Niedrigwasser der Donau: Dürre legt Überreste von Wehrmachtssoldaten und Motorrad aus dem Zweiten Weltkrieg frei
Audioplayer wird geladen Anzeige Das Niedrigwasser der Donau hat mitten in Budapest die sterblichen Überreste zweier deutscher Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Zudem wurde am Rand des Flussbetts ein Motorrad der Wehrmacht entdeckt. Das teilte der Volksbund Deutsche Kriebsgräberfürsorge e.V. auf seiner Facebook-Seite mit. Das Motorrad-Wrack – vermutlich eine DKW NZ 350-1 – lag demnach auf der Budaer Seite gegenüber dem Parlament. Geborgen haben es Mitarbeiter des Instituts und Museums für Militärgeschichte, des ungarischen Partners des Volksbundes. Anzeige Zudem stießen sie den Angaben zufolge auf deutsche Tellerminen 35. Die Erkennungsmarken der beiden Wehrmachtssoldaten seien vollständig erhalten geblieben, weil der Schlamm dort mit Gasöl vermischt sei. Die deutschen Soldaten sollen nun auf der Kriegsgräberstätte Budaörs bei Budapest bestattet werden. Zuletzt wurden wegen der anhaltenden Dürre in der Donau bereits zahlreiche Wracks deutscher Kriegsschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg sichtbar gemacht. Allerdings geschah dies weiter flussabwärts nahe der serbischen Hafenstadt Prahovo. Anzeige Historikern zufolge versenkte die deutsche Wehrmacht dort im September 1944 bis zu 200 Kriegsschiffe ihrer Schwarzmeerflotte, um den Vormarsch der sowjetischen Armee auf dem Balkan zu bremsen. Auf einigen Wracks befindet sich nach wie vor Munition. Ein Teil der Schiffe wurde nach dem Krieg geborgen, viele blieben jedoch wegen der Explosivstoffe auf dem Flussgrund liegen. Lesen Sie auch Die sinkenden Wasserstände erschweren inzwischen auch die Schifffahrt auf der Donau, die durch zehn Länder fließt. In Ungarn zwingen die Hitzewelle und der historisch niedrige Wasserstand der Donau das Land dazu, die Beleuchtung für seine Wahrzeichen wie das neugotische Parlamentsgebäude, die Budaer Burg und die berühmte Kettenbrücke abzuschalten. Der Grund: Das einzige Atomkraftwerk des Landes ist für die Kühlung auf den Fluss angewiesen. Wegen des Wassermangels musste es am Wochenende abgeschaltet werden – erstmals seit Jahrzehnten. In Ungarn kletterten die Temperaturen am Donnerstag auf mehr als 40 Grad. Ausbleibende Regenfälle und die Hitze haben ähnlich wie am Rhein auch an der Donau für Rekordtiefstände gesorgt. rct