DAX +0,15 % 25.410,84 Pkt 18:00:00 MDAX +0,67 % 30.287,68 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,79 % 6.116,23 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,00 % 52.337,04 Pkt 20:52:33 S&P 500 +0,18 % 7.676,85 Pkt 20:52:34 Nasdaq +0,67 % 26.181,99 Pkt 20:52:32 Nikkei -0,80 % 62.189,65 Pkt 07:45:03 Gold +0,44 % 4.025,40 USD 20:42:32 Silber -0,04 % 53,93 USD 20:42:32 Brent -0,74 % 110,87 USD 20:42:30 WTI -1,30 % 101,93 USD 20:42:25 Bitcoin -0,23 % 79.839,97 USD 20:52:32 EUR/USD -0,33 % 1,11840 USD 20:51:45 EUR/GBP +0,06 % 0,83760 GBP 20:52:34 EUR/CHF +0,55 % 0,92510 CHF 20:52:33 EUR/JPY +0,27 % 176,066 JPY 20:52:34

Nierenerkrankungen: 10 Prozent betroffen, doch oft bleibt der Schaden unentdeckt

Allgemein

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für chronische Organ- und Stoffwechselerkrankungen kontinuierlich an. Fachberichte heben hervor, dass für Männer ab 60 Jahren erweiterte internistische und urologische Vorsorgeuntersuchungen eine zentrale Rolle spielen, um altersbedingte Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und schwerwiegende Folgeschäden abzuwenden.

Während bei jüngeren Erwachsenen oft grundlegende Routinechecks ausreichen, erfordert die zweite Lebenshälfte eine verstärkte Aufmerksamkeit für Organfunktionen, Stoffwechselparameter und urologische Veränderungen.

Umfassender Check-up für Stoffwechsel und Organfunktion

Für eine aussagekräftige internistische Vorsorge stehen neben der körperlichen Basisuntersuchung detaillierte Laboranalysen im Mittelpunkt. Das Spektrum umfasst das Blutbild sowie die gezielte Bestimmung von Nüchternblutzucker, Blutfetten sowie Leber- und Nierenwerten.

Um verlässliche Messergebnisse zu gewährleisten, erfordern diese Blutanalysen eine Nüchternheit von 8 bis 12 Stunden. Liegen akute Infektionen vor, sollte der Check-up verschoben werden, da Entzündungsprozesse die Laborbefunde verfälschen können.

Ergänzend zu den Blutuntersuchungen gehören Urinanalysen sowie bildgebende Verfahren wie der Ultraschall des Abdomens zu den zentralen Bestandteilen, um die Funktion und Struktur der inneren Organe zu beurteilen und Auffälligkeiten im Bauchraum rechtzeitig zu identifizieren.

Früherkennung bei Veränderungen der Prostata

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Ein wesentlicher Schwerpunkt der Gesundheitsvorsorge für ältere Männer liegt im urologischen Bereich. Eine Vergrößerung der Prostata ist in den meisten Fällen altersbedingt: Ab einem Alter von 50 Jahren ist bereits jeder zweite Mann betroffen, während die Veränderung bei 90-Jährigen fast ausnahmslos vorliegt.

Eine solche gutartige Prostatahyperplasie ist zwar primär nicht lebensgefährlich, kann jedoch erhebliche Komplikationen verursachen. Zu den typischen Symptomen zählen ein verstärkter oder häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen, ein abgeschwächter Urinstrahl, eine verlängerte Blasenentleerung, verzögerter Urinbeginn, Nachtröpfeln sowie das Gefühl einer unvollständigen Entleerung und Inkontinenz.

Bösartige Neubildungen treten seltener auf, lassen sich jedoch nur durch eine ärztliche Untersuchung sicher ausschließen. Prostatakrebs verursacht im Frühstadium zumeist keine Beschwerden. Mögliche Warnzeichen sind neben Problemen beim Wasserlassen auch Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit sowie Schmerzen oder Veränderungen beim Geschlechtsverkehr.

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Da Symptome allein keine Diagnose erlauben, ist bei Beschwerden der Gang zum Hausarzt oder Urologen geboten. Der Nutzen von Routineverfahren wie dem PSA-Test als allgemeines Screening gilt jedoch als nicht eindeutig geklärt, zumal ein erhöhter Wert nicht automatisch auf einen Tumor hinweist. Früherkennungsmaßnahmen sollten daher individuell nach Alter und familiärer Vorbelastung abgestimmt werden.

Risikofaktor Niere: Große Dunkelziffer bei chronischen Schäden

Besondere Dringlichkeit kommt der Früherkennung von Nierenerkrankungen zu. Nach Angaben des Nephrologen Thimoteus Speer von der Universitätsklinik Frankfurt haben rund 10 Prozent der Bevölkerung eine chronische Nierenerkrankung, doch lediglich bei 3 Prozent bezogen auf die Gesamtbevölkerung ist diese bislang diagnostiziert.

Nierenerkrankungen rangieren derzeit auf Platz 16 der durch Krankheiten verlorenen Lebensjahre, für das Jahr 2040 wird ein Anstieg auf Platz 5 prognostiziert.

Zudem gelten Nierenschäden als stärkster Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen oder Herzinfarkt – mit größerer Hebelwirkung als klassische Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder erhöhte Blutfettwerte. Zur frühzeitigen Aufdeckung gilt ein Albumin-Test im Urin als genauer im Vergleich zu gängigen Kassenstandards.

Wie wichtig die Vermeidung eines Organversagens ist, zeigt die Situation bei schweren Verläufen: Die Wartezeit auf eine Spenderniere beträgt aktuell 10 bis 12 Jahre. Ein solches Transplantat hält im Durchschnitt etwa 20 Jahre. An der Universitätsklinik Frankfurt steht unterdessen die 3000. Nierentransplantation bevor.

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