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Notfallteam betreut Schüler und Lehrer nach tödlichem Angriff

Nation

Nach dem tödlichen Angriff an der Docemus-Schule in Gosen-Neu Zittau (Oder-Spree) ist am Freitag ein Notfallteam des Schulamts auf den Campus gekommen. Schulpsychologische Fachkräfte stehen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften vor Ort unterstützend zur Seite, wie das Bildungsministerium in Brandenburg mitteilte.

Auch die Notfallseelsorge ist wieder vor Ort. Bereits am Donnerstag waren acht bis neun Vertreter an der Schule in Ostbrandenburg und sprachen mit Betroffenen. "Wir versuchen, ein Schutzraum zu sein", sagte Stefan Baier von der Notfallseelsorge Brandenburg im "rbb-Spezial".

Bei der Gewalttat waren am Donnerstag eine Frau und ein Mann getötet worden. Ein 19-Jähriger gilt als Tatverdächtiger und wurde vorläufig festgenommen. Er soll am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Bei dem weiblichen Opfer soll es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um die Ex-Freundin des Tatverdächtigen handeln. Nach rbb-Informationen wurde eine 18 Jahre alte Schülerin mit einem Messer getötet. Bei dem zweiten Opfer soll es sich um einen 30-jährigen Erzieher handeln, wie die Polizei bestätigte.

Neben der Privatschule auf dem Docemus-Campus befindet sich auf demselben Gelände auch eine öffentliche Grundschule. Das Schulamt habe dem privaten Träger sofort Unterstützung angeboten, hieß es aus dem Ministerium. Der Unterricht in der Grundschule werde am Freitag nicht regulär stattfinden, die Kinder würden psychologisch betreut.

Noch am Abend nach der Tat fanden sich weit über hundert Menschen an der Schule ein, um Blumen niederzulegen, Kerzen anzuzünden und gemeinsam zu trauern. Viele Menschen weinten und hielten sich in den Armen. Es herrschte eine bedrückende Stimmung.

"Das ist nichts, was normal ist an einer Schule", sagte Michael Kunz, Sprecher der Academedia Education GmbH, die Muttergesellschaft der Docemus-Schulen. "Die Schülerin war allen gut bekannt." Es werde sehr schwer sein, zu irgendeiner Form der Normalität zurückzukehren, so Kunz. Man wolle nun schauen, wie es für die Schule mit Blick auf den Unterricht weitergehe. Die Schule sei am Freitag als "Begegnungsraum" und Ort der Trauer geöffnet. Mindestens die Hälfte der Schüler war laut Kunz am Vormittag teilweise mit Familienangehörigen zum Trauern gekommen.

"Ich bin tief schockiert, ich arbeite an dieser Schule", sagte Ilona Greißner aus Gosen-Neu Zittau dem rbb. Sie gebe normalerweise mittags das Essen für die Schüler aus. "Ich kenne den Erzieher persönlich, er hat gestern auf dem Hof noch gewunken. Es ist schockierend und schrecklich für alle Beteiligten."

Nach der Tat kümmerten sich Notfallseelsorger am Donnerstag um Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Angehörige. Einige Minderjährige wurden noch am späten Nachmittag in der Turnhalle betreut, bis ihre Eltern sie abholten.

"Nach den bisherigen Erkenntnissen gehen die Ermittler von keiner Amok-, sondern einer Beziehungstat aus", teilte die Polizei mit. Viele Fragen zur Tat sind aber weiterhin ungeklärt - die Ermittlungsbehörden hielten sich nicht nur mit Informationen zu den Opfern zurück, sondern machten auch keine Angaben zur Tatwaffe. In einem Schreiben rief die Polizei dazu auf, sich bei Hinweisen zur Tat bei ihr zu melden.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach den Angehörigen und Freunden der Opfer sein Mitgefühl aus. "Bei einem furchtbaren Angriff sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Diese Tat erschüttert unser gesamtes Land."

"Unser Mitgefühl gilt in diesen Stunden den Angehörigen, den Freundinnen und Freunden der Opfer - und allen Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften, die am Donnerstag Unfassbares erlebt haben", teilte der Landkreis Oder-Spree mit. "Wir sind dankbar für jeden Einzelnen, der in diesen Momenten für andere da war." Man bitte nun darum, "den Betroffenen und ihren Familien jetzt den Raum zu lassen, den sie brauchen".

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