Norwegen meldet "äußerst ungewöhnliche" Todesfälle von Rentieren
Bei einer jährlichen Zählung seien bislang 13 kürzlich verstorbene Rentiere – elf Weibchen und zwei Männchen – in zwei Tälern gefunden worden, die rund 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt liegen. »Es ist sehr ungewöhnlich, dass Weibchen im fortpflanzungsfähigen Alter und erwachsene Männchen im Sommer sterben. Deshalb wollen wir diese Entwicklung genau beobachten«, hieß es in der Erklärung. Was den Tod der Tiere herbeigeführt haben könnte, ist bislang unklar. Das Norwegische Institut für Naturforschung (Nina) teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, es gebe »keine eindeutigen Hinweise und auch keine konkrete Hypothese«, um die ungewöhnlichen Todesfälle im Sommer zu erklären. »Im Winter sterben vor allem die jüngsten und ältesten Tiere«, sagte der Forscher Vebjorn Veiberg. Die tot aufgefundenen Tiere seien jedoch in der »kräftigsten und fruchtbarsten Phase ihres Lebens«. Tierärzte suchen nun nach einer Erklärung für die Todesfälle. Doch auch eine Krankheit würde vermutlich nicht ausgerechnet die stärksten Tiere töten. Die Behörden riefen die Öffentlichkeit dazu auf, weitere Funde von Tierkadavern zu melden. Spitzbergen besteht aus mehr als 400 Inseln und Schären und hat etwa eine doppelt so große Fläche wie Belgien. Die Inselgruppe wird von Norwegen verwaltet. Auf ihr leben rund 22.000 Rentiere – das ist siebenmal so viel wie die Einwohnerzahl. Mehr zu Spitzbergen: Die Polarbären auf der Inselgruppe haben sich trotz Erderwärmung erholt. Der Fall zeigt wieder einmal: Es lohnt sich, für Überraschungen offenzubleiben. Sie sind nicht das einzige Beispiel .