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Niedersachsen: Sechstes Todesopfer nach Schüssen in Stade - Polizei nimmt zwei Personen fest

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Audioplayer wird geladen Anzeige Nach dem Schusswaffenangriff in einer Jugendhilfeeinrichtung im niedersächsischen Stade ist ein sechster Mensch seinen Verletzungen erlegen. Wie die Polizei in Lüneburg am Montag mitteilte, starben fünf Menschen vor Ort und ein weiterer später in einem Krankenhaus. Bei allen Todesopfern handelt es sich demnach um Erwachsene. Die Einsatzkräfte fanden zunächst vier Tote in der Einrichtung. Eine weitere Person sei vor dem Haus reanimiert worden – jedoch ohne Erfolg. Zu den Verletzten gibt es bislang keine weiteren Informationen. „Es gibt mehrere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden“, hatte eine Polizeisprecherin früher am Nachmittag gesagt. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahl der Todesopfer noch steige. Anzeige Die Polizei sprach unter Berufung auf erste Ermittlungserkenntnisse von einem „Tötungsdelikt in einer Jugendhilfeeinrichtung“. Dort sind Mutter-Kind-Wohngruppen untergebracht. Nach Polizeiangaben handelt es sich um eine „erweiterte Familientragödie“, die sich dort am Montagmittag abspielte. Es gehe „nicht in Richtung Femizid oder auch politischer Hintergrund“, sagte ein Polizeisprecher in Lüneburg der Nachrichtenagentur AFP. Das Motiv für die Gewalttat liege vielmehr „im Umfeld der Jugendhilfeeinrichtung begründet“. Die Polizei hat ihre bisherigen Angaben zu den Festnahmen korrigiert. Zunächst war von zwei festgenommenen Tatverdächtigen die Rede. Später teilten die Ermittler mit, dass ein mutmaßlicher Haupttäter festgenommen wurde und sich zwei weitere Personen in Gewahrsam befinden. Anzeige Wie die Polizei auf Nachfrage von „Focus Online“ bestätigte, handelt es sich bei den beiden weiteren Festgenommenen um Frauen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Haupttäters. Angaben zu ihrem Alter machten die Ermittler nicht. Die Frauen werden derzeit befragt. Lesen Sie auch Nach bisherigen Erkenntnissen wollten der mutmaßliche Haupttäter und eine tatverdächtige Frau nach der Tat mit einem grau-silbernen Kleinwagen fliehen. Polizeibeamte schossen auf das Fahrzeug und trafen einen Reifen. Anschließend konnten die Verdächtigen auf einer Landstraße festgenommen und aus dem Auto gezogen werden. Ob sie bei dem Einsatz verletzt wurden, ist bislang unklar. Details zur Identität der Beteiligten wurden ebenfalls nicht veröffentlicht. Nach ersten Erkenntnissen gibt es zudem keinen Zusammenhang zur sogenannten Clankriminalität. Zeugen beobachteten Schüsse auf Auto Eine Anwohnerin, die in einer Parallelstraße lebt, berichtete WELT, sie habe gegen Mittag mehrfaches lautes Knallen gehört. „Wir hatten Angst und wussten nicht, woher die Gefahr kommt.“ Später sei ein Auto weggerast. „Es muss dringend mehr für den Schutz der Bevölkerung getan werden.“ Sie habe stundenlang kaum Informationen erhalten. Ein Zeuge berichtete laut „Stader Tageblatt“ von lauten Schreien aus der Jugendhilfeeinrichtung. „Ich hab’ Schüsse gehört“, erzählte Vitali Martens, der zu dem Zeitpunkt gerade vom Einkaufen kam. Dann sah er überall Polizisten. Nach Informationen des NDR Niedersachsen hat ein Nachbar beobachtet, dass eine Frau und ein junger Mann versucht haben, mit einem Auto zu flüchten. Die Polizei habe sie zum Anhalten aufgefordert, dann habe die Polizei laut Augenzeuge auf das Auto geschossen. Der Nachbar habe sich schließlich selbst im Haus eingeschlossen und auf die Polizei gewartet. Ein anderer Zeuge schildert „Focus Online“, dass ein Polizist „Anhalten, stehen bleiben“ gebrüllt habe. Das Auto sei weitergefahren. Mehrere Beamte sollen das Feuer eröffnet haben. Mindestens zehn, fünfzehn Schüsse seien gefallen, schätzt der Zeuge. Durch ein geöffnetes Fenster habe er den Polizeifunk aufgeschnappt, wie er weiter berichtet. Er habe nur Fetzen gehört wie „Brustschuss“ und „Kopfschuss“. Dann hätten Einsatzkräfte eine Person auf einer Trage aus dem Haus gehoben und versucht, sie zu reanimieren. Auf Bildern waren zahlreiche Einsatzkräfte, Rettungswagen und Polizeiautos zu sehen. Am Straßenrand standen auch Frauen mit Babys in Tragen. Gefahr für die Bevölkerung nach den Schüssen bestand nach Polizeiangaben nicht. Zahlreiche Seelsorger sind am Tatort, der sich unweit der Stader Polizeiwache befindet, wie die „Bild“ sowie der NDR berichten. Die Polizei bat darum, den Anweisungen der Beamten vor Ort Folge zu leisten. Ein Sprecher der Stadt Stade sagte, für eine Kindertagesstätte und eine Grundschule in der Nähe der Jugendhilfeeinrichtung habe keine Gefahr bestanden. Die Stadt habe nach den ersten Meldungen umgehend Kontakt zu den Einrichtungen gesucht. Die Kita-Kinder seien zum Zeitpunkt der Schüsse im Gebäude gewesen, sagte der Stadtsprecher. Eltern konnten ihre Schulkinder inzwischen abholen. „Wir sind froh, dass es unseren Mitarbeitenden und den Kindern in Kita und Grundschule gut geht, und ich bedanke mich bei den Polizistinnen und Polizisten für ihren Einsatz in dieser unübersichtlichen Lage“, sagte Stades Stadtrat Carsten Brokelmann in einer Mitteilung. Stade hat etwa 50.000 Einwohner und liegt westlich von Hamburg. Die Polizei hat ein Hinweisportal eingerichtet. Unter diesem können Zeugen Hinweise sowie Fotos oder Videos direkt an die Ermittler übermitteln. Hinweis: Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. ll/kami/jra mit dpa/AFP/wold

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