Niedersachsenderby: Polizei rüstet sich für brisantes Spiel
Stand: 23.10.2026 09:14 Uhr
Eines der traditionsreichsten und brisantesten Duelle im deutschen Fußball steht bevor: Am Sonntag empfängt Eintracht Braunschweig den ewigen Rivalen Hannover 96 zum Niedersachsenderby. Die Zweitliga-Partie ist ein Hochrisikospiel.
von Matthias Zimmermann
Die Polizei bereitet sich deshalb mit einem Großaufgebot auf den Einsatz vor. Mehrere Hundert Beamtinnen und Beamte sollen die verfeindeten Fanlager konsequent trennen, so ein Sprecher der Polizei Braunschweig. Dazu werde das Geschehen rund ums Eintracht-Stadion auch aus der Luft mit Drohnen überwacht. Die Polizei greife dabei auf ein bewährtes Einsatzkonzept zurück. Im Vergleich zu früheren Derbys ist der Aufwand diesmal aber geringer: 2023 waren noch mehr als 2.000 Einsatzkräfte im Dienst. Besondere Gefährdungslagen seien der Polizei nach aktuellem Stand nicht bekannt.
"Es tut allen gut darüber nachzudenken, dass man zu diesem Spiel geht, weil die Jungs Fußball spielen. Es werden auch viele Kinder im Stadion sein und ich hoffe, dass das alle berücksichtigen." Eintracht-Trainer Lars Kornetka
Angespannte Stimmung
Die Vorfreude auf die Zweitliga-Partie ist groß, doch die Stimmung zwischen den Fanlagern ist schon Tage vor dem Anpfiff spürbar angespannt. So sollen mutmaßlich Hannover-96-Anhänger in eine von Eintracht-Fans angemietete Halle eingebrochen sein und Fanmaterialien gestohlen haben. Zudem sind in mehreren Orten Hassplakate mit der Aufschrift "Eintracht verrecke" aufgetaucht.
Beide Fan-Lager sind in der Vergangenheit immer wieder mit provokanten Aktionen aufgefallen, von Drohungen gegen Spieler bis hin zum ausgesetzten Schwein mit 96-Schal in Hannover im Jahr 2013. BTSV-Trainer Lars Kornetka appellierte am Donnerstag bei der Braunschweiger Pressekonferenz an die Vernunft der Anhänger: "Es tut allen gut darüber nachzudenken, dass man zu diesem Spiel geht, weil die Jungs Fußball spielen", so der 48-Jährige. "Es werden auch viele Kinder im Stadion sein und ich hoffe, dass das alle berücksichtigen."
Fanmarsch und Straßensperrungen
Die Fans von Eintracht Braunschweig planen am Sonntag ab 10.45 Uhr einen Fanmarsch vom Zentralcampus der TU Braunschweig zum Stadion. Die Hamburger Straße wird von 10 Uhr bis voraussichtlich 17 Uhr zwischen Schmalbachstraße und der Autobahn 392 in beide Richtungen für den Verkehr gesperrt. Auch die Ackerstraße ist zeitweise nicht passierbar und rund um das Eintracht-Stadion stehen viele Parkplätze nicht zur Verfügung. Ortskundige werden gebeten, die Bereiche weiträumig zu umfahren.
Einschränkungen im Bahnverkehr
Auch auf den und rund um die Anreisewege gelten strenge Regeln. Die Bundespolizei wird am Sonntag mit verstärkten Kräften am Hauptbahnhof Hannover im Einsatz sein, um dafür zu sorgen, dass bei der Anreise und Rückreise der 96-Fans alles friedlich bleibt. Dazu werde beispielsweise auch ein Entlastungszug nach Braunschweig eingesetzt.
Vermummung, Pyro und Glasflaschen auf Anfahrt verboten
Außerdem hat die Bundespolizei eine Allgemeinverfügung erlassen, mit der bestimmte Gegenstände in den Zügen und an allen Bahnhöfen entlang der Stecke verboten werden. Die Allgemeinverfügung betrifft Vermummungsgegenstände, Pyrotechnik und auch Glasflaschen. Wer die Sicherheit gefährde, werde konsequent vom Reiseverkehr ausgeschlossen, so Bundespolizei-Präsident Michael Schuol. Rund 2.100 Anhänger von Hannover 96 werden am Sonntag ihre Mannschaft im ausverkauften Eintracht-Stadion unterstützen.