DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +1,43 % 4.107,00 USD 22:59:54 Silber +0,34 % 57,79 USD 22:59:48 Brent 0,00 % 90,12 USD 20:28:19 WTI 0,00 % 84,67 USD 22:59:59 Bitcoin +0,72 % 63.216,15 USD 11:18:20 EUR/USD +0,52 % 1,15270 USD 23:29:53 EUR/GBP -0,31 % 0,85510 GBP 23:29:53 EUR/CHF -0,23 % 0,93060 CHF 23:29:53 EUR/JPY -3,08 % 181,491 JPY 23:29:53

Niedrige Gasfüllstände: Was hat die Sommerhitze damit zu tun?

Technologie

Niedrige Füllstände in den Gasspeichern können in Deutschland schnell für Schnappatmung sorgen. Zu frisch sind noch die Erinnerungen an den Ausbruch des Ukraine-Krieges, der dazu führte, dass die Gas-Pipelines nach Russland gekappt wurden und die damalige Bundesregierung um LNG-Gas etwa auf der arabischen Halbinsel betteln musste. Wobei erst mal gar nicht klar war, wie das Gas hierherkommen sollte, da Terminals für LNG-Flüssiggas erst noch konstruiert werden mussten. Mitte des Jahres ist seitdem immer ein guter Zeitpunkt, um einen kritischen Blick auf die Füllstände in den Gasspeichern zu werfen. Gasspeicher sind ungewöhnlich leer Mit aktuell rund 47 Prozent sind die deutschen Speicher auf dem niedrigsten Wert zu dieser Jahreszeit seit dem erwähnten Krisenwinter 2021/22 angelangt. Das berichtet AGSI, die offizielle EU-Plattform für Gas-Speicherdaten [externer Link]. Auch der Vergleich mit dem EU-Schnitt fällt nicht gut aus. Europaweit betragen die Füllstände nämlich immerhin 56 Prozent [externer Link] Nur in sechs EU-Ländern sind die Gasbehälter noch leerer als hierzulande. Problem: Schnelles Auffüllen funktioniert gerade nicht Die Geschwindigkeit, mit der gerade wieder Gas in die Speicher fließt, liegt unter dem Durchschnitt der letzten Jahre. Eigentlich sollten bis November die Tanks wieder zu 90 Prozent gefüllt sein, um sicher über den Winter zu kommen. Die Vorgabe wurde von der EU dieses Jahr gelockert, es werden jetzt nur noch 80 Prozent anvisiert. Aber auch dieser Füllstand wird bei der momentanen Auffüllgeschwindigkeit nicht erreicht. In Bayern gibt es zudem das Problem, dass Speicher zum Teil veraltet sind und sich aus rein technischen Gründen nur langsam wieder füllen lassen. Grundlegende Faktoren für den Gas-Mangel Europa ist wegen des kalten Wetters zum Jahresbeginn schon mit niedrigen Speicherständen aus dem Winter gekommen. Dazu kam der Krieg im Iran und die folgende Blockade der Straße von Hormus. Das hat das globale Gasangebot verknappt, denn rund ein Viertel des weltweiten LNG-Flüssiggases wurde bislang durch diese Meerenge verschifft [externer Link]. Seitdem konkurriert Europa mit Asien um freie Mengen. Hitze zwingt Atom- und Wasserkraft in die Knie Das Problem verschärft sich in Europa gerade noch durch die Hitzewellen. Die hohen Temperaturen lassen die Pegelstände der Flüsse drastisch sinken – Wasserkraft fällt als Stromlieferant zunehmend aus. In Österreich macht man sich deshalb gerade Sorgen. In Frankreich, Ungarn und Rumänien müssen unterdessen Atomkraftwerke heruntergefahren oder abgeschaltet werden, weil die Flüsse nicht mehr genügend Wasser für die Kühlung der Reaktoren bringen oder bereits so warm sind, dass eine weitere Erwärmung durch AKW-Kühlwasser das Ökosystem zu sehr schädigen würde. Cernavoda an der Donau, das einzige Atomkraftwerk Rumäniens, fällt deshalb zeitweise schon komplett aus. In Frankreich waren vorübergehend rund zehn Reaktoren, etwa an der Rhône oder der Garonne, betroffen. Wenn Strom fehlt, springen Gaskraftwerke an Vor allem Frankreich exportiert in normalen Zeiten viel Strom, auch nach Deutschland. Wenn nun im Nachbarland Atomstrom fehlt, müssen andere Energieträger für die Stromproduktion die Lücke füllen. Insbesondere in Deutschland springen dann die Gaskraftwerke an. Wie stark dieser Effekt ist, lässt sich nicht genau beziffern, klar ist aber, dass es diesen Effekt gibt [externer Link]. Dazu kommt, dass eben auch hierzulande die Wasserkraftwerke ausfallen. Während der Hitze weht auch vergleichsweise wenig Wind, so dass von dieser Seite Strom fehlt. Zwar wird dafür mehr Solarstrom produziert, aber die Stromnetze sind noch nicht so weit, um die Solarenergie schnell genug weiterzuleiten. Kommt Deutschland mit seinem Gas durch den Winter? Tatsächlich spielen im Moment eine ganze Reihe von Faktoren zusammen, die das Auffüllen der hiesigen Gasspeicher drosseln. Dennoch füllen sich die Speicher. Die Bundesnetzagentur betont, dass trotz niedriger Füllstände keine Versorgungsgefährdung besteht. Anders als zu Beginn des Ukraine-Krieges gibt es inzwischen in Deutschland auch vier schwimmende LNG-Terminals, ein fünftes soll im September 2026 in Betrieb gehen.

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