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Niedersachsen weiter ohne Elite-Uni - und nun?

Nation

Stand: 02.10.2026 17:47 Uhr

Die Entscheidung ist gefallen: Niedersachsen hat weiterhin keine Eliteuniversität. Drei Hochschulen in Hannover und Oldenburg hatten sich beworben. Die Enttäuschung ist groß - der Blick geht aber auch nach vorn.

von Marc Wichert

Der Wissenschaftsrat hat die Entscheidung am Freitag in Bonn bekannt gegeben. Mit dem Exzellenz-Status einhergegangen wäre neben einer millionenschweren Förderung auch eine Aufwertung in Sachen Reputation. "Exzellenzstandorte ziehen Spitzenforschende, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie internationale Studierende an", heißt es aus dem Wissenschaftsministerium in Hannover. Außerdem könnten zusätzliche Investitionen von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Stiftungen angestoßen werden, wovon auch andere Hochschulen und Forschungseinrichtungen profitieren würden.

Niedersachsen will unterlegene Hochschulen weiter unterstützen

Beworben hatten sich die Leibniz Universität Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Verbund mit der Universität Bremen. Bei der Verkündung in Bonn war auch Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD). Im vergangenen Jahr noch hatte er gesagt, dass mindestens eine Exzellenzuniversität in Niedersachsen das Ziel sei, alles andere wäre enttäuschend. Nun hob er trotz der verpassten Chance das Positive hervor: "Die erfolgreichen Exzellenz-Cluster und die starken Bewerbungen haben eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial, welche Qualität und welche internationale Anschlussfähigkeit in unserem Wissenschaftsstandort steckt. Darauf werden wir weiter aufbauen und die klare Uni-Profilbildung konsequent fortsetzen." Die Universitäten hätten "eindrucksvoll gezeigt, dass sie bereit sind, sich weiterzuentwickeln und neue Wege zu gehen. Dabei verdienen sie auch künftig die Unterstützung des Landes."

Die Reaktionen in Hannover? "Enttäuschung und Ansporn"

In Hannover sind die Vertreter und Vertreterinnen "natürlich enttäuscht", wie MHH-Präsidentin Denise Hilfiker-Kleiner sagte. "Mit der ExU-Förderung könnten wir die Transformation deutlich beschleunigen und effizienter umsetzen." Doch auch ohne Förderung habe die MHH mit der Teilnahme am Wettbewerb die Chance ergriffen, die "zukünftige Ausrichtung der MHH strategisch zu gestalten und als führende Institution im deutschen Hochschulgesundheitswesen zu positionieren." Ähnliche Töne kommen nur wenige Kilometer entfernt von der Leibniz Universität Hannover (LUH): "Enttäuschung" und "Ansporn" - darauf lässt sich mit den Worten von LUH-Präsident Volker Epping die Gefühlslage wohl aller Beteiligten herunterbrechen. "Wir werden das Gutachten sorgfältig auswerten, unsere Zukunftsstrategie weiter schärfen und die konzipierten Maßnahmen entschlossen fortführen", sagte Epping mit Blick nach vorn.

In Oldenburg nächste Exzellenzrunde schon im Blick

In Oldenburg sind sie ebenfalls "natürlich enttäuscht", sagte Uni-Präsident Ralph Bruder. Er sei aber auch "stolz auf das, was wir in der Bewerbungsphase gemeinsam entwickelt und geschafft haben". Die Universitäten Oldenburg und Bremen würden ihre Kooperation zur Stärkung der Nordwestregion als Wissenschaftsraum fortführen und weiterentwickeln - "und dabei sicher auch die nächste Exzellenzrunde nicht aus dem Blick lassen", sagte Bruder weiter.

Welches sind die neuen Elite-Unis in Deutschland?

Als neue und neben den bereits bestehenden Exzellenz-Standorten weitere Elite-Unis (und Forschungsverbünde) wurden ausgewählt:

Universität Freiburg

Friedrich-Schiller-Universität Jena

Universität zu Köln

Rhein-Main-Universitäten (Technische Universität Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Johannes Gutenberg-Universität Mainz)

Ruhr Innovation Lab (Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Dortmund)

Bislang gab es zehn Exzellenz-Standorte in Deutschland:

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