „Handbremsenmethode“
Es ist eine listige Masche, der nicht zuletzt Touristen in den Niederlanden zum Opfer fallen können und die nun auch das politische Den Haag beschäftigt: die sogenannte „Handbremsenmethode“.
Der Trick geht wie folgt. An großen Taxiständen, etwa am Amsterdamer Hauptbahnhof, dem Centraal Station, geht der Kunde zum ersten Taxi in der Schlange. Der Fahrer lehnt die Fahrt jedoch ab, weil sie angeblich zu teuer oder für ihn nicht lohnend sei. Vorgeblich wartet er auf eine längere und lukrativere Fahrt nach Den Haag, Rotterdam oder Utrecht – er zieht die symbolische Handbremse an.
Erst nach viel Aufhebens nimmt ein zweiter oder dritter Taxifahrer in der Schlange die Fahrt an – allerdings zu einem horrend hohen Preis. Es steht der Verdacht im Raum, dass sich die Fahrer untereinander abgesprochen haben, um so überhöhte Fahrpreise verlangen zu können. Es scheint, als würden windige Taxifahrer die Lage argloser Touristen ausnutzen, die nicht wissen, wie sie in der Grachtenstadt von A nach B kommen sollen – und wie hoch die Taxitarife in den Niederlanden sind.
Die rechtsliberale Regierungspartei VVD stellte zu der Praxis nach entsprechenden Medienberichten nun Fragen im Parlament in Den Haag. Die zuständige Infrastruktur-Staatssekretärin Annet Bertram von den Christdemokraten der CDA teilte daraufhin mit, dass sie über das Phänomen der „Handbremsenmethode“ Bescheid wisse und dass im Herbst dieses Jahres eine Untersuchung zum „Verlangen sogenannter Wucherpreise im Taximarkt“ durchgeführt werden soll.
In den vergangenen fünf Jahren sollen bei der zuständigen Taxi-Aufsichtsbehörde 140 Beschwerden über mutmaßliche Betrügereien eingegangen sein, berichtet Bertram in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage weiter. Dabei sei es etwa um zu hohe Fahrpreise, den Einsatz von Taxametern oder um illegale Taxifahrer gegangen.