Norwegen: Staatsfonds macht 184,3 Milliarden Dollar Gewinn - in sechs Monaten
Im ersten Quartal stand noch ein Verlust. Doch dank des Booms bei Techwerten hat der norwegische Staatsfonds im zweiten Quartal ein riesiges Plus gemacht. Der Gewinn habe im ersten Halbjahr bei 1,75 Billionen norwegischen Kronen (rund 184,3 Milliarden Dollar) gelegen, teilte der weltweit größte staatliche Fonds mit. Fonds-Chef Nicolai Tangen sagte, das gute Abschneiden sei auf die Kursgewinne an den Aktienmärkten zurückzuführen, vor allem bei asiatischen Techwerten. Norwegens Staatsfonds investiert die Einnahmen des Landes aus dem Öl- und Gasgeschäft. So sollen künftige Generationen abgesichert werden, wenn in Norwegen nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann. Im Jahr 2025 hatte der Fonds eine Rendite von gut 15 Prozent abgeworfen und einen Gewinn von 2,36 Billionen Kronen eingefahren, umgerechnet 213 Milliarden Euro. Für das erste Halbjahr meldeten die Fondsverwalter nun eine Rendite von 9,4 Prozent. Der Fonds ist mit einem Fondsvolumen von 2,3 Billionen Dollar der weltweit größte Staatsfonds. Er hält Beteiligungen an rund 7100 Unternehmen. Dazu kommen Investitionen etwa in Immobilien oder Energieprojekte. Im ersten Quartal stand noch ein Verlust von 58 Milliarden Euro. Dieser ging vor allem auf Kursverluste von US-Techunternehmen zurück. Deutlich größer sind die Beteiligungen an anderen US-Techwerten: Der 1,28-Prozent-Anteil an Nvidia wird mit 62 Milliarden Dollar bewertet. Die Beteiligung von 1,24 Prozent an Apple hat einen Wert von 52 Milliarden Dollar. Eine Beteiligung von 1,17 Prozent an Alphabet kommt auf eine Bewertung von 50 Milliarden Dollar Die Beteiligung von 1,27 Prozent an Microsoft wird mit 35 Milliarden Dollar bewertet. Der Fonds unterliegt strengen Richtlinien etwa in Bezug auf Ethikfragen, Menschenrechte und den Umweltschutz. Im November vergangenen Jahres hatte der Vermögensfonds infolge einer Entscheidung des norwegischen Parlaments aber seine Ethikstandards aufgeweicht. Diese verboten unter anderem Investitionen in Unternehmen, die an schweren Menschenrechtsverletzungen in Kriegs- oder Konfliktsituationen beteiligt sind. In einer rund einjährigen Pause sollen die Richtlinien des Staatsfonds grundlegend überarbeitet werden.