„Niemand will einen Stylus“: Apple soll trotzdem einen Pencil fürs faltbare iPhone getestet haben
Meinung von Dennis Krause
Apples Schritt wirkt auf den ersten Blick skurril: Das aufgeklappte iPhone Ultra soll mit voraussichtlich 7,7 bis 7,8 Zoll immerhin eine Display-Diagonale haben, die nah an den 8,3 Zoll des Apple iPad mini liegt – und das kleinste iPad-Modell unterstützt sogar den vollwertigen Apple Pencil Pro. Doch beim iPhone Ultra, der neuen Speerspitze, soll darauf verzichtet werden? Ist Apple im Jahr 2007 stehen geblieben?
Ich denke nicht. Dass Apple den Schritt zu einem (kleineren) Stylus für das iPhone nicht wagt, dürfte rein physikalische Hintergründe haben: Der Stift müsste entweder fest über eine Aussparung oder, wie es Apple getestet hat, semifest über einen Magnetmechanismus integriert werden, ansonsten behält Steve Jobs recht und der Nutzer verliert den Stift am Ende nur und ärgert sich über sein mindestens 2.400 Euro teures Smartphone. Die Integration wird im geplanten Formfaktor aber vermutlich zur Zerreißprobe: Sowohl eine Aussparung, um den ganzen Stift im Gehäuse zu verstauen, als auch eine magnetische Landebahn würden Platz kosten, etwa für Magnete. Genau den hat Apple bei einem Gerät wie dem iPhone Ultra allen Erwartungen nach nicht. Schon beim iPhone Air (Hands-on) musste Apple Abstriche machen. Beim iPhone Ultra wird es deswegen wohl keine Telekamera geben, und jede zusätzliche Spielerei nimmt Platz für eine ausreichende Akkulaufzeit weg. Auch Samsung hat dem S‑Pen daher zugunsten eines dünneren Gehäuses und einer dickeren Schutzschicht aus ultradünnem Glas im Galaxy Z Fold 7 letztes Jahr abgeschworen.