Nordkorea verhöhnt Südkoreas Streitkräfte als "Marionettenarmee"
Südkorea befinde sich in einer »erbärmlichen Lage«, weil es seine »Kriegsspiele« nicht mehr wie geplant weiterführen könne, sagte die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, Kim Yo Jong. Das südkoreanische Militär sei eine »Marionettenarmee, deren Befehlsgewalt in den Händen der USA liegt«, so Kim in der von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Stellungnahme weiter. Dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung warf Kim vor, sich »doppelzüngig« zu verhalten. In Seoul dürften die Äußerungen aufmerksam registriert werden. Das Land muss fürchten, dass sich US-Präsident Donald Trump wieder stärker um einen Dialog mit dem Norden bemüht , obwohl Pjöngjang keinerlei Anstalten macht, seine Drohgebärden einzustellen. Auf Manöverkürzung folgten nordkoreanische Raketentests So hatte Nordkorea etwa am Donnerstag während des noch laufenden gemeinsamen Militärmanövers der USA und Südkoreas offenbar zehn ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. Sie gingen im Japanischen Meer nieder und sorgten international für Empörung. Pjöngjang verstoße damit gegen Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats, gefährde die Sicherheit und Stabilität in der Region und darüber hinaus, erklärte etwa das Auswärtige Amt. Die Bundesregierung verurteile die Raketentests »aufs Schärfste« und fordere Nordkorea auf, die Entwicklung und den Test ballistischer Raketen einzustellen. Donald Trump setzt indes auf einen sanften Kurs gegenüber Nordkorea. Die Entscheidung für die Verkürzung des Militärmanövers mit dem langjährigen US-Partner Südkorea hatte er damit begründet, dass dieses ein »völlig unangemessenes und feindseliges Signal« an ein Land sende, das – solange er Präsident gewesen sei – keine Bedrohung dargestellt und sich respektvoll verhalten habe. Auch verwies Trump auf seine angeblich »sehr gute Beziehung« zu Nordkoreas Machthaber Kim. Zudem bejahte er am Mittwoch die Frage, ob er damit rechne, Kim noch in diesem Jahr zu treffen. Spekuliert wird derzeit über ein mögliches Treffen am Rande des Treffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im chinesischen Shenzhen im November. Südkoreas Präsident Lee hatte sich Mitte August ebenfalls für direkte Gespräche mit dem nordkoreanischen Staatschef ausgesprochen. Ob sich das international weitgehend isolierte, aber von Russland und China politisch und wirtschaftlich unterstützte Nordkorea auf Trumps Annäherungsversuche einlässt, scheint offen. Auf Kim Yo Jong hatte die Ankündigung zur Verkürzung des US-südkoreanischen Manövers zuletzt offenbar wenig Eindruck gemacht. Die Situation habe sich nicht geändert, teilte sie in einer Stellungnahme mit und beschwerte sich abermals über die feindselige Politik aus Washington.