Nobelpreisträger prognostiziert Ende der Menschheit
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Nobelpreisträger warnt: Überleben der Menschheit unwahrscheinlich
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Der Physik-Nobelpreisträger David Gross hat eine erschreckende Einschätzung zur Zukunft der Menschheit abgegeben – und begründet sie mit wissenschaftlicher Logik.
Er hat entschlüsselt, wie Materie auf ihrer tiefsten Ebene funktioniert, und wendet dieselbe wissenschaftliche Denkweise nun auf die Zukunft der Menschheit an. Das Ergebnis ist alarmierend: David Gross, Nobelpreisträger für Physik, hält die Chancen für ein längeres Überleben der Menschheit für äußerst gering.
„Die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit weitere 50 Jahre überlebt, ist sehr gering“, erklärte David Gross in einem jüngsten Interview gegenüber Scientific American. Das ist keine Äußerung eines Weltuntergangspropheten, sondern die nüchterne Einschätzung eines Mannes, der sein Leben dem Studium komplexer Systeme gewidmet hat. Dabei liegt die größte Gefahr nicht, wie die meisten seiner jungen Kollegen behaupten, im Klimawandel, sondern in einem nuklearen Krieg: „Wissen Sie, wie viele Raketen es gibt? Wissen Sie, wie lange Donald Trump oder Wladimir Putin brauchen, um einen Knopf zu drücken? Wissen Sie, was eine Ein-Megatonnen-Atombombe anrichtet?“ , fragte er gegenüber dem Scientific American.
Vom Quark bis hin zur heutigen Weltpolitik: Wie ein Physiker denkt
Der 1941 in den USA geborene Gross ist einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Gegenwart. Mit seiner wegweisenden Arbeit in den 1970er Jahren veränderte er nicht nur seinen eigenen Werdegang, sondern weite Teile der modernen Physik und wurde 2004 dafür mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet. Für ihn ist die Warnung vor dem Untergang keine Abkehr von der Wissenschaft, sondern deren konsequente Anwendung auf die globale Wirklichkeit.
Seine Karriere führte ihn an renommierte Institutionen wie Princeton und Harvard. Er ist bis heute mit dem Kavli-Institut in Kalifornien verbunden. Dort beschäftigt er sich mit Fragen der Stringtheorie und der Vereinigung aller Grundkräfte. Debatten auf höchstem wissenschaftlichem Niveau. Doch sein Fokus hat sich verschoben: Heute denkt er weniger darüber nach, ob die Wissenschaft das Universum vollständig erklären wird, als darüber, ob der Menschheit dafür überhaupt noch genug Zeit bleibt. Ihn beunruhigt eine einfache Rechnung: „Ich schätze die jährliche Wahrscheinlichkeit eines Atomkriegs vorsichtig auf 2 Prozent. Übertragen wir das auf die Auswirkungen auf Ihre Kinder, so ergibt sich eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 35 Jahren. Es ist wie der radioaktive Zerfall eines Atoms – ein extrem seltenes Ereignis, dessen Eintrittswahrscheinlichkeit mit der Zeit steigt.“
Asymptotische Freiheit: Eine Entdeckung, die die Physik veränderte
Den Grundstein für seinen Nobelpreis legte Gross gemeinsam mit Frank Wilczek und H. David Politzer im Jahr 1973. Die drei Physiker lösten damals ein zentrales Rätsel der Teilchenphysik: Wie verhalten sich Quarks, jene winzigen Bausteine, aus denen Protonen und Neutronen aufgebaut sind? Ihre Antwort war das Phänomen der „asymptotischen Freiheit“.
Asymptotische Freiheit: Vorläufer in der Sowjetunion
Einen verwandten Effekt wies der sowjetische Physiker Iossif Chriplowitsch bereits 1969 für die SU(2)-Eichtheorie nach – vier Jahre vor der bahnbrechenden Entdeckung von Gross und seinen Kollegen. Der Effekt tritt grundsätzlich auch bei anderen Yang-Mills-Theorien auf, wobei seine Ausprägung von der Anzahl der sogenannten Flavour-Freiheitsgrade abhängt. (Quelle: Wikipedia.de)
Dieses besagt, dass die Kopplungsstärke zwischen Quarks mit wachsender Energie abnimmt. Bei sehr hohen Energien verhalten sich die Teilchen annähernd wie freie Teilchen. Umgekehrt nimmt die Bindungskraft bei großen Abständen zu, was dazu führt, dass Quarks stets im Inneren von Teilchen eingeschlossen bleiben, ein Effekt, der als Confinement bekannt ist. Die asymptotische Freiheit ist ein Schlüsselelement des Standardmodells der Physik und erklärt, warum Materie stabil ist und Atomkerne nicht einfach zerfallen.
Wissenschaftliche Logik trifft auf die Realität der Politik heute
Was Gross heute zusätzlich beunruhigt, sind aktuelle politische Entwicklungen. Aktuelle Rüstungsverträge wurden aufgehoben, Länder rüsten sich atomar wieder auf und die Atommacht Russland befindet sich in einem offenen Angriffskrieg. Als Gegenmaßnahme könnten nun an Russlands Grenze zu Finnland Atomraketen platziert werden. Deswegen hat sich die jährliche Wahrscheinlichkeit auf einen Atomkrieg deutlich erhöht.
Wie Diario AS berichtet, hat Gross in mehreren Interviews eingeräumt, dass sich sein Blickwinkel grundlegend gewandelt hat. Jahrzehntelang galt seine Aufmerksamkeit dem Kleinsten und Abstraktesten. Heute sieht er die Welt als ein instabiles System und nutzt dieselbe wissenschaftliche Logik, um auf ein gefährliches Ungleichgewicht hinzuweisen. Für den Nobelpreisträger ist das keine Resignation, sondern eine weitere Form der Erkundung. (Quellen: Diario AS, Scientific American, Livescience.com, Archiv, Wikipedia) (jmv)