DAX +0,27 % 26.391,42 Pkt 18:00:00 MDAX -0,56 % 32.224,89 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,24 % 6.551,22 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,45 % 53.791,85 Pkt 22:41:12 S&P 500 -0,38 % 7.728,20 Pkt 22:34:05 Nasdaq -0,92 % 26.445,45 Pkt 23:15:59 Nikkei +0,08 % 67.022,16 Pkt 02:49:25 Gold +1,76 % 4.438,60 USD 02:54:18 Silber -0,15 % 65,01 USD 02:53:58 Brent +2,17 % 89,62 USD 02:52:47 WTI +2,14 % 83,89 USD 02:54:24 Bitcoin +0,17 % 63.656,77 USD 03:04:17 EUR/USD -0,03 % 1,15420 USD 03:03:21 EUR/GBP -0,01 % 0,85440 GBP 03:04:25 EUR/CHF +0,16 % 0,93650 CHF 03:04:26 EUR/JPY +0,06 % 183,865 JPY 03:04:25

Niedrigwasser: Sonntagsfahrverbot für Lkw in SH ausgesetzt

Nation

Stand: 11.08.2026 19:23 Uhr Trockenheit und Niedrigwasser sorgen in Deutschland dafür, dass weniger Güter mit Schiffen transportiert werden können. Nun reagiert auch Schleswig-Holstein mit einer Lockerung des Sonntagsfahrverbots für Lkw. von Anne Passow Dem Rhein und der Donau fehlt Wasser, und am Wochenende werden neue Tiefststände erwartet. Die Folgen belasten bereits die Wirtschaft. Nun hat auch Schleswig-Holstein mit einer Lockerung des Sonntagsfahrverbots für Lkw auf das anhaltende Niedrigwasser reagiert. Bis Ende des Monats wird das Verbot ausgesetzt. Das hat das Verkehrsministerium am Dienstag bekanntgegeben. "Um die Logistikketten, die für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Wirtschaft notwendig sind, einigermaßen stabil zu halten, müssen sie zumindest teilweise auf die Straße verlagert werden", sagt Schleswig-Holsteins Verkehrsstaatssekretärin Susanne Henckel. Ebenfalls ausgesetzt wurde das eigentlich auf bestimmten Strecken in den Sommerferien geltende Samstagsfahrverbot für Lkw zwischen 7 und 22 Uhr. Es gilt normalerweise etwa für die A7 zwischen Schleswig-Jagel und Bordesholm. Hier dürfen Lkw nun auch samstags wieder fahren. Unternehmenverband: Alle Bundesländer müssen mitziehen Der Unternehmensverband Logistik Schleswig-Holstein (UVL) hatte die Lockerung gefordert - und begrüßt nun die "schnelle Reaktion" des Landes. "Es ist wichtig, dass wir eine Kette der Aufhebung des Sonntagsfahrverbotes durch die Bundesländer machen", sagte Thomas Rackow vom UVL. Nur wenn alle Bundesländer mitzögen, könnten Produkte durch ganz Deutschland transportiert werden. Regelung gilt in zehn Bundesländern Schleswig-Holstein ist das zehnte Bundesland, das das Lkw-Fahrverbot am Sonntag gelockert oder aufgehoben hat. In Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen und Baden-Württemberg gilt die Regelung bereits. Eine Ausnahmegenehmigung gilt seit Montag außerdem in Hamburg. Ab dem kommenden Wochenende soll es auch in Bayern vorübergehend ausgesetzt werden. Chemiekonzern aus Brunsbüttel hilft Lockerung Den Chemiekonzern Covestro aus Brunsbüttel freut das. "Das hilft uns, kurzfristig Transporte, die eigentlich über den Rhein kommen würden, auch über die Straße zu transportieren", sagte Unternehmensprecher Markus Kleine-Beck. Das Unternehmen stellt in Brunsbüttel eine Hartschaumkomponente her, die zum Beispiel für die Dämmung von Gebäuden wichtig ist. Regelmäßig transportiert Covestro dafür Produkte zwischen dem Hauptsitz in Leverkusen am Rhein und Brunsbüttel an der Elbe - per Binnenschiff. Unternehmen: Es geht langfristig nur mit Fahrrinnenvertiefung Wegen des Niedrigwassers des Rheins konnten die Schiffe nur noch mit weniger Ladung fahren. Kleine-Beck betonte, dass die Lockerung des Sonntagsfahrverbots nur ein kleiner Mosaikstein sei. Zukünftig sei es wichtig, in Flüssen kritische Flachstellen auszubaggern - damit sie künftig auch in trockenen Sommern befahrbar bleiben. Und in Zukunft werden laut Markus Kleine-Becke immer mehr spezielle Niedrigwasserschiffe zum Einsatz kommen. Aber: "Langfristig kann man die Transporte, die sonst über den Rhein kommen, nicht über Lkw ersetzen", sagte er. Die Ladung eines Binnenschiffs entspreche etwa 60 Lkw-Ladungen. Wirtschaftsministerium: Keine Dauerhafte Maßnahme Auch das Wirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein geht von einer vorübergehenden Maßnahme aus. Es sei nicht das Ziel, dass Lkw dauerhaft sonntags auf Schleswig-Holsteins Autobahnen fahren dürfen, sagte Karen Sieksmeyer im Interview mit dem NDR. Sie ist Sprecherin im schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium. Trotzdem sei die aktuelle Entscheidung wichtig für die Versorgungssicherheit im Land. Daher sei man der Bitte des Bundesverkehrsministeriums gefolgt. Die Lieferketten enden nicht an einer Grenze. Wenn Güter auf dem Rhein feststecken, die ihr Ziel in Schleswig-Holstein oder Skandinavien haben, hat das auch Auswirkungen auf uns. Karen Sieksmeyer, Pressesprecherin im Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein Wer soll die Lkw fahren? Thomas Rackow vom UVL wies zudem auf das Problem des Fahrermangels hin. Man müsse daran arbeiten, den Job attraktiver zu gestalten. "Dazu gehört Schaffung von Wohnraum, wenn wir Mitarbeiter aus Drittstaaten anwerben und ein angenehmes Arbeitsumfeld, also auch eine angenehme Ausstattung von Raststätten." Mit Blick auf die vielen Krisen plädiert der UVL dafür, das Sonntagsfahrverbot grundsätzlich zeitlich zu reduzieren, um flexibler arbeiten zu können. Die Dieselpreiskrise, (...) die Erhebung von Zöllen in Amerika - Das sind Dinge, die uns beschäftigen. Die Logistik und die Wirtschaft müssen sich zukünftig darauf einstellen, dass das fast alltäglich wird. Thomas Rackow vom UVL Bundesverkehrsminister: Flexibilität für Spediteure geschaffen Auch Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sagte am Dienstag in Neumünster, dass die neue Regelung nur ein Teil der Lösung sei. Damit schaffe man immerhin Flexibilität für die Spediteure. "Und wir haben auch für Flexibilität auf unseren Wasserstraßen gesorgt: 24 Stunden Dienst an unseren Schleusen durch Aufschiebung von Bauprojekten", so der Bundesminister. ADAC: Ferienverkehr trifft auf Lkw Der ADAC Schleswig-Holstein warnt hingegen vor vollen Straßen, wenn jetzt zur Ferienrückreisezeit am Sonntag mehr Lkw auf den Autobahnen unterwegs sind. Wir werden mit vier Bundesländern, die Ferienende haben, an diesem Wochenende vor allem am Sonntag massiven Rückreiseverkehr haben. Und die beiden Verkehre prallen aufeinander. Rainer Pregla, ADAC Viele Logistikunternehmen in Schleswig-Holstein, die per Binnenschiff transportieren, sind von dem Niedrigwasser des Rheins allerdings nicht betroffen, da sie über die Elbe transportieren. Durch die Verbindung zur Nordsee und die Tide sind die Wasserstände in diesem Fluss derzeit nicht kritisch.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren