„Notruf Hafenkante”-Star Manuela Wisbeck über Serien-Aus: „Wirklich Folter”
16 Jahren lang war sie fester Bestandteil der ZDF-Polizeiserie „Notruf Hafenkante“, jetzt ist plötzlich und unfreiwillig Schluss: Schauspielerin Manuela Wisbeck (43), die in dem Format die Krankenschwester Frauke Prinz am Hamburger Elbkrankenhaus (EKH) spielt, erfuhr für sie völlig überraschend, dass ihre Rolle gestrichen wird – bereits im Juli dreht sie ihre letzten Szenen. Wie hart und unerwartet sie diese Entscheidung traf, teilte die 43-Jährige auch auf Instagram mit ihren Fans und sprach von einem Schock. Manuela Wisbeck war 2007 mit der RTL-Comedyserie „Böse Mädchen“ bekannt geworden, seit 2009 gehörte sie zum Team bei „Notruf Hafenkante“. 2013 nahm sie an der sechsten Staffel der RTL-Show „Let’s Dance“ teil und belegte dort mit Profitänzer Massimo Sinató den fünften Platz, 2023 war sie eine der Kandidatinnen bei „Promi Big Brother“. „Notruf Hafenkante“-Star spricht über ihren Serien-Rauswurf nach 16 Jahren BUNTE.de sprach mit der Schauspielerin über ihr bitteres Aus in der ZDF-Polizeiserie, über ihren schwierigen Abschied am Set und ihre Pläne für die Zukunft. Manuela Wisbeck: „Als würdest du zu deiner eigenen Hinrichtung laufen“ BUNTE.de: Du hast im Juni, nachdem dein Aus bei „Notruf Hafenkante“ bekanntgeworden war, wieder für die Serie gedreht, im Juli folgen jetzt deine letzten Tage. Wie ist das für dich, nach dem Rauswurf vor der Kamera zu stehen? ANZEIGE ANZEIGE Manuela Wisbeck: Das ist schon ein langer und schwieriger Prozess. Andere würden sich vielleicht nach einer Kündigung krankschreiben lassen und nicht mehr zur Arbeit gehen. Aber ich kann so etwas nicht machen. Ich habe eine Verantwortung dieser Rolle gegenüber, ich habe einen Vertrag. Also bin ich noch da, obwohl ich weiß, dass mir gekündigt wurde. Das ist schon echt schwer, da ans Set zu fahren und gute Laune zu verbreiten. Und dann haben wir auch schon die Szene gedreht, in der ich die Serie verlasse – das ist schon hart. Das ist, als würdest du zu deiner eigenen Hinrichtung laufen. Du hast dich auch mit einem emotionalen Video an deine Fans gewandt. Ist das spontan entstanden? Ja, die Leute kennen mich immer als selbstbewusste, starke Frau – die Frauke ist das und privat bin ich das auch. Aber es gibt durchaus Momente, in denen man auch Gefühle zeigen muss, das ist total wichtig, dass man da auch die Leute mitnimmt und zeigt, manchmal kann auch ich nicht anders und dann breche ich zusammen. Du fährst jeden Tag ans Set und weißt, dass du gefeuert wurdest. Du kannst ja in dem Moment gar nicht abschließen. Das ist wie nach einer langjährigen Beziehung. Da ist einer, der leidet und der andere kommt damit klar. In dem Fall ist es die Produktion, die damit klarkommt. Mir war es sehr wichtig, offen zu sein, weil ich ja viel Social Media mache, unter anderem auch meine Kochvideos. „Das war wirklich Folter in dem Moment“ Wie haben deine Kollegen von „Notruf Hafenkante“ auf deinen Rauswurf reagiert? Es war schlimm. Von Beleuchter, über Kostüm bis Maske – man kennt sich ja jetzt seit 16 Jahren. Für die war das unvorstellbar. Und auch mit meinen Schauspielkollegen – wir haben uns umarmt und geweint, weil man sich das nicht vorstellen kann, dass ich dann einfach nicht mehr da bin. Ist die Geschichte, wie Frauke Prinz „Notruf Hafenkante“ verlässt – unter den gegebenen Umständen – für dich in Ordnung? Ja, es ist okay. Was man sagen kann: Es wird ein bisschen offengelassen, aber trotzdem hat Frauke sich in der Serie selbst entschieden zu gehen. Das war schon hart. Die haben mir etwas geschrieben, das ich spiele, was aber für mich ja nicht so war. Diese Szene, die ist so ehrlich, so pur und so emotional. Meine Schauspielkollegin und ich – wir haben das zu zweit gespielt – und wir haben in der Szene nur geweint. Das wird ja auch so zu sehen sein. Das war wirklich Folter in dem Moment. Es ist ja bekannt, dass man beim Film eine Szene nicht nur einmal dreht, sondern in mehreren Varianten, in Nahaufname, in der Totale. Darum musste ich das immer wieder spielen – und das war schon echt schlimm. Nach Rauswurf bei „Notruf Hafenkante“ hat Manuela Wisbeck „ganzen Tag und ganze Nacht geweint“ Kannst du noch mal beschreiben, wie der Moment war, als du erfahren hast, dass du die Serie verlassen musst? Ich war einfach geschockt. Du musst dir vorstellen, du bekommst einen Anruf, die Produzentin ist dran und sagt, du bist gefeuert. Du legst auf und denkst erst mal, okay … Und dann realisierst du erst, was da gerade passiert ist. Da habe ich natürlich auch erst mal den ganzen Tag und die ganze Nacht geweint, weil es für mich in dem Moment nicht greifbar war. Das Aus kam also komplett überraschend? Ja, es ist ein bisschen paradox. Ich bin seit 16 Jahren bei „Notruf Hafenkante“ und es kam sehr, sehr unerwartet, weil wir gute Einschaltquoten haben und ich eigentlich bis Ende des Jahres in diese Produktion eingebunden war. Und dann rief die Produzentin an und teilte mir mit, dass ich nicht länger dabei bin: aus ökonomischen Gründen, und weil Frauke Prinz eine Randfigur sei, die auserzählt sei. Klar, sie hat es ausgeschmückt, aber diese drei Punkte sind gefallen. Das hat mir erst mal den Boden unter Füßen weggerissen. Sie meinte dann auch, dass das jetzt schon der letzte Drehblock für mich wird. Das hätte sich Manuela Wisbeck für ihre Rolle der Frauke Prinz gewünscht Wie hast du reagiert? Als ich wieder am Set war, hat die Produzentin dann noch mal das direkte Gespräch mit mir gesucht. Das war emotional. Es war sehr ehrlich und sehr direkt. Klar, das ist nicht schön. Aber ich hatte in dem Moment nichts zu verlieren und habe einfach noch mal meinen Standpunkt klargemacht. Zu sagen, eine Randfigur und auserzählt – ich habe zu ihr gesagt: Pass auf, wir haben noch nicht mal angefangen, die Figur zu erzählen. Das fand ich halt so schade. Sie hat gesagt, dass es ihr leidtue, und das habe ich ihr auch abgenommen. Wir haben uns zum Schluss umarmt. Ich rocke das jetzt noch runter. Und dann gehe ich still und leise. Ich wurde gefragt, wie ich mir meinen Abschied am Set wünsche, aber ich brauche da kein Tamtam. Ich habe ja nicht selbst gekündigt, warum soll da jetzt noch irgendeine Party steigen? Was hättest du Frauke Prinz in der Serie gewünscht? Dass sie wirklich einfach mal erzählen, wo kommt Frauke her, was macht sie privat, wie steht sie zu den Kollegen, trifft sie sich mit denen privat? Bei „Notruf Hafenkante“ wird immer der Fall geklärt und dann gibt es eine Einlieferung ins Krankenhaus, aber es gibt wenig Zwischenmenschliches, und das fehlt mir. Das hätte ich der Produktion auch schon früher sagen sollen. Aber das traut man sich ja nicht, weil man Sorge hat, gekündigt zu werden. Und genau so ist es dann gekommen. So geht es für Manuela Wisbeck nach ihrem „Notruf Hafenkante“-Aus weiter Gab es neben der Produzentin auch vom Sender ZDF direkt eine Reaktion zu deinem Aus? Nein, leider nicht. Hättest du dir das gewünscht? Ich hätte mir das schon gewünscht. Aber ich erwarte da jetzt nichts mehr. Wie geht es jetzt für dich weiter? Ich habe mich mit der Situation mittlerweile abgefunden. Ich versuche, professionell damit umzugehen. Es ist nicht so, dass ich jetzt schon irgendwas Neues habe. So schnell geht es nicht. Wir müssen jetzt gucken, was passiert. Ich bin aber sehr optimistisch. Man sagt ja immer, eine Tür geht zu, die nächste geht auf. Manchmal hat das alles einen Sinn im Leben. Und gleichzeitig bin ich natürlich auch traurig. Ich spiele ja auch Theater, das mache ich meist am Ende des Jahres. Gerade habe ich „Einspruch, Schatz“ mit Christine Urspruch gedreht. Ich bin für alles offen. Früher habe ich noch mehr gebrannt für den Beruf, aber aktuell haben wir so einen Riesenumschwung auch durch die Sparzwänge. Ich weiß nicht, wo das hingeht. „Habe auch kein Problem, einen ganz normalen Job auszuüben“ Könntest du dir auch vorstellen, ganz ohne Schauspielerei weiterzumachen? Definitiv, ich bin mir für nichts zu schade. Tatsächlich bin ich ja schon sehr breit aufgestellt. Ich habe jetzt auch kein Problem, einen ganz normalen Job auszuüben. Ich bin auch der Landwirtschaft sehr verbunden. Tatsächlich habe ich auch einen Geflügel-Schlachtschein gemacht. Ich gucke einfach, was passiert. Wäre für dich als Food-Bloggerin ein eigenes Lokal eine Option? Ich hatte tatsächlich immer wieder drüber nachgedacht, aber auch da ist es momentan nicht leicht. Ein Reality-Format würde Manuela Wisbeck reizen Du warst 2023 bei „Promi Big Brother“ dabei und sagtest damals, die Leute rechnen nicht mit dir in einem solchen Fomat. War das ein einmaliger Ausflug oder sind weitere Reality-TV-Formate für dich denkbar? Grundsätzlich war das ein einmaliger Ausflug. Es gibt aber eine Sache, die tatsächlich auf meiner Bucket List steht: Ich würde gern mal ins Dschungelcamp gehen. Das ist etwas, was mich wirklich interessieren würde. Ich hoffe, dass sich da irgendwann mal etwas ergibt. Andere würden vielleicht sagen, warum machst du das? Aber ich finde, wenn man dort normal ist und so, wie man auch privat ist, dann ist das spannend – ich habe ja nichts mehr zu verlieren. Aber ansonsten habe ich nicht so große Lust auf Reality.