NLS7 2026: Märchensieg für Ralf Aron und Luca Stolz
(Motorsport-Total.com) - Es ist ein kleines Märchen: Ralf Aron hat nach einer fünfmonatigen Rennpause nach seinem schweren Unfall bei den 12 Stunden von Bathurst gemeinsam mit Luca Stolz das 6h-ADAC-Ruhr-Pokal-Rennen des MSC Ruhrblitz Bochum gewonnen, den Saisonhöhepunkt der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS). Zweiter wurde der Schubert-BMW #77 (Klingmann/de Wilde/Tramnitz). (Ergebnis) Luca Stolz setzte sich vom Start weg ab. Der AMG hatte das Geschehen komplett im Griff und gab die Führung nur kurzzeitig durch unterschiedliche Boxenstrategien aus der Hand. Viel hatte er im Ziel nicht zu sagen: "Das war ein super Rennen für uns, das richtig Spaß gemacht hat. Sechs Stunden bei bestem Wetter. Ich habe immer noch ein Grinsen im Gesicht." Ralf Aron war natürlich wesentlich emotionaler: "Jetzt ist es komplett, jetzt bin ich glücklich. Das ist alles, wovon ich geträumt habe. Ich habe es eigentlich nicht mal gewagt, davon zu träumen, und habe versucht, diese Gedanken von mir fernzuhalten. Also ja, ich bin wirklich mega happy und danke an alle. Es war ein riesiges Vergnügen, mir das Auto mit Luca zu teilen. Einfach perfekt." Der Schubert-BMW war das einzige Fahrzeug, das das Tempo einigermaßen mitgehen konnte. Nach dem dritten Boxenstopp war Jens Klingmann zwischenzeitlich auf wenige Sekunden am Mercedes-AMG GT3 dran, wenn auch durch Boxenstrategien begünstigt. Aber Winward hatte beim Tempo klar die Oberhand über die Distanz. So sieht es auch Jens Klingmann: "Wir waren zwischendurch ein bisschen in Schlagdistanz. Immer wenn wir nähergekommen sind, hatte ich das Gefühl, dass sie ein bisschen aufgedreht haben. Aber fair enough. Mich hat es sehr gefreut für meine zwei Teamkollegen. Speziell für Tim [Tramnitz] bei seinem ersten Mal GT3 auf der Nordschleife." Spannende Kämpfe bis zum Zielstrich Auch der zweite Platz des Schubert-BMWs war nicht gefährdet. Der M4 hatte einen beruhigenden Vorsprung auf den Black-Falcon-Porsche #48 (Assenheimer/T. Müller/Pereira; 3.). Das Team musste auf Dylan Pereira bei der Siegerehrung verzichten. Der Luxemburger befand sich zum Zeitpunkt der Siegerehrung schon kurz vor Magny-Cours, wo er am Abend das GTWC-Rennen in Magny-Cours bestreitet. Der Car-Collection-Porsche #4 (Gorojan/Fontana/Menzel) wurde Vierter und holte Platz zwei in der Pro-Am-Wertung. Auf Platz fünf lag lange Zeit der Mühlner-Porsche #123 (Rump/Bünnagel/Nagelsdiek; 6.), der aber in der letzten Runde noch den Platz an Pawel Lefterow im FK-Performance-BMW #1 (Fourie/Harper/Lefterow/Oosten; 5.) verlor. Am dritten Platz in der Pro-Am-Wertung für Mühlner änderte das nichts. Im Kampf um den Klassensieg in der SP9 Am standen sich in der Schlussphase Christoph Breuer im Renazzo-Lamborghini #786 (Nana/Breuer/Mutsch; 7.) und Gabriele Piana im Black-Falcon-Porsche #5 (Kaya/Piana/Stursberg; 8.) gegenüber. Der Porsche hatte sich zwei Strafen eingefangen: Eine Durchfahrtsstrafe, weil Piana zu Beginn des Rennens eine Kollision mit dem Dupre-Audi #480 (Dupre/Jü. Nett/Jo. Nett) verursachte. Später folgte noch eine 30-Sekunden-Strafe für ein Speeding-Vergehen von Mike Stursberg. Letztlich verhinderte eine Code 60 ab dem Abschnitt Antoniusbuche eine Schlussattacke von Piana, sodass Renazzo über den Klassensieg jubeln durfte. Die Top 10 komplettierten der HRT-Ford #64 (Stippler/Kolb; 9.) und der Manthey-Porsche #992 (B. Griesemann/G. Griesemann/Holzer; 10.) aus der SP-Pro. Der Ford Mustang GT3 hatte zuvor durch eine seltsame Kollision Zeit verloren. Bizarrer Unfall zwischen Ford und AMG Frank Stippler lag in der Startphase zunächst auf dem zweiten Platz und hatte Adam Christodoulou im ERA-Mercedes #20 (Tilley/Christodoulou/Hill; DNF) hinter sich. Das US-Team absolvierte sein Debüt auf der Nordschleife. In der Bilstein-Kurve auf dem Grand-Prix-Kurs herrschte Code 120. Am Kurvenausgang gibt es zwei Streckenposten, die nahe beisammen, aber auf unterschiedlichen Seiten der Strecke liegen: Links Posten 36, wenig später auf der rechten Seite Posten 37. Stippler sah das Code-60-Schild an Posten 36, Christodoulou nur die grüne Flagge an Posten 37. Der Ford bremste auf 60 ab, Christodoulou wurde von der Aktion überrascht. Der Ford musste eine längere Reparatur in Anspruch nehmen, für den AMG war das Rennen beendet. Die Schuld wurde Christodoulou zugesprochen. Zwei weitere gesamtsiegfähige Fahrzeuge mussten noch in der ersten Stunde die Segel streichen. Christian Krognes musste den Walkenhorst-Aston-Martin #35 (Krognes/Fetzer; 103.) nach vier Runden mit Problemen an der Hinterachse abstellen. Ein Folgeschaden durch den Unfall im Zeittraining liegt im Bereich des Möglichen. Der Dörr-McLaren #25 (B. Dörr/P. Dörr/Strycek; 35.) verlor frühzeitig mit einem Problem am Keilriemen an Boden, kam aber über die Distanz. Gleiches gilt für den Gamota-BMW #23 (Zsigo/Kranz/Jahn/Fernandez Laser; 38.), der nach nur drei Runden mit der "Spiegeleiflagge" an die Box beordert wurde, weil das Feuerlöschsystem eine keine ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit anzeigte. Der PROsport-Mercedes #26 (Balcaen/Palette; DNF) war ein weiteres Unfallopferkategorie in der Anfangsphase. Gar nicht erst ins Rennen starten konnte der up2race-Porsche #88 (Kikireschko/Heinemann; DNS) nach einem Unfall am Ende des Qualifyings. Ansonsten blieb die SP9-Kategroie von Vorfällen größtenteils verschont, lediglich der Juta-Audi #8 (Veremenko/"SELV"; 18.) verlor reichlich Zeit durch einen Halbdreher von "SELV" in der Hohenrain-Schikane, bei dem er längere Zeit brauchte, um wieder in Fahrt zu kommen. Der Porsche-Museums-Cayman, der letztgebaute Porsche 718 Cayman GT4 RS CS, sah mit Timo Bernhard und Jörg Bergmeister an Bord die Zielflagge als Platz vier in der Klasse SP10 und auf Platz 44 insgesamt. Sie absolvierten ein problemloses Rennen, womit der Dokumentarfilm, der demnächst debütiert, zu Ende geführt werden konnte. Auf den Klassensieger fehlte eine Runde. Der Dacia Logan von Ollis Garage Racing war wieder mit dabei, musste aber in der letzten Stunde mit technischem Defekt aufgeben.