NSU-Unterstützerin: Zschäpe-Freundin zu 2 Jahren Haft verurteilt
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Dresden (Sachsen) – Das Oberlandesgericht Dresden hat die NSU-Unterstützerin Susann E. zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Die Freundin von NSU-Terroristin Beate Zschäpe wurde am Freitag unter anderem wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung in drei Fällen und wegen Beihilfe zur besonders schweren räuberischen Erpressung schuldig gesprochen. Laut Anklage der Bundesanwaltschaft hatte E. der als NSU-Mittäterin verurteilten Beate Zschäpe mehrfach ihre Identität geliehen, als diese im sächsischen Zwickau im Untergrund lebte. Sie soll Zschäpe unter anderem ihre Krankenkassenkarte für Arztbesuche gegeben haben. Außerdem soll sie bei der Anmietung eines Wohnmobils geholfen haben, das der NSU bei seinem letzten Raubüberfall nutzte. Verteidigung plädierte auf Freispruch Das Gericht blieb unter der Forderung der Bundesanwaltschaft. Sie hatte vier Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch, weil es keine Beweise dafür gebe, dass E. von den NSU-Taten gewusst habe. Die rechtsextremistische Terrorzelle NSU verübte zehn Morde, zwei Bombenanschläge und mehr als ein Dutzend Raubüberfälle. Die Haupttäter Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos entzogen sich im November 2011 ihrer Festnahme, indem sie Suizid begingen. Beate Zschäpe verbüßt ihre Haftstrafe derzeit in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Chemnitz.