Novak Djokovic: Erbrechen und Tränen beim US-Open-Aus
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Er kotzt, er kämpft, er kann nicht mehr! Tennis-Ikone Novak Djokovic (39) und sein Leiden zum Auftakt der US Open. Scheinbar Schmerzen überall, lange Zeit Tennis aus dem Stand, weil er nicht mehr den Bällen hinterherkam. Dann übergibt er sich mehrmals auf dem Platz, bricht in Tränen aus. Was genau der Rekord-Grand-Slam-Champion (24 Titel) hat, ist beim Matchball noch unklar. Bei seiner 20. Teilnahme in New York fliegt er zum ersten Mal in der 1. Runde raus, verliert gegen den Argentinier Mariano Navone 6:7, 7:5, 6:4, 2:6, 6:1.
Schon im ersten Satz stützt sich der Serbe früh auf. Dann kühlt er sich immer wieder die Stirn, obwohl die Temperaturen erträglich sind. Als Regen einsetzt, wird beim Stand von 4:3 das Dach des Arthur Ashe Stadiums geschlossen. Das dauert etwas, die unfreiwillige Pause kommt Djokovic entgegen. Der lässt zwei Spiele später die Physiotherapeuten kommen – und wieder gehen. Unverrichteter Dinge rücken sie nach kurzer Rücksprache mit ihm wieder ab.
Djokovic scheint manchmal zu taumeln, lebt fast ausschließlich von seinem starken Service, der ihm zumindest seine Aufschlagspiele rettet. So geht es in den Tiebreak, den er dann verliert. Alles rechnet nun damit, dass die Rekord-Nummer-1 aufgibt. Tatsächlich geht sie auch geradewegs Richtung Netz, unterwegs streift der Olympiasieger von 2024 seine Schweißbänder von beiden Armen ab. Im letzten Moment macht er dann doch noch die Kurve zu seiner Bank. Weiter geht’s.
Vonn und Bloom schauen zu
Wie groß die Qual für ihn ist, lässt sich nur erahnen. Navone kann die Lage seines Gegners nicht so nutzen, wie andere sie nutzen würden. Statt den lädierten Weltklassemann von einer Ecke in die andere zu treiben, spielt er ihm die Bälle genau in den Schläger. So bleibt Djokovic im Spiel und die Zuschauer, darunter Ski-Star Lindsey Vonn (41) und Schauspieler Orlando Bloom (49), dürfen weiter mit ihm und um ihn zittern und bangen.
Doch das Daumendrücken hilft nicht. Djokovic gewinnt nach starkem Endspurt tatsächlich den zweiten Satz 7:5. Dass es ihm aber dennoch sauschlecht geht, zeigt sich beim 3:3 im dritten Durchgang. Djokovic geht in die Ecke und übergibt sich in einen Behälter. Beim ersten Satzball, den er dann vergibt, gleich nochmal. Schon beim Masters in Cincinnati entleerte er sich beim Aus gegen den Argentinier Thiago Agustín Tirante (25) auf dem Court.
Djokovic weint
Auch diesmal endet die Partie vor den Augen von Ehefrau Jelena (40) und den Kindern, die ihn frenetisch anfeuern, dramatisch. 6:4 holt sich der Favorit zwar noch den dritten Satz, ehe die Beschwerden im vierten wieder zunehmen. Immer öfter nun stützt sich Djokovic auf seine Knie oder geht in die Hocke. 2:6 muss er den Durchgang abgeben und lässt sich dann aber wirklich vom Physiotherapeuten am Rücken behandeln.
Die Legende ist nun am Ende! Schnell liegt Djokovic ein Break hinten. Er weint auf dem Platz zwischen den Ballwechseln. Man spürt: Die Schmerzen sind unerträglich, aber er will nicht aufgeben. Längst ist es das längste Erstrunden-Match, das Djokovic je bei einem Grand Slam bestritt. Nach 4:36 Stunden wird er von seinen Leiden, zumindest was das Match angeht, erlöst. Navone verwandelt seinen ersten Matchball zum 6:1. „Der Sieg bedeutet mir so viel. Ein Traum wurde wahr“, sagt der Südamerikaner.
Als Djokovic unter tosendem Applaus den Court verlässt, winkt er noch einmal ins weite Rund. Es sieht aus wie ein Abschied. Ganz großer Sport: In der Stunde einer seiner schmerzhaftesten Niederlagen gibt er noch Autogramme, ehe er in den Katakomben verschwindet. Da kommen die Tränen wieder...