DAX +0,66 % 25.629,24 Pkt 18:00:00 MDAX -0,82 % 31.980,52 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 +0,21 % 6.358,01 Pkt 18:00:00 Dow Jones +1,73 % 52.485,03 Pkt 23:22:18 S&P 500 +2,37 % 7.489,72 Pkt 23:22:12 Nasdaq +3,81 % 25.373,85 Pkt 23:15:59 Nikkei +4,03 % 64.362,02 Pkt 08:45:03 Gold +0,17 % 4.107,00 USD 22:59:54 Silber -1,75 % 57,79 USD 22:59:48 Brent +1,22 % 90,12 USD 20:28:19 WTI +1,29 % 84,67 USD 22:59:59 Bitcoin +0,14 % 62.900,01 USD 18:11:44 EUR/USD +0,52 % 1,15270 USD 23:29:53 EUR/GBP -0,31 % 0,85510 GBP 23:29:53 EUR/CHF -0,23 % 0,93060 CHF 23:29:53 EUR/JPY -3,08 % 181,491 JPY 23:29:53

Nostradamus« entschuldigt sich bei Investoren

Technologie

Zugleich betonte er, dass der Fonds nicht geschlossen oder liquidiert worden sei und bestehen bleibe. Sein persönliches Kapital stecke auch in dem Fonds, und er werde beweisen, dass er nun ein klügerer Investor sei. »Mein Kernversprechen an Sie heißt, dass wir die Gelegenheit nicht verschwenden werden, aus diesen Ereignissen zu lernen«, schrieb Aschenbrenner. »Wunderkind« und »KI-Nostradamus« Der Mittzwanziger Aschenbrenner, der zwischenzeitlich beim ChatGPT-Entwickler OpenAI gearbeitet hatte, machte erstmals vor rund zwei Jahren von sich reden. Er veröffentlichte einen Essay mit dem Titel »Situational Awareness« (etwa: Situationsbewusstsein). Darin argumentierte er, dass künstliche Intelligenz die Welt radikal verändern werde – und die meisten sich dessen noch nicht bewusst seien. Wenig später startete er einen Hedgefonds unter demselben Namen mit dem Versprechen, in die Zukunft zu investieren. Das ging auf der Welle des KI-Booms zunächst gut – sehr gut sogar. Situational Awareness investierte laut öffentlich verfügbaren Unterlagen in alles rund um KI – Infrastruktur, Chips, Energie für Rechenzentren. Dank kräftiger Kursanstiege wuchs das Portfolio von Situational Awareness dem »Wall Street Journal« und dem Wirtschaftssender CNBC zufolge von einigen Hundert Millionen auf 45 Milliarden Dollar. Andere Investoren kopierten Aschenbrenners Strategie, er wurde gefeiert als »Wunderkind«, »Orakel« und »KI-Nostradamus« – in Anlehnung an den für seine Prophezeiungen berühmten französischen Astrologen. Von Talfahrt kalt erwischt Im Juli jedoch setzte eine steile Talfahrt unter anderem der Aktienkurse von Chipherstellern ein, in die Situational Awareness groß investiert hatte. Das wäre an sich nicht katastrophal, doch CNBC zufolge hatte der Fonds in großem Stil auf Pump investiert und etwa viermal mehr geliehenes Geld als eigenes Kapital im Einsatz. Entsprechend hätten Banken gefordert, Sicherheiten nachzuschießen, wofür Situational Awareness plötzlich Geld finden musste. Auf diese Praxis der »gehebelten« Wetten will Aschenbrenner künftig verzichten. Erschwerend kam Medienberichten zufolge hinzu, dass der Fonds auch noch mit sogenannten Leerverkäufen auf sinkende Kurse bei Aktien von Softwarefirmen gewettet hatte, deren Geschäft wegen KI unter Druck gerät. Bei solchen Deals werden geliehene Aktien verkauft – in der Hoffnung, sie später zu niedrigeren Preisen zurückzukaufen. Doch im Juli setzte bei Softwareaktien nach langer Talfahrt eine deutliche Erholung ein. Damit drohten Situational Awareness auch bei den Leergeschäften Verluste. Den Medienberichten zufolge behielt der Fonds entgegen ersten Überlegungen seine Beteiligung an der KI-Firma Anthropic. Der Anteil ist demnach 3,5 bis 5 Milliarden Dollar wert. Griffin und sein Fonds Citadel profitierten von den Nöten von Situational Awareness mit einem Rabatt von mehr als zehn Prozent auf den aktuellen Wert des gekauften Portfolios, wie das »Wall Street Journal« schreibt. Die verbliebenen Investments des Fonds hätten einen Wert von mehr als zehn Milliarden Dollar. Aschenbrenner betonte in seinem Brief, Situational Awareness sei seit Jahresbeginn gerechnet immer noch um 80 Prozent im Plus.

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