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Niedersachsen: Ministerin entschuldigt sich bei Schülern für zu schlechte Abschlüsse

Nation

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg hat sich bei mehr als 100 Schülerinnen und Schülern für fehlerhafte und offenbar ungerechte Abschlussbewertungen entschuldigt. »Ich entschuldige mich in aller Form bei den Leidtragenden dieser Fehler«, sagte die Grünenpolitikerin laut einer Mitteilung ihres Ministeriums. »So etwas darf nicht passieren.« Grund für die Entschuldigung ist das Ergebnis einer amtlichen Untersuchung an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta. Dabei wurde festgestellt, dass zwischen 2019 und 2026 insgesamt 107 Abschlussentscheidungen nicht nach den geltenden Regeln getroffen worden waren. Den betroffenen Schülerinnen und Schülern wurde demnach ein niedrigerer Abschluss zuerkannt, obwohl sie die Voraussetzungen für einen höherwertigen Abschluss erfüllt hatten. In 56 Fällen hätten die Schülerinnen und Schüler laut Untersuchung einen erweiterten Sekundarabschluss I erhalten müssen. In weiteren 49 Fällen wäre ein Realschulabschluss die richtige Einstufung gewesen. Darüber hinaus wurden noch weitere fehlerhafte Entscheidungen festgestellt. Zeugnisse sollen korrigiert werden Die Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta arbeitet nun daran, die betroffenen Zeugnisse zu korrigieren. Die Schülerinnen und Schüler sollen über die Änderungen informiert und dabei unterstützt werden, mögliche Nachteile für ihre weitere schulische oder berufliche Zukunft auszugleichen. Dazu gehört etwa, wenn ihnen wegen der falschen Einstufung bestimmte Bildungswege oder Ausbildungsmöglichkeiten zunächst verwehrt blieben. Aufgedeckt wurde der Fall durch die Beschwerde einer ehemaligen Schülerin. Sie hatte Zweifel an der Richtigkeit ihrer Bewertung geäußert. Für die Betroffenen gehe es nicht lediglich um Verwaltungsabläufe oder einzelne Rechtsvorschriften, sondern um ihren Schulabschluss sowie um ihre weiteren Bildungs- und Berufswege, sagte die Ministerin. Deshalb werde das Ministerium nun konsequent handeln: »Wir schaffen Transparenz, korrigieren die Fehler und unterstützen die betroffenen Schülerinnen und Schüler. Gleichzeitig klären wir auf, wie es zu diesen Fehlern kommen konnte und warum sie über einen längeren Zeitraum nicht bemerkt wurden.« Die Aufarbeitung betrifft nicht nur die Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta. Auch eine weitere Schule, an der die frühere Schulleiterin tätig war, wurde überprüft. Dort wurden neun fehlerhafte Zeugnisse aus den Jahren 2019 und 2020 festgestellt, aber keine systematischen Fehler in späteren Jahrgängen. Kultusministerin Hamburg ließ zudem prüfen, ob es an weiteren Schulen vergleichbare Fälle gibt.

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