Norwegen: "Plötzlich fing es wie verrückt an zu brennen" - Augenzeugen des Großbrands
Drammen Es ist der verheerendste Brand in Norwegen seit hundert Jahren: Bei dem am Freitag ausgebrochenen Feuer in der Stadt Drammen rund 40 Kilometer südwestlich von Oslo wurden mehr als 100 Wohnungen zerstört. Enes Jan Akhgar, Augenzeuge: »Wir wollten gerade baden gehen, als wir jede Menge Rauch sahen. Wir sind schnell hierhergefahren, für den Fall, dass wir irgendwie helfen können. Ich habe Freunde, die in dieser Gegend wohnen.« Jakob Wicha, Augenzeuge : »Wir gehörten zu den Ersten, die hier ankamen. Plötzlich fing es wie verrückt an zu brennen. Der Wind hat alles mitgerissen. Es ist schrecklich, das mitanzusehen. So ein großes Feuer haben wir noch nie gesehen. Ich hoffe nur, dass alle die Siedlung verlassen konnten, ihre Haustiere mitgenommen haben – und niemand zurückgelassen wurde.« Das gesamte Reihenhausgebiet Krokstadelva stand in kürzester Zeit in Flammen, etwa 400 Menschen konnten aus ihren Häusern evakuiert werden. Norwegische Medien berichten, es gebe keine Vermissten. Finn Roine, Augenzeuge »Ich erhielt einen Anruf von meiner Tochter. Sie sagte, dass die Flammen drei Wohnblocks unterhalb ihrer Wohnung stünden. Mein Sohn und ich fuhren sofort hierher, um zu sehen, was los war. Dann sah ich das Haus meiner Tochter. Es ist inzwischen abgebrannt und brennt immer noch. Dort lodern immer noch Flammen.« Reporter: »Aber ihr geht es gut?« Finn Roine »Ja, sie wurde gewarnt und konnte das Haus rechtzeitig verlassen. Ich weiß nicht, was mit den Katzen und den anderen Sachen passiert ist. Es war ein echter Schock.« Thomas Evjen, Rotes Kreuz-Team in Drammen »Alle sind schockiert, dass so etwas überhaupt passieren kann. Dass das eigene Haus in Flammen steht – und wie schnell sich das Feuer ausgebreitet hat. Das sagt einiges über die Hitze aus, die wir in letzter Zeit hatten. Es war sehr trocken. Es ging einfach alles sehr schnell.« Löschhubschrauber waren die ganze Nacht im Einsatz. Mittlerweile soll die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle gebracht haben, doch den Behörden zufolge sollen die Löscharbeiten noch den ganzen Samstag andauern, die Lage bleibt angespannt. Die Brandursache ist weiterhin unklar.