Niedrigwasser: Energieexperte hält Kraftwerksausfälle in Deutschland für möglich
Angesichts des Niedrigwassers drohen einem Experten zufolge auch Kraftwerksausfälle in Deutschland. »Ich fürchte, dass wir auch in Deutschland zu Kraftwerksausfällen oder zumindest Drosselungen kommen können«, sagte Andreas Schröder vom Marktanalysehaus ICIS dem Deutschlandfunk. Kohlekraftwerke seien von Lieferungen mit Schiffen über Flüsse und Kanäle abhängig, sagte Schröder mit Blick auf Kraftwerke im Süden des Landes. Das Niedrigwasser beeinträchtige solche Lieferungen derzeit. Außerdem müssten auch Kohle- und Gaskraftwerke gekühlt werden. Niedrigwasser im Rhein Dem Bundeswirtschaftsministerium zufolge gibt es derzeit keine Versorgungsengpässe bei Kohlekraftwerken. Auch Gaskraftwerke seien nicht betroffen. Der Energiebedarf sei im Sommer ohnehin niedrig, sagte ein Sprecher. Das Niedrigwasser im Rhein hatte aufgrund von Hitze und Trockenheit am Wochenende in Köln, Bonn und weiteren Orten neue Tiefststände erreicht. Die niedrigen Pegelstände erhöhen die Transportkosten und belasten vor allem Industriebranchen, die auf Massenguttransporte angewiesen sind. Binnenschiffe können deutlich weniger Ladung transportieren oder müssen ganz darauf verzichten. Stromproduktion in mehreren Ländern beeinträchtigt Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) warnte vor negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) berief für Donnerstag eine Fachkonferenz in Bonn ein.